Monteverde, Vulkan Arenal und Heredia

03.03.13 – 09.03.13

 

Wie bereits im letzten Reisebericht erwähnt, hatte Adem uns einen Mietwagen von Toyota besorgt, mit dem wir uns auf den Weg ins ca. 200 km entfernte Monteverde machten.

Die ersten Kilometer bestanden aus Schotterpiste, so dass es recht langsam voran ging. Dann jedoch befuhren wir eine größere, geteerte Straße bevor wir auf die „Interamericana“ kamen, die die so genannte Autobahn ist, die sich durch gesamt Mittel- und Südamerika erstreckt. Diese ist zweispurig (also für jede Richtung gibt es EINE Spur), aber in einem einigermaßen guten Zustand, so dass wir zügig vorankamen.

Irgendwann mussten wir dann leider wieder von der Interamericana abfahren und der letzte Streckenabschnitt bestand wieder aus einer Schotter. Die Piste hatte zwischendurch kindskopfgroße Steine zu bieten, so dass wir im Zickzackkurs darum herum manövrierten. So benötigten wir für die Strecke von PachaMama nach Monteverde auch vier Stunden und waren vollkommen erschlagen, als wir dort ankamen.

Auch hatten wir einen krassen Wetterwechsel zu „verkraften“ und waren von trockenen 35°C in PachaMama zu nassen 15°C in Monteverde gekommen. So fragte uns der Besitzer des Hotels, in dem wir eincheckten, auch erstmal, ob wir gerade vom Strand kämen… In unseren kurzen Shorts und T-Shirts fröstelte uns auch so ein klein wenig…

Wir kleideten uns dem Wetter entsprechend um und waren froh unsere Fleece- und Regenjacken dabei zu haben. So präpariert gingen wir zuerst in ein einheimisches Restaurant, welches wir von unserem Hotelwirt empfohlen bekommen hatten, essen. Das Essen war sehr lecker und gesättigt gingen wir auf dem Heimweg noch in einem kleinen Supermarkt vorbei, um ein paar Dinge einzukaufen.

Nach einer recht unruhigen Nacht, es hatte gestürmt und wir sind in regelmäßigen Abständen aufgewacht, fuhren wir nach einem kurzen Frühstück mit unserem Auto in den St. Elena Nationalpark.

Die Wahl fiel auf diesen Nationalpark und nicht auf den von Monteverde, weil es sich bei beiden um den gleichen Wald handelt und der von St. Elena um einiges weniger frequentiert ist. Wir hatten wieder unsere Fleece- und Regenjacken übergezogen und fuhren von trockenem, fast wolkenlosem Himmel zum Ausgangspunkt der Wanderung in ca. 6 km Entfernung. Da es sich bei der Straße auch hier wieder um eine Schotterpiste handelte, benötigten wir für die Strecke eine knappe halbe Stunde.

Auch wurde es immer wolkiger und wir stiegen bei Regenwetter aus dem Auto. Nach Verrichtung der Eintrittsgebühr suchten wir uns einen der angegebenen Wanderwege heraus und folgten diesem. Auch wenn es beständig nieselte (mit unseren Regenjacken waren wir aber -vorerst- vor dem Regen geschützt), war es sehr schön in diesem Naturschutzgebiet wandern zu gehen. Der Wald wird auch als Nebelwald bezeichnet und schnell wurde uns klar, dass dieser den Namen nicht umsonst trägt, denn es gab Streckenabschnitte, die aus einer einzigen Nebelwand zu bestehen schienen.

Wir waren auch froh, den weniger besuchten Nationalpark gewählt zu haben, begegneten uns während der gesamten Wanderung doch nur eine Handvoll weiterer Spaziergänger. Leider sahen wir nicht so viele Tiere, wie wir erhofft hatten, was aber zum einen wohl daran lag, dass wir keinen Führer nahmen, der uns diese zeigen konnte und zum anderen wohl auch den für diese Jahreszeit recht niedrigen Temperaturen. Aber nichtsdestotrotz hat uns die Wanderung sehr gut gefallen, auch wenn uns unsere Regenjacken zum Schluss doch ein bisschen im Regen haben stehen lassen!

Am nächsten Tag ging es weiter nach El Castillo, am Vulkan El Arenal, einem der zehn aktivsten Vulkane der Welt. Wir machten uns schon bei der Anfahrt darauf gefasst, dass die Hotels in dieser Region etwas teurer sein würden, als vor fünf Jahren (der Lonely Planet, den wir uns netterweise von Kati, der Besitzerin unserer ersten Unterkunft in San José, ausleihen durften, datierte von diesem Datum).

In der ersten Unterkunft, die wir anfuhren, mussten wir allerdings feststellen, dass die Preissteigerungen hier nicht wie in den von uns bisher angefahrenen Orten bei 5 – 10%  lag, sondern bei 100 – 120%!!!

