Siem Reap und Angkor Wat

22.10.12 – 27.10.12

 

Nach unserer anstrengenden, aber auch erlebnisreichen und beeindruckenden Motorradtour wurden wir von unserem Guide an einem von ihm empfohlenen Hotel abgesetzt, in das wir ansonsten niemals gegangen wären. Denn „The Mekong – bed and breakfast“, so hieß dieses Hotel, hatte einen Swimmingpool (der allerdings meines Erachtens nur dafür gut war, seine Füße darin zu baden) und sollte 25 $ / Nacht kosten. Uns war dieser Preis eindeutig zu hoch. Dieses erklärten wir auch unserem Guide, der indes wohl keine Lust hatte noch weiter zu fahren und eine andere Bleibe für uns zu suchen und bestenfalls auch zu finden. So diskutierte er kurz mit den Angestellten hinter der Rezeption und handelte 15 $ /Nacht ohne Frühstück (bei dem vorherigen Preis wäre das Frühstück inklusive gewesen) heraus.

Da konnten wir natürlich nicht Nein sagen, denn das Hotel war ansonsten sehr sauber und sagte uns auch von der Lage her (5 min zu Fuß zum Stadtzentrum –sofern man in solchen Städten überhaupt von einem Stadtzentrum reden kann) zu. Als Stadtzentrum bezeichne ich in diesem Fall die größte (und somit auch asphaltierte) Straße, an der unter anderem etliche Restaurants sowie Märkte, Supermärkte und Geschäfte zum Einkaufen liegen.

Was wir im Laufe der 5 Tage, die wir in Siem Reap verweilten, zusätzlich als weiteren Pluspunkt unserem Hotel zuschreiben können, sind die freundlichen und -vor allem die beiden abends diensthabenden Männer- sehr lustigen Angestellten. Mit diesen beiden haben wir oftmals, nachdem wir nach den anstrengenden Tempelbesuchen zurück in unser Hotel kamen, geklönt und uns köstlich amüsiert.

Wir fanden auch am ersten Abend ein sehr gutes (und günstiges) Restaurant, in dem es lokale Gerichte zu speisen gab. Wir fanden es, indem wir nach einem kleinen Lokal Ausschau hielten, das rote (oder blaue) –dieses hatte rote UND blaue- Plastikstühle hat und gut besucht – vor allem mit Einheimischen- war. Diese unsere Auswahlkriterien hielten mal wieder was sie versprachen und wir aßen hier sehr viele leckere Gerichte zu günstigen Preisen.

Auch besuchten wir am ersten Abend die „Night markets“, die jeden Tag von 17 Uhr bis Mitternacht geöffnet haben. Hier wird alles Mögliche an Krimskrams angeboten. Das Offerierte erstreckte sich von Schmuck über Kleidung bis hin zu Massagen.

Nachdem Susi das Schild der dargebotenen Massagen erblickt hatte, wollte sie natürlich gerne eine solche in Anspruch nehmen. Auch ist momentan noch Nebensaison, sodass die Preise der „Kneter“ sehr niedrig lagen. So ließ ich mich nicht lange bitten und wir gönnten und eine 30-minütige Fußmassage an einem Stand, der uns zusätzlich mit einem Tee verköstigte und in dessen Umgebung eine instrumentale, ruhige Musik gespielt wurde.

Bei den meisten anderen Angeboten dudelte zur Unterhaltung entweder sehr bassgeschwängerte Musik oder man wurde durch einen Fernseher berieselt.

Die Massage war sehr angenehm, allerdings merkte ich schon recht früh, dass ich auch Tage später noch etwas von der Massage haben würde. Denn der Masseur nahm leider zu wenig Massageöl für meine doch sehr großzügig behaarten Beine, so dass mir klar war, dass sich einige meiner Haarwurzeln entzünden würden (Joachim, mein persönlicher Masseur aus Püttlingen, wird jetzt bestimmt den Kopf schütteln und sich denken, was ich mich denn dort für ein paar Kröten denn in solch amateurhaften Hände begeben konnte… aber Du warst leider nicht in greifbarer Nähe, Joachim…). Trotzdem haben Susi und ich (zumindest für die Zeit der Massage) dieselbige genossen.

