Luang Prabang

13.11.12 – 16.11.12

 

Aufgrund der Tatsache, dass Vang Vieng weder einen eigenen Flughafen hat, noch über einen Bahnhof verfügt, entschieden wir uns spontan, die Strecke nach Luang Prabang mit dem Bus zu überbrücken.

Die Strecke führt, da der Norden von Laos recht bergig ist, durch eben dieses Gebirge. Die Fahrzeit wurde uns mit 6 Stunden angegeben (ein Minivan würde 5 Stunden benötigen) und wir entschieden uns als Abfahrtszeit für 11 Uhr. Uns wurde mitgeteilt, dass wir zwischen 10.30 und 11 Uhr abgeholt und dann zum Busbahnhof gebracht würden.

Völlig unlaotisch war der Fahrer schon 5 Minuten früher da und wir waren froh, dass wir unsere Rucksäcke schon gepackt hatten und abfahrbereit waren. Nachdem wir im Songthaews saßen, fuhren wir noch andere Guesthäuser an, um weitere Fahrgäste abzuholen.

Das nächstgelegene Guesthouse fuhren wir VIERMAL an, da die Mitreisende noch ein paar Früchte für die Fahrt in irgendeinem Shop besorgen musste, so dass ich schon fast befürchtete, dass unser Bus schon ohne uns abgefahren war. Dieses war zum Glück aber nicht der Fall und wir fanden uns alle in einem klimatisierten Bus mit ausreichender Beinfreiheit wieder.

Die Fahrt durch das Gebirge war wunderschön, allerdings war der Abgrund, den wir unmittelbar neben dem Bus erblickten, nicht gerade prickelnd. Unser Busfahrer indes fuhr sehr vorsichtig und vorausschauend, so dass wir niemals Gefahr liefen neben der Straße den Abhang herunterzufahren.

Der Nachteil, der sich jedoch aus der vorsichtigen Fahrweise des Fahrers ergab, war derjenige, dass wir uns nach den angegebenen sechs Stunden Fahrzeit noch weit entfernt von unserem Ziel befanden. Es waren schlussendlich 7 ½ Stunden, nach denen wir Luang Prabang erreichten. Auch war es nicht, wie wir erhofft hatten, noch hell, als wir ankamen. Es hatte für mich ferner den Anschein, dass der Fahrer bei Einbruch der Dunkelheit (zusätzlich begann es noch wie aus Kübeln zu regnen) noch langsamer und achtsamer fuhr und zwar weil seine Scheinwerfer allein die nächsten zwei Meter beleuchteten. Deshalb wurden auch jedes Mal, wenn ein entgegenkommendes Fahrzeug vorbeigefahren war, die Fernscheinwerfer eingeschaltet, um besser sehen zu können.

Der Vorteil, der sich bei Einbruch der Dunkelheit freilich ergab war, dass man den Abgrund neben dem Bus nicht mehr sehen konnte.

Ein bisschen gerädert ob der langen Busfahrt kamen wir im strömenden Regen am Busbahnhof von Luang Prabang an. Glücklicherweise hatten wir im Vorhinein schon ein Guesthouse reserviert und wir konnten dem Tuk Tuk Fahrer unser Ziel mitteilen. Mit uns saß auch noch eine Reisende aus Österreich in unserem Gefährt. Der Fahrer wollte von uns im Voraus die vereinbarte Geldsumme haben, wir bestanden aber darauf, dass wir ihn erst nach Absetzen an der richtigen Stelle entlohnen würden. Zähneknirschend fuhr der Fahrer los und setzte uns am angegebenen Ziel ab.

Das Guesthouse, auf das unsere Wahl gefallen war, hatten wir aufgrund einer Empfehlung der Deutschen, die wir beim Trecking in Savannakhet kennengelernt hatten, gebucht. Die Kosten für diese Bleibe waren zwar um einiges höher, als wir bisher für unsere Übernachtungsmöglichkeiten bezahlt hatten, jedoch dachten wir uns, dass wir uns auch mal etwas gönnen könnten.