Nachdem wir uns also schon damit abgefunden hatten, mehr Geld in dem hier zu beziehenden Hotel zu lassen als vorgesehen, kamen wir durch Zufall noch zu einem kleinen Gästehaus, welches von einer ehemaligen Pan-Am Stewardess geführt wurde  und nur zwei Zimmer vermietete. Zum einen war noch ein Zimmer frei und zum anderen hatte sich der Preis in den letzten fünf Jahren nicht verändert. Auch hätte man, wenn das Wetter besser gewesen wäre, einen wunderschönen Blick auf den El Arenal mit seinem Lavastrom erhaschen können. Leider war uns das Wetter nicht so wohl gesonnen und wir konnten in den knapp drei Tagen, die wir hier verweilten, nur den Fuß des Vulkans sehen.

Dementsprechend hatten wir auch bei unserer Wanderung in der „Arenal Observatory Lodge“ Regen als ständigen Begleiter in unserem Gepäck. Auch wollten uns ein paar Verbrecher mit einem kleinen Stand unmittelbar vor der Lodge fast die doppelte Menge Dollar abknöpfen, damit wir im Wald spazieren gehen könnten. Zum Glück hatte Susi darauf bestanden, noch bis zur Lodge weiter zu fahren, um dort den Wald und die Umgebung zu besichtigen.

Hier angekommen, suchten wir uns als erstes einen kurzen Wanderweg heraus, der als einer der wenigen als Schwierigkeitsstufe nicht „einfach“ sondern „schwierig“ angab. Nach einem kurzen asphaltierten Teil des Weges wurde dieser aufgrund der Regenfälle der letzten Tage immer matschiger und rutschiger, so dass unserer Meinung nach die Schwierigkeitsstufe auf „gefährlich“ heraufgestuft werden musste.

Somit entschieden wir uns anstatt den Weg, der mit ca. 30 Minuten angegeben war, nach 40minütigem Rutschen und Schlittern und ohne das Ende des Pfades gesehen zu haben, wieder umzudrehen und unbeschadet den Ausgangspunkt zu erreichen. Im Anschluss marschierten wir noch einen „einfachen“ Weg zu einem Wasserfall, besuchten noch das lodgeeigene Museum und fuhren danach wieder zurück.

Der nächste Morgen empfing uns wieder wolkenverhangen und die nächsten Tropfen fielen vom Himmel. Nach einem leckeren Frühstück war unser Ziel Grecia, ein Örtchen, welches 35 km vom Poás Vulkan entfernt lag. Das Hostel, welches wir zwecks Übernachtung auserkoren hatten, bot nur noch Platz in einem Sechsbettzimmer, worauf wir nicht wirklich Lust hatten. So fuhren wir weiter und fanden nach kurzer Suche ein Bed & Breakfast, die auch noch ein Zimmer frei hatten. Die Dame zeigte uns zuerst das Zimmer und teilte uns nach unserer Nachfrage den Preis von 45 US$ mit. Als wir schon unsere Rucksäcke aus dem Auto ins Zimmer verfrachtet hatten, kam die Besitzerin noch mal vorbei und erklärte nun, dass sie vergessen hätte uns zu sagen, dass noch die Steuern dazukämen, so dass der Preis für die Übernachtung schlussendlich bei 50 US$ läge.

Leider schalteten wir nicht schnell genug oder waren einfach zu baff, dass wir den Preis akzeptierten, anstatt der Dame zu sagen, dass wir das Zimmer dann nicht buchen wollen würden… Denn dann hätten wir sicher nur die 45 US$ zahlen müssen. Die Nacht war recht ruhig und wir freuten uns schon auf das Frühstück, welches im Preis inbegriffen war. Leider freuten wir uns zu früh… Denn als wir am Esstisch saßen und jeder als Obst ein paar Bröckchen Papaya zu essen bekam, fragte die Dame uns, ob wir Kaffee trinken wollen würden. Ich verneinte und sagte, dass ich eher einen Tee bevorzugen würde. Nachdem Susi ihr unsere Tassen brachte und in beide Kaffee gefüllt wurde, teilte Susi der Küchenfee mit, dass ich keinen Kaffe sondern lieber Tee trinken würde.

Ihre Antwort war, dass sie keinen Tee hätte. Glücklicherweise hatten wir noch Teebeutel dabei, so dass nur Wasser heiß gemacht werden musste. Dieses geschah dann auch, allerdings wurde eine Tasse gefüllt und das Wasser in der Mikrowelle erhitzt. Jetzt kam der nächste Knaller…

Die Dame fragte uns, ob wir Reis mit Bohnen sowie Rührei mit Speck essen wollten. Die Frage nach dem Rührei bejahten wir, den Speck lehnten wir ab und von Reis mit Bohnen entschieden wir uns allein für den Reis. Auch fragten wir, ob wir ein bisschen Brot haben könnten. Hierauf wurde uns mitgeteilt, dass es auch kein Brot in diesem Haushalt gäbe. Daraufhin wurde uns als erstes ein Teller mit Rührei, Reis und Bohnen –vermischt- (die aus dem Kühlschrank aus einer Tupperware in der Mikrowelle erhitzt worden waren) kredenzt. Ich eröffnete der Dame unter Erwähnen eines zurzeit nicht einwandfrei arbeitenden Magen-Darm-Traktes, dass ich keine Bohnen wolle. Was wurde mir nach Erwärmen in der Mikrowelle vorgesetzt… Dreimal dürft ihr raten…

Natürlich Rührei mit Reis UND BOHNEN… Ohne viel Aufhebens separierte ich den Reis von den Bohnen und aß diese mit dem Rührei.

