Don Det

29.10.2012 – 31.10.2012

 

Um von Kambodscha, genauer Stung Treng, hier zu den 4000 Inseln in Laos, im besonderen Don Det, zu kommen, nahmen wir mal wieder…

RICHTIG, den BUS…

Die Fahrt war allerdings unspektakulär, so dass ich hier nur ein paar Worte drüber verlieren werde. Während der Fahrt bekamen wir von unserem „Guide“ Papiere, die wir für die Einreise auszufüllen hatten. Da die Streckenverhältnisse zwar nicht so schlimm waren, wie auf dem letzten Teilstück nach Stung Treng, aber doch weit entfernt von gut, könnt ihr euch bestimmt vorstellen, wie die Schriftqualität auf den Papieren aussah.

Die Zollbeamten haben sich beim Ansehen bestimmt gedacht, dass eine Grundschulklasse kommt und sich gewundert ob des Durchschnittsalters der Klasse…

Die schlechte Schriftqualität kann aber auch der Grund sein, weshalb wir für das einfache Stempeln der Ausreise aus Kambodscha und der Einreise nach Laos noch 5 $ zahlen durften (diese geldgierigen, korrupten Beamten..).

Außerdem mussten diejenigen, die noch kein Visum hatten (zu dieser Fraktion gehörten Susi und ich glücklicherweise nicht, da wir uns, wie schon in einem vorherigen Bericht erwähnt, sämtliche nötigen Visa in Deutschland besorgt hatten), schlappe 40 $ zahlen. Der Kanadier, von dem auch schon im letzten Bericht die Rede war, durfte sogar 5 $ extra zahlen. Die Begründung hierfür bestand einfach aus einem „er sei halt Kanadier…“.

Nach dem Verrichten der „Gebühr“ durften wir per pedes die Grenze überschreiten, mussten in Laos noch ein Gesundheitszeugnis ausfüllen (wo wir die letzten 7d verbracht hatten, ob wir in dieser Zeit Fieber gehabt hatten, ob wir chronische Krankheiten hätten und regelmäßig Medikamente zu uns nehmen müssten), und konnten nach dem Verneinen sämtlicher Fragen ungehindert einreisen.

Hier bestiegen wir einen klapprigen Bus, der uns zum Anleger der 4000 Inseln brachte, wo wir ein Boot nahmen, das uns auf die Insel Don Det schipperte.

Hier angekommen schlappten wir mit Sack und Pack bestückt bei gut 35 °C, z. T. in der prallen Sonne, entlang der Ostküste nach Süden. Nach einer gefühlten Ewigkeit (in Wirklichkeit waren gerade mal 30 min vergangen) fanden wir auch schon das von uns im Vorhinein ausgesuchte Guesthouse von Madam Leeuah. Diese Anlage wird von einem deutschen Auswandere und seiner laotischen Frau betreut, die allerdings gerade dabei sind, die Anlage zu renovieren. Deshalb entschieden wir uns (auch weil man hier nur französische Plumpsklos hatte und ich nicht gewillt war, die nächsten paar Tage diese benutzen zu müssen) weiter zu gehen und uns eine andere Bleibe zu suchen.

Zum Glück ist momentan noch Vorsaison, sodass wir recht schnell fündig wurden und uns in dem kleinen, aber feinen Guesthouse von Mr. Tho für die nächsten drei Tage einmieteten. Die Bungalows stehen direkt am Mekong und der Blick geht auf eine Pagode sowie Bäume auf der gegenüberliegenden Flussseite. Auch ist ein von Mr. Tho und seiner Frau betriebenes Restaurant an die Anlage angeschlossen. Die Speisen, mit denen man hier verköstigt wird, sind sehr lecker und preislich angemessen.

