Manzanillo -

Entspannen an der Karibikküste

10.03.13 – 16.03.13

 

Als letztes Ziel in Costa Rica und somit auch auf unserer Weltreise hatten wir uns Manzanillo an der Karibikküste ausgesucht. Dieser Ort liegt im Südosten von Costa Rica und somit nahe der Grenze zu Panama.

Wir hatten und diesen Ort erwählt, da er als ruhig beschrieben wurde, wir die Karibikküste noch sehen wollten und es einen direkten Bus von San José dorthin gab. Mit diesem fuhren wir dann auch Sonntagmittag los und kamen am späten Nachmittag in Manzanillo an.

Schon ein paar Tage zuvor hatten wir eine Unterkunft vorgebucht, die von einer Deutschen und einem Costaricaner mit jamaikanischen Wurzeln geführt wird - die Cabinas Bucus.

In Manzanillo angekommen, wurde uns auch direkt nach dem Eintreffen von einer Einheimischen der Weg zu unserer Bleibe erklärt. Da es sich bei Manzanillo um ein kleines Dörfchen mit ca. 300 Einwohnern handelt, war der Weg auch nicht schwer zu finden.

Omar empfing uns mit der ihm eigenen Gelassenheit und zeigte uns unser Zimmer. Hierbei machten wir auch gleich Bekanntschaft mit einem sehr netten Münchner, dessen Name mir leider entfallen ist, der aber auch am nächsten Tag leider schon wieder weiterreiste und einer ebenso netten Schweizerin, Dunja. Sie war schon am Vortag in Manzanillo angekommen und sollte einen Tag länger dort verweilen als wir. Einen Tag nach uns kam noch ein Pärchen aus Aachen (Valerie und Felix) an und bezog das Zimmer neben uns. 

Wir richteten uns in unserem neuen Domizil ein und wurden den unmittelbar hinter dem Haus im Dschungel befindlichen Brüllaffen gewahr, die sogleich ihrem Namen alle Ehre machten. Denn jedes Mal, wenn ein Auto, LKW oder Moped vorbeifuhr, wurde es von diesen mit lautstarkem Gebrüll kommentiert. Erstaunlich ist übrigens die doch recht geringe Größe der Affen, die man bei der Lautstärke ihres Geschreis nicht vermutet hätte. Auch machte ein Faultier in einem Baum in unmittelbarer Nähe zu unserer Behausung seinem Namen alle Ehre und hing dort ab.

Am Mittwoch fuhren wir mit gemieteten Drahteseln ins 12 km entfernte Puerto Viejo. Die Cruiser hatten leider keine Gangschaltung und die Sitze konnte man nicht wirklich hoch stellen, so dass ich mir vorkam wie der allseits bekannte Affe auf dem Schleifstein. Aber das hinderte uns nicht an der körperlichen Betätigung. Was uns zumindest nach einem knappen Kilometer in unserem Vorwärtskommen beeinträchtigte, war der laute Knall und der damit verbundene Plattfuß an Susis Fahrrad. Wir drehten also wieder um und liefen zurück zum Verleih.

Auf dem Weg stellte ich fest, aus welchem Grund Susis Reifen geplatzt war. Und zwar hatte ihr Hinterrad teilweise überhaupt KEIN Profil mehr und man konnte den Schlauch durchschimmern sehen. Zum Glück waren die chicos beim Verleih costaricanisch vollkommen relaxt (vielleicht hatten sie zum Frühstück aber auch schon genug Joints geraucht), machten keinen Aufstand und gaben uns kurzerhand ein Ersatzfahrrad.

Dieses hatte zusätzlich noch einen Korb am Lenker montiert, auf dem auch die Telefonnummer der Verleiher stand. Im Falle eines weiteren Zwischenfalles, sollten wir diese einfach anrufen und sie kämen vorbeigefahren, um uns dann zu helfen. Wir hatten aber die übrige Strecke keine Panne mehr.

Die Tour hat sich allerdings nur aus dem Grund gelohnt, da wir uns körperlich betätigen konnten, denn Puerto Viejo hat leider außer Souveniershops (in denen uns die feilgebotenen Dinge nicht gefielen), Bars, Kneipen und Strand (den schöneren Strand hatten wir aber in Manzanillo) nichts zu bieten. Auf dem Rückweg kamen wir jedoch an einem Biorestaurant vorbei, bei dem wir einen leckeren Snack zur Stärkung zu uns nahmen.

Donnerstags unternahmen wir mit Omar eine Dschungeltour, bei der wir viel über Kräuter, Pflanzen und deren Gebrauch erfuhren und zudem auch noch etliche Tiere vor die Linse bekamen.

Die übrigen Tage verbrachten wir damit am Strand entlang zu spazieren und uns mit Dunja, Valerie und Felix zusammen zu setzen, abends zusammen zu essen und viel zu erzählen. Die Gespräche mit diesen dreien waren sehr, sehr schön und wir haben die Zeit in vollen Zügen genossen. Es war vor allem aufgrund der Tatsache schön, da man nicht nur Smalltalk hielt.

