Denham und Monkey Mia

08.12.12 – 11.12.12

 

Es zog uns weiter Richtung Norden. Auf dem Weg nach Denham stoppten wir an einem Strand, der vollständig aus Muscheln besteht.

Diese Küste, die sich über mehrere Kilometer hinstreckt, war sehr beeindruckend. Sich vorzustellen, wie viele Milliarden Muscheln sich hier über Tausende von Jahren angesammelt haben müssen, um so ein Naturwunder zu vollbringen, ist fast unmöglich. Die oberen drei Meter der Schicht sind noch locker, die darunter liegenden Schichten sind so fest wie Beton.

 

In Denham angekommen, haben wir einen sehr schönen Campingplatz in unmittelbarer Nähe zum Strand gefunden und zusätzlich offerierte dieser zu unserer Freude noch ein Angebot, welches wir nicht ausschlagen konnten. Wir buchten also drei Nächte und mussten nur für zwei zahlen.

Da wir in der Nebensaison diesen Campingplatz aufsuchten, konnten wir uns quasi über die gesamte Anlage ausbreiten und jeden Stuhl sowie den Tisch und den Wagen auf unterschiedlichen Plätzen abstellen. Natürlich haben wir das NICHT getan, denn sonst hätten wir uns schreienderweise unterhalten müssen. Und der doch recht kräftige Wind, der hier herrschte, sorgte schon dafür, dass wir nicht flüsternd kommunizieren konnten.

Der erste volle Tag in Denham stand ganz im Zeichen des Erholens und Ausruhens. Wir stellten uns keinen Wecker, denn wir mussten nicht um 10 Uhr den Campingplatz verlassen und hatten auch sonst keine Aktivität geplant, die uns zum frühen Aufstehen genötigt hätte. Somit frühstückten wir später und gingen im Anschluss an den Strand, um dort zu lesen, Hörspiel zu hören, zu schlafen und uns ein bisschen in der Bucht abzukühlen.

Am Abend erkundeten wir spazierend die Stadt. Leider hatten wir den Stadtplan im Auto liegen lassen (dort lag er auch gut…), so dass wir auf unser Gedächtnis vom einmaligen Anschauen des Planes zurückgreifen mussten. Eigentlich wollten wir nur einen kurzen Spaziergang unternehmen und die dort ansässige Fischfabrik aufsuchen, um den Weg zur selbigen zu wissen. Denn am nächsten Morgen wollten wir dort für unser Abendessen frischen Fisch einkaufen.

Aus dem KURZEN Spaziergang wurde eine zweistündige Tour in Flipflops, die das Laufen nicht gerade angenehmer gestalteten (meine bequemen Crocs-Flipflops hatte ich ja auf dem Flug von Thailand nach Australien eingebüßt). Auch fanden wir unser angestrebtes Ziel -die Fischfabrik- nicht, so dass wir unverrichteter Dinge wieder an unserem Campingplatz ankamen. Hier stellten wir fest, dass wir recht nahe an die Fischfabrik herangekommen waren, leider kurz vor deren Erreichen aber eine falsche Abzweigung genommen hatten.

 

Am nächsten Morgen standen wir wieder früh auf und begaben uns nach einem kurzen Frühstück zur Fischfabrik, die wir mit unserem Auto und dem Stadtplan auch ganz einfach fanden. Nachdem wir fürs Abendessen eingekauft hatten, fuhren wir weiter nach Monkey Mia.

Dieser Ort ist bekannt für seine Delfine, die am Strand regelmäßig gefüttert werden. Die erste Fütterung findet morgens gegen 8 Uhr statt. Leider verpassten wir diese um wenige Minuten, denn wir hatten uns zu lange mit der Auswahl des Abendessens aufgehalten. Zum Glück hatten die Delfine Mitleid mit uns und kamen schon nach einer guten halben Stunde erneut zum Strand, um sich füttern zu lassen und uns zu zeigen.

