Perth und Umgebung

01.12.12 – 02.12.12

 

Wir flogen von Bangkok über Singapur (3 ½ h Aufenthalt) nach Perth.

In Perth landeten wir gegen 1 Uhr Ortszeit am 01.12.12. Jetzt hieß es unsere Gepäckstücke zu holen und durch den Zoll zu kommen. Jeder, der schon mal in Australien war, weiß, was jetzt kommt.

Denn um in Australien einreisen zu können, muss man viele Dinge, die man mit sich führt, auf einem Einreisebogen angeben. D. h. ich hatte die Gummibärchen sowie die noch verbliebene Schokolade (aus Ritas und Guys Überlebenspaket) und Susi die Teeblüten (die wir erst zuletzt in Bangkok käuflich erworben hatten) sowie die Behältnisse zum Herstellen des „sticky“ Reis anzugeben. (Ja, auch aus Holz gefertigte Gegenstände sind mitzuteilen…)

Gewissenhaft, wie wir nun mal sind, kreuzten wir die zuständigen Felder auf dem Bogen an.

Jetzt warteten wir auf unsere großen Rucksäcke, die auch prompt kamen. Jedoch musste ich feststellen, dass einem Angestellten in Bangkok, Singapur oder Perth meine Flipflops so gut gefallen hatten, dass er sie gleich behalten hat (vielleicht hätte ich doch die Blauen und nicht die Schwarzen nehmen sollen…).

Selbstredend wurden wir dann am Zoll mit unseren Rucksäcken kontrolliert. Nach einer knappen Inspektion der Teeblüten sowie der Bambusbehälter (ich musste die Schoki sowie die Gummibärchen erst gar nicht mehr vorzeigen), durften wir aber auch schon in Australien einreisen.

Da die Uhr mittlerweile schon 2.00 Uhr zeigte, entschieden wir uns am Flughafen von Perth zu nächtigen, um am nächsten Morgen um 7.30 Uhr beim Anbieter des Campers aufzuschlagen. Die Nacht am Flughafen –liegenderweise quer über mehrere Sitze- war recht unbequem und somit nicht allzu erholsam. Auch zog Susi sich hierbei eine lästige Erkältung zu, da die Klimaanlage zu gut ihren Dienst tat. Die Frage ist, ob es tatsächlich die Klimaanlage war, oder doch die Tatsache, dass es in Perth bei unserer Landung knapp unter 10 °C hatte und die Türen nach draußen immer wieder aufgingen.

Um zu Britz (dem Autovermieter) zu gelangen, nahmen wir uns ein Taxi und hier wurde uns sehr schnell klar, dass wir leider nicht mehr so günstig reisen können, wie bisher in Südostasien.

Auf die Frage hin, wie viel es denn kosten würde um zu Britz chauffiert zu werden, antwortete uns der Taxifahrer, dass es eine kurze Strecke sei und wir nicht mehr als 30 australische Dollar (AUD) dafür berappen müssten. Auf unsere nächste Frage, ob alle Taxifahrer uns den gleichen Geldbetrag abknöpfen würden, beteuerte er, dass nach Taximeter gefahren würde und somit kein Spielraum zum Feilschen bestünde.

Nach den vorher mitgeteilten, knapp 30 AUD erreichten wir die Firma und die Abwicklung, bis wir unseren Camper erhielten war unkompliziert und ging schnell von statten. Glücklich stiegen wir ein und brausten auch schon los.

Wie die meisten von Euch wissen werden, herrscht in Australien Linksverkehr. D. h. das Lenkrad ist auf der rechten Seite, Gaspedal, Kupplung und Bremse sind zum Glück genauso angeordnet wie in unseren Autos, jedoch befindet sich der Scheibenwischer auf der linken, und dementsprechend der Blinker auf der rechten Seite. Ihr wisst natürlich jetzt schon was kommt… Ich werde es trotzdem noch erzählen.

An der ersten Kreuzung angekommen, schaltete ich natürlich erstmal den Scheibenwischer an und unterzog den Gummi dem ersten Härtetest. Die Temperaturen lagen bei 28°C und die Scheibe war knochentrocken. Schnell schaltete ich den Scheibenwischer aus und benutzte, um die Richtung anzuzeigen den richtigen Hebel und blinkte.