 

Am folgenden Tag fuhren wir nach einem ausgiebigen und üppigen Frühstücksbuffet (in unserem Hotel für 3 $ /Person…) zum Ticketschalter der Tempelanlagen von Angkor Wat, um ein Dreitagesticket zu erstehen. Wir hatten am Vortag unseren Tuk Tuk-Fahrer (für alle drei Tage) und unseren englisch sprechenden Guide (für den ersten Tag) in der Touristeninfo reserviert und wurden pünktlich morgens um 8.00 Uhr an unserem Hotel abgeholt.

Die Tempelanlagen sind sehr beeindruckend, allerdings ist der touristische Andrang auch proportional zu dem Bekanntheitsgrad und der Größe der Anlage (ca. 300 km²).

Es war sehr gut, dass wir uns für den ersten Tag einen Guide gebucht hatten, denn er konnte uns einiges über die Anlagen erzählen, ferner uns auf Pfaden führen, die nicht so überlaufen waren. Allerdings würde ich das nächste Mal einen deutsch sprechenden Guide buchen (auch wenn er ungefähr doppelt so teuer ist), denn ich habe während unserer Erkundung der Tempel die gesamte Zeit mit meiner Kamera Bilder geschossen und konnte mich (leider) das ein oder andere Mal nicht auf das vom Guide Erzählte konzentrieren. Trotzdem bekam ich noch einiges von den Geschichten, die unser immer zu Scherzen aufgelegter Khmer zu erzählen hatte, mit.

Total erschossen beendigten wir nach siebenstündigem Exkurs unseren ersten Tag in Angkor.

 

Am folgenden Tag wollten Susi und ich uns den Sonnenaufgang in den Tempelanlagen ansehen. Hierfür fragten wir am Vortag unseren Guide, in welchem Tempel es denn nicht so überlaufen sei, so dass wir recht ungestört dieses Schauspiel erleben könnten (die meisten Touris besuchen für diese schönen Minuten die Anlagen von Angkor Wat selbst und wir hatten keine Lust von geschwätzigen Chinesen und Japanern uns das versauen zu lassen). Der Khmer empfahl uns den Tempel von Pre Roup und wir verabredeten mit unserem Tuk Tuk-Fahrer, dass er uns um 4.30 Uhr an unserem Hotel abholen und zu diesem Tempel bringen sollte.

Gesagt, getan, wanden wir uns also in aller Frühe aus den Betten (die Bettdecke versuchte uns zwar noch in den Federn zu halten, aber unser Wille den Sonnenaufgang zu sehen war –zum Glück- stärker…) und unser Fahrer war auch minuziös zur Stelle um uns zu kutschieren.

Man muss sagen, es war schon etwas gruselig, in aller Herrgottsfrühe durch den Wald zu fahren und eine Dreiviertelstunde später –mit Stirn- und Handlampe bewaffnet- den Tempel zu erklimmen. Aber sowohl das frühe Aufstehen als auch das Gruseln hat sich voll und ganz gelohnt, denn die Zeit bis zum Sonnenaufgang sowie der Sonnenaufgang selbst waren in dieser Umgebung grandios und kaum zu beschreiben. Dieses ist allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass nicht wie der Guide meinte, maximal 10 Personen mit uns zusammen auf diesem Tempel das Schauspiel verfolgen würden, sondern wir sogar ganz alleine der Morgendämmerung staunend zusehen konnten.

Im weiteren Verlauf besuchten wir noch etliche kleinere und größere Tempel, bis wir –wieder erschöpft aber begeistert- uns am Mittag nach Hause bringen ließen.