So waren unsere Erwartungen bezüglich dieser Unterkunft recht hoch angesetzt. Und wie ihr euch schon denken könnt, wurden unsere Erwartungen leider enttäuscht. Denn das Zimmer, was wir bezogen, war nicht größer als der Durchschnitt unserer bisherigen Bleiben und auch nicht komfortabler. Allein am Morgen gab es ein Frühstücksbuffet, was zugegebenerweise zwar schon sehr gut war, den Preis allerdings nicht rechtfertigte. Auch ging unser Fenster auf eine Straße hinaus, auf der, wie wir am nächsten Morgen feststellten, ein (täglicher) Markt stattfand. Wir wurden also morgens (ab 4:30 Uhr!!!) zuerst von verschiedenen, motorisierten Fahrzeugen, dann von in unser Zimmer ziehendem Rauch und schlussendlich noch von einem Holz hackenden Laoten geweckt.

Wie schon vorher erwähnt, entschädigte das folgende Frühstück aber so einiges. Hier soll nicht unerwähnt bleiben, dass man, auch wenn man am Morgen isst wie ein Scheunendrescher, nicht –wie wir erhofft hatten- bis zum Abend keinen Hunger mehr hat und somit auf ein Essen verzichten könnte, sondern der Hunger sich wie immer um die Mittagszeit vehement mit knurrendem Magen bemerkbar macht.

Mit vollem Magen begaben wir uns alsdann an den Aufstieg zu einer Tempelanlage. Auch wenn wir jetzt schon seit gut sechs Wochen in Südostasien unterwegs sind, wird uns bei solchen Klettertouren nach oben immer die Luft knapp. Kurz vor dem Gipfel überholten wir dann allerdings noch einen Japaner, dem es um einiges schlechter ging als uns und wir schon befürchteten, dass wir bei diesem in Kürze unser Wissen über eine kardiopulmonale Reanimation anwenden müssten. Er schnaufte wie eine altersschwache Lokomotive, stützte sich mit beiden Armen auf, um seine Atemhilfsmuskeln zum Luftholen mitzubenutzen. Bis der Japaner jedoch oben ankam, waren wir schon auf der anderen Seite der Anlage und auf dem Weg nach unten.

Die Sonne hatte sich bis dahin übrigens noch hinter Wolken versteckt, was uns beide sehr freute, denn auch ohne diese war es schon schweißtreibend genug!!!

Oben angekommen, wurde man im Übrigen durch einen schönen Ausblick über die Stadt belohnt.

Nach Erfüllung des Pflichtprogramms, begaben wir uns auf den Weg zum Büro von Lao Airlines. Denn unser nächstes Ziel, welches wir im Verlauf unserer Reise anstrebten, hieß Chiang Mai (in Thailand) und wir hatten beschlossen, diesmal NICHT mit dem Bus zu reisen. Die Busfahrt war mit einer Dauer von 24 Stunden angegeben (man kann also noch gut ein paar Stunden dazurechnen, um auf die tatsächliche Fahrzeit zu kommen) und jeder wird somit unsere Entscheidung des Fliegens verstehen können. (Der Flug betrug im Übrigen eine Stunde.) Wir ergatterten zwei der letzten Plätze im Flugzeug und waren überglücklich, dass wir nicht die Tortur mit dem Bus vor uns hatten.

Anschließend trafen wir uns mit Theresa und Dinah, die wir ja schon in Vietnam kennengelernt hatten (diese waren damals noch mit ihren Freunden unterwegs, die allerdings schon wieder in Deutschland weilten) und gingen in ein Café, um etwas zu Trinken und zu Essen. Wir hatten die beiden übrigens ganz zufällig am Vorabend auf dem Nachtmarkt getroffen, wo die beiden gerade zu Abend aßen.

Wir freuten uns sie wieder getroffen zu haben und verabredeten uns - wie schon erwähnt- für den nächsten Tag zum Kaffeetrinken. Mit diesen beiden haben wir zusätzlich noch ein deutsches Pärchen kennengelernt, zwei Neusser, mit denen wir uns im Verlauf des Abends noch sehr nett unterhielten. Leider konnten diese am nächsten Tag nicht mit uns Kaffeetrinken gehen, da sie sich zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Weg nach Vientiane befanden (mit dem Bus… VIEL SPASS!!!).