Am folgenden Tag mieteten wir uns zwei Drahtesel und erkundeten sowohl Don Det, als auch die mittels Brücke zu erreichende, etwas größere Insel Don Khon. Um also die südliche Insel Don Khon mit dem Fahrrad befahren zu können, mussten wir, wie gesagt, die Brücke überqueren. Hierbei ergab sich das Problem, dass das Überfahren der Brücke für Touris mit einer einmaligen Abgabe verbunden war. Unser Reiseführer, sowie unsere Erkundigungen im Internet, sprachen hier von ca. 1 $, den man zu verreichten hätte. An der gegenüberliegenden Seite der Brücke angekommen, wollte die dortige Kassiererin von uns 25000 Kip haben. (Hierbei sei kurz erwähnt, dass 1 $ ca. 8000 Kip entsprechen, die Laoten, patriotisch wie sie sind, ihre eigene Währung bevorzugen und bei dem Versuch mit Dollar zu bezahlen einen VERDAMMT schlechten Kurs machen.)

Schon ob der doch um einiges höheren Abgabe, die wir zu verrichten hatten und des üblen Kurses, der uns von der Laotin angeboten wurde, entschieden wir erstmal wieder auf unsere Insel zurück zu fahren, dort das Geld zu einem (zumindest minimal höheren) Kurs zu tauschen und erst eine gute halbe Stunde später Don Khon zu betreten. Hier angekommen besichtigten wir als erstes eine alte Eisenbahn, die mittlerweile ausgedient hat, um zu erfahren, dass sie damals u.a. den Franzosen dazu diente, die Stromschnellen und Wasserfälle des Mekong zu umgehen.

Hiernach fuhren wir weiter zu einer Stelle mit Wasserfällen. Auch hier mussten wir wieder feststellen, dass unser Reiseführer wohl doch ein bisschen veraltet ist, denn er beschrieb nur den Weg zu den Wasserfällen (über zwei Brücken), nicht jedoch, dass man auch hier eine Gebühr zur Besichtigung derselbigen zu entrichten habe. Wie wir glücklicherweise erfuhren, war der Eintritt mit dem Erwerb des Brückentickets abgegolten, so dass wir nach dem Vorzeigen der Karten (ich hatte sie zum Glück noch nicht -erbost ob des hohen Preises- entsorgt), die Wasserfälle besichtigen konnten. Diese waren zwar schön anzusehen, bedürfen aber hier keiner weiteren Beschreibung.

Nach einer kleinen Erfrischung fuhren wir weiter gen Süden der Insel, von wo man aus Mekongdelfine bewundern kann (sofern sie gewillt sind, sich zu zeigen…). In der Zeit, in der wir am Steg standen und gebannt auf die braunen Fluten guckten, waren sie aber leider nicht so nett sich zu zeigen, wobei wir wohl auch nur einen Blick auf eine in der Ferne herausguckende Schwanzflosse hätten werfen können.

So fuhren wir also wieder nach Norden, hatten dabei das ein oder andere Hindernis (z. B. brüchige Brücken oder auf dem Weg stehende Wasserbüffel) zu meistern und nahmen ein leckeres Mittagessen zu uns. (Wir nehmen übrigens hier immer mindestens drei Mahlzeiten am Tag zu uns, so dass ich hoffe, diejenigen unter euch beruhigen zu können, die Angst haben, dass wir bald beim kleinsten Windstoß weggeweht werden…)

Als wir uns gerade an den Tisch gesetzt hatten, fing es übrigens aus heiterem Himmel an zu regnen, so dass wir froh waren just in dem Moment ein Dach über dem Kopf zu haben.

Während der übrigen Fahrzeit, sowohl vor, als auch nach dem Mittagessen, brutzelte uns die Sonne auf den Pelz und machte das Fahrradfahren nicht unbedingt zu einem Genuss.

Deshalb waren wir auch froh, als wir um 15 Uhr wieder an dem Fahrradverleih ankamen, die Fahrräder abgeben (die Besitzerin meinte noch, dass wir die Fahrräder noch bis 20 Uhr behalten könnten) und uns in die Hängematte vor unserem Bungalow legen konnten, um zu relaxen.

 

Am folgenden Tag zog es uns dann wieder weiter gen Norden nach Savannakhet.

 

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