Es war eine Mutter mit ihrem Kalb, die zur Mahlzeit erschienen. Leider ließen sich keine weiteren Delfine blicken (mitunter, so erfuhren wir, kommen bis zu sechs Delfine an den Strand). Aber auch so waren sie wunderschön anzusehen und es war ein Erlebnis sie aus nächster Nähe beobachten zu können. Die Delfinmutter schwamm anfangs auf der Seite liegend an den Zuschauern vorbei und beäugte alle, um zu sehen, wie viele Gaffer denn heute wieder gekommen waren. Das Jungtier hatte wohl Hummeln im Hintern, denn es schwamm die ganze Zeit herum, als ob es befürchtete, zu wenig Bewegung zu bekommen. Nach der Fütterung zog es die Beiden wieder ins tiefere Wasser, wo das Kalb von der Mutter gesäugt wurde (was wir natürlich nicht sehen konnten…). Die Delfine bekommen übrigens nur etwa 10 % ihres Tagesbedarfes gefüttert, die restliche Menge müssen sie sich selbst im Meer erbeuten, damit ihr natürlicher Jagdinstinkt erhalten bleibt. Außerdem werden nur die weiblichen Muttertiere gefüttert.

Auch zur dritten und letzten Fütterung an diesem Tag erschienen wieder die zwei uns schon bekannten Tiere, was mich selbstredend nicht davon abhielt, auch hier wieder etliche Fotos zu schießen…

Auf dem Rückweg nach Denham legten wir einen kurzen Zwischenstopp an der Little Lagoon ein. Sie ist kreisförmig und fast vollständig vom Meer abgeschnitten, was sie zum perfekten Kinderstube vieler Fischarten macht. Wir umrundeten sie einmal zu Fuß und fuhren zurück zum Campingplatz um uns erneut an den Strand zu legen (Susi genoss wieder die erfrischenden Fluten, indem sie sich todesmutig in dieselbigen schmiss) und ich döste ein bisschen mit „Harry Potter“ auf den Ohren.

Später überkam Susi noch eine Kreativphase, in der sie den Sand des Strandes dazu nutzte, einen Delfin und eine Schildkröte zu formen. Ich war erstaunt von Susis Können und habe die Ergebnisse der Künstlerin auch gleich fotografisch festgehalten (diese könnt ihr im Fotoalbum bestaunen).

Am Abend grillten wir auf einem BBQ unseren am Morgen käuflich erworbenen Fisch (dazu gab es noch gegrillte Zucchini und Couscoussalat mit Tomaten und Gurken). Der Fisch –sowie die Beilagen- schmeckten übrigens ganz hervorragend!

Nachdem wir unsere Mägen wieder gefüllt hatten, begaben wir uns auf einen Verdauungsspaziergang. Zurück von diesem Spaziergang hielten wir noch beim Campingplatzbesitzer an. Zum einen mussten wir mit Blacky, einem ca. 12 Wochen alten Kater, spielen und zum anderen führten wir unser vor dem Spaziergang angefangenes Gespräch fort. Der Besitzer sowie seine Angestellte hatten uns davon abgeraten, weiter Richtung Norden zu fahren als bis zur Korallenküste, denn es sei die falsche Jahreszeit, um den Norden Australiens zu erkunden (zumal wir nur einen Campervan ohne Allradantrieb hätten).

Während unseres Spazierganges hatten wir uns dann auch dazu entschieden, nur noch nach Coral Bay zu fahren und uns dann wieder auf den Weg Richtung Süden zu begeben. Der Campingplatzbesitzer gratulierte uns zu unserem Entschluss und zeigte uns im Anschluss noch einige Fotos der Umgebung Denhams.

Am nächsten Morgen ging es dann über Carnarvon nach Coral Bay.

 

Zum Fotoalbum Denham und Monkey Mia. 

Zum nächsten Reisebericht (Carnarvon, Blowholes und Coral Bay).