Pemberton und Mandurah

22.12.12 – 26.12.12

 

Wir fuhren weiter in Richtung Perth.

Vor Pemberton erkundeten wir eine Campsite (da diese im Allgemeinen günstiger sind als bewachte Campinglätze) auf der wir unsere nächste Nacht verbringen wollten. Hier mussten wir jedoch  feststellen, dass wir bei dieser Campsite (obwohl es hier keine Dusche gab) fast genauso viel hätten zahlen sollen, wie auf den von uns zuletzt genutzten Campingplätzen. Wir entschieden uns bis zum nächsten Campingplatz weiterzufahren. Auf dem Weg hierhin kamen wir (kurz hinter Pemberton) noch an einer weiteren Campsite vorbei. Kurz entschlossen versuchten wir noch mal unser Glück und fuhren diesen an, was, wie sich herausstellen sollte, ein großes Glück war!

Abgesehen davon, dass diese Campsite wesentlich günstiger war als die Letzte, schlossen wir noch Bekanntschaft mit Rahima, einer sehr netten Dame, die auf dieser Campsite als Freiwillige arbeitete. Aber von vorne.

Wir fuhren in den Weg, der zu diesem Übernachtungsplätzchen im Wald führte. Dieser war nicht geteert, so dass ich schon beim Hereinfahren zu Susi sagte, ob wir nicht doch umkehren sollten, um zum nächsten größeren Campingplatz zu kommen. Wir fuhren aber weiter und kamen zu den Stellplätzen mitten im Wald, wo einzig und allein einer besetzt war. Wir begutachteten zuerst über die gesamte Anlage und entschieden uns schlussendlich für den Platz, der den kürzesten Weg zum Klo hatte (wir hatten ja kein Klo an Bord).

Hierauf erkundeten wir als erstes die Umgebung und begaben uns zu dem in der Nähe vorbei fließenden Bach sowie zum zweiten Teil der Campsite, wo weitere, unbenutzte Stellplätze auf Übernachtungsgäste warteten. Die Teile des Waldes waren wunderschön und so ruhig, dass man die allseits bekannte Stecknadel hätte auf dem Boden aufkommen hören. Nachdem wir zurück waren, gingen wir dann zu dem Stellplatz, der außer unserem noch benutzt wurde. Hier kündigte schon ein Schild am Eingang des Platzes an, dass es sich bei der Bewohnerin um eine freiwillige Helferin handelte. Es war Rahima, eine in Deutschland geborene Australierin, die seit mehreren Jahren den Job der Freiwilligen ausübt. Wir waren uns von Beginn an sehr sympathisch!

Ursprünglich wollten wir nur kurz herüber gehen, um uns vorzustellen und ein wenig zu erzählen. Das Gespräch entwickelte sich aber so, dass wir den übrigen Tag sowie den Abend zusammen saßen, erzählten und gemeinsam aßen. Ich klinkte mich nur für eine gewisse Zeit aus dem Gespräch aus, da ich noch an meinen Reiseberichten weiterschreiben wollte.

Das Gespräch mit Rahima war sehr erfrischend und entschädigte sogar ein Vielfaches dafür, dass wir die letzten drei Wochen mit sehr wenigen Menschen auf den Campingplätzen in Kontakt gekommen waren.

Rahima erklärte uns einiges über den Wald und zeigte uns verschiedene Vogelarten. Wir diskutierten noch über viele andere, interessante Themen und wurden des Redens nicht müde.

Auch erzählten wir ihr, dass wir von Perth nach Darwin fliegen und am Tag vor dem Flug den Camper bei Britz wieder abgeben würden. Wir verschwiegen ihr auch nicht die Probleme, die wir mit Britz hatten und teilten ihr mit, dass wir die Nacht vor dem Flug am Flughafen verbringen würden. Als Rahima das hörte, bot sie uns sogleich an, dass wir bei ihr im Haus übernachten könnten. Auch würde sie uns bei Britz abholen und mit zu sich nach Hause nehmen. Dieses Angebot konnten (und wollten) wir natürlich nicht ausschlagen.

So gingen wir letztendlich glücklich und müde ins Bett und genossen die Nacht in völliger Stille. Am nächsten Morgen vereinbarten wir noch den Termin, zu dem wir von Rahima bei Britz abgeholt werden würden und fuhren zu unserem Campingplatz in Mandurah, auf dem wir Weihnachten verbringen wollten.

 

An Heiligabend beschlossen wir essen zu gehen. Hier entschieden wir uns für ein Restaurant mit thailändischer Küche. Hier gab es die Möglichkeit á la Carte zu essen oder ein Buffet mit thailändischen Currygerichten zu genießen. Wir beschlossen selbstredend das Buffet zu nutzen. Hier standen als Beilagen Reis, Salat und Maisfladen sowie als Gerichte „Green-, Fisch-, Meeresfrüchte-, Rinder- und vegetarisches Curry“ zur Auswahl. Susi und ich probierten zuerst alle Gerichte (natürlich jedes Mal mit Beilage), bevor wir uns jeweils noch mal das Gericht auf den Teller aufluden, welches uns am Besten geschmeckt hatte (bei Susi war es das Fisch Curry, bei mir das Green Curry).

Nachdem wir gesättigt waren, kugelten wir zur katholischen Kirche, um hier die Christmette mitzufeiern. Das Erste, was uns auffiel, als wir das Gotteshaus betraten, war der Christbaum. Bei diesem handelte es sich um ein Plastikexemplar mit vielen grellbunten Blinkelichtern (also nicht unbedingt das, was wir von Zuhause gewohnt waren…). Kaum hatten wir einen Platz gefunden, wurde ich vom Küster angesprochen, ob ich während der Kollekte helfen könne. Ich sagte ihm, dass ich Ausländer sei, was ihn aber nicht daran hinderte, mir den Klingelbeutel in die Hand zu drücken und mir zu sagen, dass ich das schon schaffen würde. Auch erklärte er mir kurz, bei welcher Reihe ich mit der Kollekte anfangen müsste… und empfahl sich.

Der Gottesdienst war ansonsten nicht großartig anders als bei uns, außer dass natürlich alles auf Englisch war. Die Weihnachtsgeschichte wurde gespielt und auch die Kollekte brachte ich gut hinter mich (nur als ich das in meinem Klingelbeutel befindliche Geld in meine eigene Tasche stecken wollte, bekam ich einen bösen Blick vom Küster zugeworfen… NEIN, natürlich habe ich nicht mal einen Gedanken daran verschwendet auch nur einen Cent des Geldes in meine Tasche abzuzweigen… was denkt ihr denn von mir??? Tse Tse Tse).

Bei 25 °C schlenderten wir dann zu unserem Campingplatz und genossen die milden Temperaturen sitzend und spielend vor unserem Campervan.

Am nächsten Tag war in ganz Mandurah tote Hose und die meisten Geschäfte sowie Restaurants und Cafés schlossen entweder frühzeitig oder hatten erst gar nicht geöffnet. So konnten wir nichts weiter unternehmen und genossen den Tag mit Nichtstun!!!

Am 26.12. fuhren wir dann zurück nach Perth.

 

Zum Fotoalbum Pemberton und Mandurah. 

Zum nächsten Reisebericht (Perth, Darwin und Sydney).