San José und PachaMama

18.02.13 – 03.03.13

 

Von Rarotonga flogen wir nach Los Angeles, wo wir einen Tag verbrachten, bevor uns der nächste Flieger (mit Zwischenstopp in Houston) nach San José brachte.

Hier angekommen, passierten wir ohne Probleme den Zoll und befanden uns nun in Costa Rica. Der Cousin von Susis Mutter (Adem) hatte netterweise die Reservierung einer Unterkunft bei einer Bekannten seinerseits übernommen, zu der wir uns mit einem Taxis bringen ließen. Auch wenn mein Spanisch mittlerweile aufgrund fehlender Praxis in den letzten Jahren ein bisschen eingeschlafen ist, konnte ich dem Taxifahrer doch begreiflich machen, wo er uns absetzten sollte. Die Schwierigkeit, die bei der Wegbeschreibung zu unserer Unterkunft bestand, ist, dass man in Costa Rica keine Straßennamen hat, sondern den Ort, zu dem man gebracht werden möchte oder den man sucht, mittels markanten Orten beschreibt. In unserem Fall sagte ich dem Fahrer, dass er in dem Stadtteil am zweiten Friedhof links fahren solle und nach mehreren Metern auf der linken Seite ein blaues Tor sei, an dem er uns absetzten solle.

Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten. Angekommen, öffnete Kati uns das Tor und wir traten, nachdem wir den Taxifahrer bezahlt hatten, ein. Außer Kati empfingen uns noch ihre drei Hunde, die uns interessiert beschnupperten. Bevor wir unser Domizil für die nächsten drei Nächte bezogen, lud uns Kati in ihr Haus ein, kredenzte uns Tee und wir unterhielten uns. Nachdem wir ein paar Mal vergeblich versuchten Adem zu erreichen, um ihm mitzuteilen, dass wir gut angekommen sind, zeigte uns unsere Herbergsmutter unsere Wohnung, in der wir uns häuslich einrichteten.

Hier hatten wir alles, was wir benötigten, um uns rundum wohl zu fühlen. Angefangen von einem Kühlschrank über einen Herd, Teller, Töpfe, Tassen und Besteck, bis hin zu garteneigenen Bananen und Zitronen. Auch hatten wir einen kleinen Balkon sowie ein Bade-, ein Schlafzimmer und einen Wohn-Essbereich.

Nach einer erholsamen Nacht spazierten wir zuerst zu den nahe gelegenen Geschäften, um die Dinge für den täglichen Bedarf, sprich Essen, einzukaufen. Hier besorgten wir uns Obst, Brot, Streichkäse, Wasser, Tee, Kaffee und Plätzchen. Den restlichen Tag verbrachten wir mit ausspannen.

Am nächsten Tag bekamen wir am Vormittag eine kleine Führung von Kati durch ihren Garten. Es war schon erstaunlich, was sie dort alles anbaut und in regelmäßigen Abständen ernten kann. Hier gab es Zitronen, Zimt, Orangen, Kaffee, Mangos, diverse Kräuter, Papaya, Guave, um nur einiges zu nennen. Mittlerweile erspart sie sich die Arbeit des Rasenmähens, da sie neuerdings stolze Besitzerin zweier Schafe ist. Leider beschränken diese sich nicht allein darauf, das Gras auf eine erträgliche Höhe zu stutzen, sondern genießen auch den Geschmack der Bäume, Sträucher und Blumen, so dass Kati versucht dies mittels Drahtzäunen einzudämmen (was mehr oder weniger gut funktionierte).

Danach ließen wir uns vom Bus ins Zentrum von San José bringen. Hier galt es die Bustickets für den nächsten Tag zu kaufen. Obwohl die Straßen nach amerikanischem Vorbild wie ein Schachbrettmuster angelegt und nummeriert sind, schafften wir es zuerst in die entgegengesetzte Richtung der Busstation zu laufen. Nachdem wir allerdings in einer Bar nachgefragt hatten und uns ein, eine beträchtliche Alkoholfahne ausdünstender, Mann (ich war schon drauf und dran die Fahne in die Hand zu nehmen und damit herumzuwedeln) den Weg erklärte, war es kein Problem die Station zu finden. Auch das Kaufen der Fahrkarten für den nächsten Tag stellte kein Problem dar, so dass wir nach kurzer Zeit die zwei Tickets für den Bus, der uns am folgenden Morgen um 5.30 Uhr nach Nosara bringen sollte, in Händen hielten.

Im weiteren Verlauf erkundeten wir San José, sprich wir besuchten den „Mercado Central“ –oder das, was wir zuerst für diesen hielten-, um dort unser Mittagessen zu uns zu nehmen. Wie wir nach der Nahrungsaufnahme feststellten, taten wir das in einem kleineren, unweit des Zentralmarktes gelegenen Areal, in dem es fast ausschließlich Essensstände gab. Nichtsdestotrotz schmeckte das Menü, welches wir zu uns nahmen, sehr gut und wir gingen gesättigt von dannen. Nach einer kurzen Gehstrecke erblickte Susi einen weiteren Markt, über dessen Eingang auf einem großen Banner die Worte „Mercado Central“ zu entziffern waren. Auch durch diesen lenkten uns unsere Füße und es gab außer Essensständen auch etliche Stände mit Souvenirs, Kleidung, Schuhen, Taschen, Gewürzen, Kaffee und und und.

Dieser Markt war beträchtlich größer als der zuerst von uns in Augenschein genommene.

Etwas später schlenderten wir noch durch die Fußgängerzone von San José, bevor wir wieder in den Bus stiegen und nach Hause fuhren.