Am dritten und letzten Tag der Besichtung beschlossen wir, erst am Mittag auf Tour zu gehen und noch den einen oder anderen Tempel, den wir am ersten Tag schon besucht hatten, noch mal in Ruhe anzusehen. Hierunter fiel auch die Tempelanlage von Ta Prohm, die auch etlichen unter euch bekannt sein könnte. Denn hierbei handelt es sich um die Anlage, die von etlichen Bäumen überwuchert wird und als Filmkulisse für den Blockbuster „Tomb Raider“ mit Angelina Jolie fungierte. Mit weniger Menschen als am ersten Tag ist dieses Bauwerk auch sehr viel beeindruckender.

Auch wollten wir am Abend den Sonnenuntergang genießen und entschieden uns wieder für die Tempelanlage von Pre Roup, in der Hoffnung, wieder recht ungestört zu sein. Leider wurde diese unsere Hoffnung bitterlich enttäuscht, denn mit uns hatten noch ca. 100 weitere Besucher den Gedanken sich hier den Sonnenuntergang anzusehen. Es wurde also, als die Sonne sich dem Horizont näherte fotografiert, was das Zeug hält und dabei natürlich auch geschätzt ohne Ende. Somit waren wir froh, dass wir zumindest den Sonnenaufgang ungestört hatten bewundern können.

Insgesamt waren die drei Tage der Besichtigungen der Tempelanlagen um Angkor Wat sehr imposant (wir haben natürlich auch ein paar Tourifotos geschossen –siehe Fotoalbum) und ich kann nur jedem empfehlen, wenn die Möglichkeit besteht, diese beizeiten und in der Nebensaison zu besuchen. Vor allem lege ich jedem ans Herz dann den Sonnenaufgang im Tempel Pre Roup anzusehen.

 

Am letzten Abend wollten wir dann noch typisch Khmer essen gehen und erkundigten uns bei unseren Freunden hinter der Rezeption, welches Lokal sie für einen Khmer Barbecue empfehlen könnten. Sie nannten uns mehrere und wir begaben uns dann zu einer ihrer Empfehlungen.

Das Ambiente war schon sehr fein, jeder (der Barbecue aß) bekam einen Holzkohlegrill, eingelassen in der Tischmitte, vor sich platziert. Der Randbereich der Grills wurde mit einer Brühe aufgefüllt, in den dann nach und nach Gemüse sowie Salat zum Garen gegeben wurden. Zentral (also von der Brühe umgeben) wurde dann das Fleisch bzw. der Fisch auf einer mit Löchern gespickten Metallschale gegrillt. Es gab die Möglichkeit eine Auswahl mehrerer Fleischsorten zu probieren: Hähnchen, Schwein, Rind, Krokodil und Tintenfisch. Am meisten waren Susi und ich natürlich auf das Krokodil gespannt, denn keiner von uns hatte vorher schon mal Krokodilfleisch gegessen.

Es war aber (leider oder vielleicht auch zum Glück, wer weiß das schon…) nichts besonderes, außer, dass es ein bisschen zäh war, was allerdings auch daran gelegen haben kann, dass wir es zu lange gegrillt hatten… Als Beilage gab es übrigens noch Reis (wie sollte es auch anders sein…) und Nudeln.

Insgesamt war das Essen (auch wenn wir mehr Geld für dieses Essen ausgegeben hatten, als in den vorherigen Tagen –jaja Mama, ich höre Dich schon sagen, dass wir uns auch mal etwas gönnen und nicht immer so sparsam sein sollen…) sehr lecker und auch sehr umfangreich, so dass wir im Anschluss zu unserem Hotel zurückrollten…

Im Hotel angekommen, haben wir dann mit unseren beiden Lieblingsrezeptionisten ein Foto geschossen, welches ihr auch in der Galerie bestaunen könnt (vielleicht sieht die/der ein oder andere auch noch unser immer noch im Magen befindliche üppige Nahrung…).

 

Am folgenden Tag brachen wir dann wieder in aller Frühe auf, um uns Richtung Norden (in die Nähe von Laos, unserem nächsten Ziel) zu begeben.

 

Zum Fotoalbum Siem Reap; zum Fotoalbum Angkor Wat

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