Da wir nett bleiben wollten, vertrauten wir der Dame nicht an, dass das Essen eine große Unverschämtheit gewesen sei, sondern zogen wortlos mit Sack und Pack von dannen. Wir haben uns geschworen, dass wir das nächste Mal, wenn uns so etwas passiert, auch unsere Meinung zum Besten geben werden.

Unser nächstes Ziel war der Nationalpark um den El Poás, welchen wir mit dem Auto ansteuerten. Als wir losfuhren, hatten wir schönsten Sonnenschein und es war auch um 9 Uhr schon recht warm. Je mehr wir uns jedoch dem Vulkan näherten, desto schlechter wurde das Wetter, bis es durchgehend regnete. Da wir keine Lust hatten, bei der Wanderung im Nationalpark erneut pitschnass zu werden, entschieden wir uns kurzerhand umzukehren und nach Heredia zu fahren.

Als wir dort ankamen war es Mittag und wir fanden schnell ein annehmbares Gästehaus, in dem wir unterkamen. Auf unsere Frage, was man in Heredia gesehen haben sollte, wenn man als Tourist hier strandet, wurde uns der Zentralpark mit der gegenüberliegenden Kirche sowie der Supermarkt empfohlen…

Also dackelten wir zum Zentralpark, warfen einen kurzen Blick in die angrenzende Kirche und liefen danach zur Universität. Hier gab es einen schönen Park, in dem wir uns hinsetzten und ausruhten. Auf dem Rückweg zu unserem Hostel statteten wir dann auch noch dem Supermarkt eine Besuch ab.

Ansonsten hatte Heredia nicht viel mehr zu bieten, so dass wir froh waren, als wir am nächsten Morgen nach San José fahren konnten.

Hier hatte Adem uns eine Unterkunft ans Herz gelegt und auch wieder vorgebucht und zwar das Hotel Aranjuez. Wir hatten mit Toyota in Nosara ausgemacht, dass wir den Mietwagen an diesem Tag zwischen 10 und 11 Uhr wieder zurückgeben wollten und vereinbart, dass ein Mitarbeiter das Auto im Hotel abholen kommt. So waren wir pünktlich –wie es sich für uns Deutsche gehört- am Hotel und warteten darauf, dass das Auto abgeholt würde. Als um 10:45 Uhr noch immer kein Mitarbeiter da war, entschied ich mich bei der Hotline anzurufen und mal vorsichtig nachzufragen, ob noch jemand käme oder wir vielleicht vergessen worden waren.

Gedacht, getan, bekam ich bei der Hotline nach ein wenig telefonieren mitgeteilt, dass in deren Computer vermerkt sei, dass wir das Auto am nächsten Morgen (also am Sonntag, an dem wir schon auf dem Weg nach Manzanillo sein wollten) zurückgeben würden. Natürlich war auch die Berechnung auf unserem Durchschlag vom Anmieten des Wagens auf 7 Tage angegeben, was uns selbstredend erst jetzt auffiel.

Ich teilte dem Herrn am anderen Ende der Leitung mit, dass wir den Wagen schon an diesem Tag zurückbringen würden. Im Anschluss an dieses Telefonat riefen wir erstmal Adem an, der bei der Anmietung dabei war und mitbekommen hatte, dass wir das Auto am Samstag wieder zurückgeben wollten. Auch kennt er die Mitarbeiter in Nosara sehr gut, da Autovermietungen für PachaMama immer über diese Firma von statten geht. Nachdem Adem in Nosara niemanden erreichen konnte, klärte er die Angelegenheit mit der Niederlassung in Liberia. (Hier noch ein dickes, fettes DANKESCHÖN an Adem fürs Kümmern!)

Als wir das Auto bei Toyota abgaben, mussten wir gar nicht lange diskutieren. Denn der Mitarbeiter erklärte uns, dass uns natürlich nur die von uns genutzten sechs Tage in Rechnung gestellt würden. Wir staunten nicht schlecht über diesen Kundenservice und können somit nur jedem empfehlen bei Toyota ein Auto zu mieten (zumindest sofern man in Costa Rica unterwegs ist), auch wenn es ein wenig teuerer ist als andere Verleihfirmen.

Am Abend besuchten wir noch ein in mehreren Parks in San José stattfindendes Festival mit Livemusik, Kino unter Sternenhimmel und vielen verschiedenen Verkaufsständen lokaler Künstler. Am nächsten Morgen gab es ein ausgiebiges und sehr, sehr leckeres Frühstücksbuffet in unserem Hotel, welches allein aufgrund dieses Buffets nur zu empfehlen ist, bevor es dann mit dem Bus nach Manzanillo ging.

 

Zum Fotoalbum Monteverde, Vulkan Arenal und Heredia.

Zum letzten Resiebericht (Manzanillo).