Zuhause angekommen setzten wir uns mit Kati zusammen und unterhielten uns. Da das Gespräch und das Zusammensitzen sehr schön waren, vereinbarten wir kurzerhand, dass wir das Abendessen gemeinsam einnehmen wollten. So holten wir Brot und Käse sowie Tee aus unserem Wohnbereich und Kati steuerte einen Salat sowie heißes Wasser zum Essen bei. Auch Baby, eine der Hunde, die auf Katis Gelände aufpassen, durfte ausnahmsweise mit ins Haus herein und sich zu unseren Füßen legen und bekam auch etwas zu essen. Die übrige Zeit (vor allem des Nachts) lag Baby meist entweder auf unserer Terrasse oder vor unserer Haustür. Sie ist ein bisschen verrückt, denn, wie wir von Kati erfuhren, isst sie am liebsten Clementinen. Da wir es nicht glauben wollten und konnten, stellten wir sie auf die Probe und fütterten sie mit diesem Obst. Wir staunten nicht schlecht, wie sie diese Früchte verschlang. Susi beging anfangs den Fehler und wollte ihr die Clementinenstücke hinhalten, doch nachdem ihr fast die Finger von Baby abgebissen wurden, entschied sie sich für die ungefährlichere Variante des Werfens.

Kati war am nächsten Morgen so nett, uns zum Busbahnhof zu fahren, von dem aus es dann zuerst über die „Interamericana“, die asphaltierte „Autobahn“, später über kleinere erst asphaltierte Straßen, dann über Schotterpisten nach Nosara ging. Für die 270 km benötigten wir dann auch schlappe sechs Stunden. Anfangs war es angenehm kühl im Bus, doch je länger wir fuhren, desto wärmer wurde es, so dass wir froh waren, dass Adem und Yoshi (sein 6 ½ -jähriger Sohn) uns in Nosara abholten und wir dort in einen klimatisierten Geländewagen umsteigen konnten.

Für die ca. 7 km bis nach PachaMama benötigten wir eine Fahrzeit von ca. 45 Minuten, was zum einen daran lag, dass wir noch an verschiedenen Geschäften hielten, aber auch der Tatsachte geschuldet war, dass die Fahrbahn aus Schotter bestand und eine Überholung dringend benötigte.

In PachaMama angekommen, fuhren wir direkt zum Haus von Adem und seiner Familie. Dieses befindet sich fast auf der Spitze eines Berges, was den Vorteil hat, dass man von hier einen wunderschönen Blick auf die Umgebung genießen kann. Hier kann man sowohl Wald als auch das Meer sehen. Der Wald ist allerdings nicht allzu grün und die Straßen stauben ziemlich, da momentan Trockenzeit herrscht.

Da Gaya (Adems Lebensgefährtin) noch bis dienstags auf einem Festival, dem Moondance, weilte, und Adem sich mit Yoshi das Zimmer teilte, durften wir uns in der Galerie ausbreiten. Hier schon mal eine riesiges Dankeschön an Adem und seine Lieben, dass wir bei Ihnen unterkommen und alles benutzen durften.

Ein Nachteil besteht bei dem Haus allerdings aufgrund der Lage und zwar muss man den Berg, wenn man ins Zentrum von PachaMama will, nachdem man ihn heruntergegangen ist, auch wieder erklimmen, was bei den trockenen, heißen Temperaturen wahrlich kein Spass ist…

Unsere Zeit in PachaMama war sehr schön und wir konnten neben einigen Yoga- und Meditationsübungen vor allem sehr belebende und interessante Gespräche mit Adem und seiner Familie sowie mit etlichen ihrer Freunde führen. Abends sorgte Adem immer für eine leckere, gaumenschmeichelnde sowie die anschließende flüssige (z. B. mittels eines leckeren Tequilas, damit das Essen gut verdaut würde) Verköstigung.

Mittags genossen wir meist das Essen in PachaMama Downtown, wo es zwar „nur“ vegetarische Gerichte gab, die aber immer sehr gut schmeckten. Hier sei besonders der „Veggie-Burger“ erwähnt, der wahrhaftig ein Gaumenschmaus darstellte (auch wenn die Finger anschließend ziemlich fettig waren…).

Wettertechnisch hatten wir das Gefühl, dass es mit jedem Tag wärmer und wärmer wurde. Auch zeigte sich die Sonne jeden Tag und man war froh, wenn sich mal die ein oder andere Wolke vor diese schob und uns mit Schatten erfreute.

Es gab zwar immer wieder mal einen Windhauch, der allerdings meist nicht ausreichte, zudem noch zu warm war, um uns zu erfrischen.

Am letzten Abend zog dann ein Sturm auf, der uns in der Nacht nur sehr schlecht und wenig hat schlafen lassen. Ich habe in meinem bisherigen Leben noch nie vorher so einen starken Wind erlebt. Am nächsten Morgen stellte Adem fest, dass der Sturm ein paar Schindeln seines Daches abgedeckt hatte. Ferner fiel ab 5 Uhr der Strom aus, was zur Folge hatte, dass natürlich weder Licht noch die übrigen elektrischen Geräte, allen voran der Kühlschrank, funktionierten. Glücklicherweise benutzet Adem zum Kochen einen Gasherd, so dass wir uns Brote sowie Ei in der Pfanne braten konnten.

Wie wir später erfuhren, war der Strom deshalb ausgefallen, da mehrer Bäume umgeknickt waren und der ein oder andere eine Stromleitung mit sich zu Boden gerissen hat. Ferner teilte uns Adem an einem der folgenden Tage noch mit, dass der Strom erst wieder 2 ½ Tage später funktionierte.

Zu diesem Zeitpunkt befanden wir uns aber schon mit unserem Mietwagen in St. Elena.

 

Übrigens, Spinnen und Schlangen haben wir hier noch keine erspäht, dafür aber schon Gürteltiere, Kolibris und Geier.

 

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