 

Bei unserem Rückflug von San José nach Los Angeles legten wir wieder einen Zwischenstopp in Houston, Texas ein. Hier hatten wir eine Stunde und 20 Minuten Zeit, um durch die Einreisekontrolle zu gelangen, unser Gepäck am Band abzuholen, dieses zu einem neuen Rollband als neuen Check-in zu bringen und abschließend, nach Durchlaufen des obligatorischen Sicherheitschecks, zum Abfluggate zu gehen, um rechtzeitig zur boarding time anzukommen.

An und für sich denkt man sich: „Alles kein Problem“! Da hat man aber leider die Rechnung ohne den Wirt (also in diesem speziellen Falle die Amis) gemacht. Denn, obgleich wir sogar noch 20 Minuten mehr Zeit hatten, da wir früher gelandet waren als vorgesehen, wurde es ganz schön knapp…

Aber von Anfang an… Wir landeten also in Houston und gingen völlig relaxt zur Einreisekontrolle. Hier angekommen, fanden wir uns in einer elend langen Warteschlange wieder. Nachdem wir gesehen hatten, dass für die Menschenmasse nur sechs Sicherheitsschalter geöffnet waren, beschlich uns zum ersten Mal der Gedanke, was eigentlich passiert, wenn man den Anschlussflug nicht erwischt.

Nachdem wir die ersten 30 Minuten gewartet und nicht einmal die Hälfte der Strecke der Warteschlange bis zu den Schaltern hinter uns gebracht hatten, machten wir uns mehr und mehr Gedanken um unseren Weiterflug nach L.A. So fragten wir kurzerhand eine am Airport arbeitende Dame, ob die Möglichkeit bestünde, schneller durch die Sicherheitskontrolle geschleust zu werden, damit wir unseren Weiterflug bekämen. Die Dame antwortete uns, dass es NICHT möglich sei und wir genau wie alle anderen Reisenden warten müssten, bis wir an der Reihe seien.

Wie wir dann aufgrund der Nervosität weiterer Mitreisender feststellten, waren wir wohl nicht die einzigen, die das Problem des Erreichens des Anschlussfluges hatten. Auch teilte uns ein vor uns stehendes Mädel aus England mit, dass sie auch nicht weiß, ob sie ihren Flug nach Austin, der zur gleichen Zeit wie unserer starten sollte, erreiche.

Wir schafften es kurz vor unserer boarding time durch den Einreisecheck. Jetzt hetzten wir zuerst zum Rollband, um unser Gepäck abzuholen. Nachdem wir dieses auf einen Kofferkuli gewuchtet hatten, strebten wir schnurstracks zum Gepäckband, um das Gepäck hier erneut aufzugeben. Bevor wir aber die Rucksäcke abgeben konnten, musste man durch eine weitere Kontrolle hindurch.

Hier verlangte man allerdings nur die von uns fachgerecht ausgefüllten Dokumente, bei denen wir lediglich angegeben hatten, dass wir Kaffeebohnen und Schokolade als deklarationswürdige Lebensmittel dabei hatten. Wir wurden glücklicherweise schnell durchgewunken und joggten nach Aufgabe des Gepäcks zusammen mit einer kompletten Schulklasse und weiteren Reisenden zum nächsten Sicherheitscheck.

Jeder, der die Rolltreppe nach oben gehechtet kam, fühlte sich wie im falschen Film, denn auch hier fanden wir uns kurzerhand in einer riesigen Warteschlange wieder, die jedoch zum Glück übersichtlicher war als die an der Einreisekontrolle.

Die Uhr zeigte mittlerweile 12:45 Uhr und uns blieben noch gut 15 Minuten, um den Check zu bestehen und unser Gate zu finden. Also sprinteten wir mit halb geöffneten Rucksäcken zum Flugsteig C-42. Dieser befand sich natürlich mehrere Kilometer entfernt vom Sicherheitscheck. Völlig außer Puste erreichten wir dieses Gate und strebten auf darauf zu, da vor diesem keine Passagiere mehr warteten. Als wir schon durchgehen wollten, sagte uns eine Flugbegleiterin, dass sich der Flugsteig für unseren Flug geändert habe und wir nun zu Gate C-44 müssten. Im Weiterlaufen rief sie uns noch ein „keep running“ und „good luck“ hinterher.

So angespornt mobilisierten wir die letzten Reserven und rannten zum angegebenen Flugsteig. Hier angekommen, fanden wir ALLE Passagiere VOR diesem stehend vor und auf meine Frage hin, ob man schon einsteigen könne, antwortete eine Stewardess, dass es noch ein paar Minuten bis zum boarden dauern würde. So hatten wir uns also (fast) umsonst dermaßen gehetzt, jedoch waren wir froh, dass wir den Flug überhaupt noch erreicht hatten…

 

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