Über Kingsley, Jurien Bay und Geraldton nach Kalbarri

05.12.12 – 08.12.12

 

Aus dem Süden, den wir in unserer ursprünglichen Planung eigentlich nicht bereisen wollten, fuhren wir nun nach Norden und nutzten zu Übernachtungszwecken die oben genannten Städte.

Im Schnitt fahren wir ca. 400 km an einem Reisetag. Hierbei sei anzumerken, dass auf den australischen Highways eine Maximalgeschwindigkeit von 110 km/h herrscht. Wir fahren mit unserem Wagen allerdings aus Gründen des geringeren Spritverbrauchs und der damit zusätzlich verbundenen Umweltschonung nur eine Geschwindigkeit zwischen 90 und 100 km/h, was jedoch zur Folge hat, dass wir (noch) langsamer vorankommen, als es üblicherweise schon der Fall wäre. Auch kann die Umgebung in diesem Gebiet Australiens nicht gerade als abwechslungsreich bezeichnet werden. Die Adjektive langweilig und eintönig beschreiben diese leider treffender.

Als Beifahrer kann einem die Umgebung eigentlich ziemlich egal sein, denn dann kann man sich ausruhen und ein wenig schlafen. Doch wenn man hinter dem Steuer sitzt, sollte man sich das mit dem Schlafen -sofern man gesund und heil ans Ziel kommen möchte- doch gut überlegen…

In Kingsley wurden wir zum ersten (und bisher einzigen) Mal mit dem Problem konfrontiert, dass ein Campingplatz voll war und wir uns einen anderen Schlafplatz suchen mussten. Auch der zweite Platz, den wir anfuhren hatte eigentlich keinen Stellplatz mehr frei, doch der Besitzer fand uns so nett, dass wir kurzerhand für die eine Nacht einen Sonderstellplatz zugewiesen bekamen. Strom hätten wir uns aus der angrenzenden Küche abzapfen können, wenn, ja wenn unser Stecker für die Steckdosen nicht zu voluminös gewesen wäre. So mussten wir für die eine Nacht ohne Strom auskommen (durften aber den gleichen Preis bezahlen, als ob wir den Strom genutzt hätten…).

Dieser Campingplatzbesitzer war bisher der Einzige, der uns bekräftigte, auch in dieser Jahreszeit den Norden Australiens bis nach Darwin zu bereisen. Denn die Regenzeit hat in dieser Region begonnen, d. h. es kommt immer mal wieder vor, dass es ein oder zwei Stunden wie aus Kübeln schüttet. Auch befinden sich die Temperaturen am Tage teilweise jenseits der 40°C und auch die Nachttemperaturen würden nicht wesentlich sinken. Das Unangenehmste sei allerdings die drückend hohe Feuchtigkeit. Gerade aufgrund des Regens sei aber die Flora sehr hübsch anzuschauen und es würde sich deshalb besonders empfehlen, zu dieser Zeit diesen Teil Australiens zu bereisen.

Am folgenden Tag hatten wir während des Fahrens die ersten Male Kontakt –zum Glück nicht direkten- mit der hiesigen Tierwelt. Und zwar stand urplötzlich ein Emu auf der Straße und versperrte diese, so dass wir nicht vorbeikamen. Als wir allerdings näher an das Tier heranfuhren, bewegte sich dieses und wir hatten wieder freie Fahrt. Susi meinte noch, dass man aufpassen müsse, denn wenn ein Emu über die Straße laufe, folge das Zweite meist nicht viel später. Und tatsächlich sah ich im Rückspiegel unmittelbar hinter uns ein weiteres Emu die Straße überqueren.

Nicht allzu viel später rief Susi unerwartet „Vorsicht“ aus, so dass ich fast das Lenkrad herumgerissen hätte und von der Straße abgekommen wäre. Auf mein Nachfragen, was denn sei, antwortete sie, dass am Wegrand ein Känguru stehe (jetzt sah ich es auch) und sie Angst hatte, dass es plötzlich auf die Straße springen und ich es umfahren würde. Das Känguru blieb aber glücklicherweise am Wegrand sitzen und sprang uns nicht todesmutig vors Auto.

Die übrige Zeit war das Autofahren so langweilig wie Fischen ohne Angelrute.

Bevor wir den nächsten Übernachtungsort anfuhren, besuchten wir im Nambung Nationalpark eine der bekanntesten Attraktionen Australiens (diese Attraktion ist so bekannt, dass ich vorher noch NIE davon gehört hatte…), die Pinnacles. Hierbei handelt es sich um bizarr geformte Kalksteinsäulen, die von fingerdünn bis mehrere Meter dick sind und teils bis zu 5 m aus dem sandkuchenfarbenen Wüstenmeer herausragen. Dieser Abschnitt ist wirklich beeindruckend und ein Besuch lohnt sich.

In Jurien Bay fuhren wir einen Campingplatz an, der unmittelbar am Strand gelegen war. Dieses nutzen wir auch am späten Nachmittag aus, um uns mit unseren Handtüchern an den Strand zu legen und die Sonne zu genießen. Das Wasser war leider zu kalt, als dass wir hätten schwimmen gehen können (vielleicht sind wir aber auch nur zu empfindlich oder haben nicht das richtige Equipment oder die richtige Isolationsschicht…).

Am folgenden Morgen gingen wir vor unserer Weiterreise noch mal zum Pier. Hier genossen wir die aufsteigende Sonne und wurden zusätzlich noch von zwei, nahe des Strandes dahingleitenden Delfinen überrascht. Diese genossen wie wir die freie Zeit und ließen sich mit den Wellen treiben. Wir waren beide schon drauf und dran zu diesen ins Wasser zu springen. Uns hielt jedoch vor allem das Wissen über die niedrige Wassertemperatur davon ab und ich wusste zusätzlich nicht wohin mit meiner Kamera, da diese nicht wasserdicht ist…

Geraldton ist nicht weiter erwähnenswert (außer, dass man hier in der Bib kostenfrei ins Internet gehen kann).

In Kalbarri wollten wir ursprünglich eine Wanderung entlang einer Schlucht mit einem Abstieg und einem Aufstieg unternehmen, die eine Wegstrecke von 8 km misst. Leider war uns der Weg zum Ausgangspunkt der Wanderung versperrt, da es sich hierbei um eine Sandpiste handelte, die nur mit geländegängigen allradbetriebenen Fahrzeugen zu befahren war. So begnügten wir uns mit einer Wanderung entlang der Küste (auch hier mussten wir den ein oder anderen Höhenmeter überwinden), die allerdings nur knapp 2 km Länge aufwies. Die Temperaturen waren aber an dem Tag so hoch, dass wir froh waren, nicht die lange Wanderung unternommen zu haben, denn hier kann das Thermometer im Kessel gerne mal die 50°C überschreiten.

Im Anschluss an die Wanderung besuchten wir noch zwei Aussichtspunkte im Kalbarri Nationalpark (in dem auch die lange Wanderstrecke liegt), ließen uns die Sonne auf den Pelz brutzeln und waren noch mal VERDAMMT froh, dass wir die Wanderung nicht hatten unternehmen können.

Von hieraus fuhren wir weiter nach Denham.

 

Zum Fotoalbum Kinsley, Jurien Bay, Gerlaton und Kalbarri.

Zum nächsten Reisebericht (Denham und Monkey Mia).