Gedanklich sprach ich mir immer wieder vor: „links Scheibenwischer – rechts Blinker, links Scheibenwischer – rechts Blinker“… Die nächsten Abbiegungen funktionierten auch wie am Schnürchen ohne Blinkfehler und ohne auf die Gegenfahrbahn zu fahren (hierbei fuhr ich einfach immer wieder einem Auto nach, das vor mir abgebogen war, um nicht auf die Gegenfahrbahn zu geraten).

Dummerweise war die nächste Straße, die wir laut Stadtplan abbiegen mussten, gesperrt, so dass wir kurzfristig umplanen mussten und Susi mir erst kurz vor knapp mitteilte, dass ich die nächste Straße links abbiegen müsste. Was passierte… ich betätigte den Scheibenwischer, anstatt zu blinken.

Glücklicherweise war der Sicherheitsabstand des hinter mir fahrenden Autos groß genug (mag sein, dass der Fahrer ob des Britzaufklebers und somit des Wissens, dass das Áuto nur gemietet ist, den Abstand ABSICHTICH so groß gehalten hatte), so dass es zu keiner brenzlichen Situation kam.

Nun befanden wir uns aber auf der richtigen Straße, um zum Einkaufszentrum zu kommen. Hier stellten wir zum zweiten Mal an diesem Tag fest, dass wir unsere preisliche Vorstellung bezüglich unserer Zeit in Australien erheblich korrigieren müssen. Die Lebensmittel sind hier unglaublich teuer und wir gaben ein kleines Vermögen aus, um uns die nötigsten Nahrungsmittel zu kaufen. Eine kleine vierwöchige Diät tut uns aber auch ganz gut…

Nun suchten wir uns einen Campingplatz in Perth, auf dem wir unsere erste Nacht verbrachten.

 

Eigentlich war der Plan, dass wir uns von Perth aus direkt nach Norden begeben würden. Susi hatte allerdings auf dem Flughafen von Singapur einen sehr netten Australier kennengelernt, der uns dringend ans Herz legte, dass wir vorher noch einen kurzen Abstecher in den Süden machen sollten.

Somit änderten wir spontan unsere Planung und fuhren zuerst nach Fremantle, einem kleinen Ort südwestlich von Perth, um von dort weiter nach Süden zu reisen. Fremantle, so sagte unser Reiseführer, sei vor allem deshalb eine Reise wert, da dieses Örtchen einen schönen Markt anbietet, auf dem gutes und günstiges Obst und Gemüse angeboten werden.

Wir kamen uns auf dem an jedem Freitag bis Sonntag stattfindenden Markt vor wie im Schlaraffenland. Denn es wurden wie versprochen Obst und Gemüse in Massen angeboten und wir konnten uns (fast) nicht entscheiden, was wir alles mitnehmen sollten. Wir entschieden uns schließlich für Nektarinen, Birnen, Bananen und Äpfel sowie Tomaten, Zucchini und Gurke. Auch wenn wir recht viel einkauften, schwanden unsere Vorräte leider viel zu schnell (und eine Maus oder anderes Getier, das unsere Obst- und Gemüsevorräte auffrisst, konnte ich bisher nicht ausfindig machen).

Es gibt zwar auch in weiteren Städten Obstmärkte, allerdings sind diese meist auf das Wochenende beschränkt, so dass wir das ein oder andere Mal schon auf die Obstvorräte in Supermärkten zurückgreifen mussten.

Was wir leider auch auf keinem der Märkte bisher finden konnten, ist ein vernünftiges Vollkornbrot. (Das leckerste Brot gibt es eben doch zu Hause!)  Hier wird nur völlig labbriges Brot und Brötchen, die zusammengequetscht bequem in einen hohlen Zahn passen, von den Einheimischen verspeist.



Trotzdem werden wir hier nicht verhungern, denn es gibt überall BBQs!!!

 

Zum Fotoalbum Perth und Fremantle.

Zum nächsten Reisebericht (Bunbury und Busselton).