Nachdem wir also ein Käffchen getrunken und uns ausgetauscht hatten, wollten wir noch einen Shake am Mekong zu uns nehmen. Daraus wurde allerdings nichts, denn kurze Zeit später fing es an wie aus Eimern zu schütten. Nach kürzester Zeit standen die Straßen unter Wasser, da die Kanalisation für solche Wassermassen nicht konzipiert ist (fairerweise sei aber auch gesagt, dass die Kanalisation in Deutschland diese Massen aber auch nicht schneller abtransportieren könnte). Glücklicherweise war nach ca. 20 Minuten auch schon wieder Schluß mit dem Regen und die Straßen waren nach kurzer Zeit –auch ohne Rettungsweste- wieder begehbar.

Wir gingen schlussendlich in ein Restaurant, in dem wir doch noch unseren Shake zu uns nehmen konnten. Hiernach war es dann auch schon so spät, dass man an Abendessen denken konnte und nach einem kurzen Spaziergang über den Nachtmarkt, gönnten wir uns unser nächstes Mahl. Wir bedienten uns auf dem Nachtmarkt an einen Buffetstand und schaufelten uns für knapp einen Euro die Teller so voll, dass es gerade noch nicht unverschämt aussah und füllten damit unsere Mägen.

Nach einem weiteren Verdauungsspaziergang fielen wir in einen erholsamen Schlaf.

Am nächsten Morgen liehen wir uns Mountainbikes von unserem Guesthouse aus und begaben uns auf den Weg zu einem in 15 km Entfernung befindlichen Wasserfall. 15 km hört sich an und für sich gar nicht so weit an und wenn man auch noch Mountainbikes hat, dann denkt man, dass das bestimmt eine entspannte Fahrt würde.

War es auf den ersten paar Kilometern auch, bis wir uns weiter in die Berge vorgearbeitet hatten. Auch riss der Himmel (es war bei Abfahrt bewölkt – was es meiner Meinung nach auch bis zu unserer Ankunft am Wasserfall hätte bleiben können- blieb es allerdings nicht…) auf und es wurde wärmer und wärmer. Auch wurde es, wie schon erwähnt, gebirgiger und somit auch anstrengender. Ein bisschen kaputt, aber glücklich, erreichten wir schließlich das Schild, welches uns von der Straße über eine Schotterpiste den Weg zum Wasserfall wies. Kurz bevor wir die Anlegestelle der Boote, die einen zum Wasserfall fuhren, erreichten, mussten wir uns allerdings noch mit zwei Gesellen herumstreiten, die uns für die Weiterfahrt zur Anlegestelle Wegzoll abknöpfen wollten. Susi wollte partout nicht das Geld entrichten, ich dagegen dachte mit, lieber die 25 Cent zahlen als später ohne Reifen (oder mit zerschnittenen Reifen) dazustehen… Somit zahlten wir das Geld und wurden durchgelassen (auch fanden wir unsere Räder unversehrt wieder). (Anmerkung Susi: Mir ging es nicht um die 25 Cent, sondern ums Prinzip, dass sie einem einfach nur zum Spaß Geld abknöpfen wollen. Noch dazu hatte uns unser Herbergsvater vor genau dieser Masche „gewarnt“, was Philip aber nicht gehört hatte.)

Nach dem Übersetzen stiegen wir zum Wasserfall herauf, der über verschiedene Ebenen den Berg hinunter floss. Wir haben auf unserer Reise noch nicht so viele Wasserfälle gesehen und waren von diesem sehr begeistert. Das Wasser schimmerte smaragdgrün und es gab einen Pfad, den man entlang des Wasserfalls laufen konnte. Wir starteten somit eine kleine Treckingtour, bei der wir beide sehr froh waren, feste Schuhe an den Füßen zu haben, denn der Weg war teilweise sehr unwegsam. Der Pfad führte durch einen sehr dichten Wald, den man hier auch gut als Dschungel beschreiben kann.

Auf dem Rückweg von unserer Wandertour suchten wir uns einen einsamen Abschnitt, in dem wir uns in dem kühlen Nass erfrischen konnten. Im eigentlichen Pool der Anlage wollten wir nicht schwimmen gehen, weil dieser mittlerweile so gut gefüllt war, dass das Wort ungestört hier völlig deplaziert wäre.

Irgendwann war dann die Zeit sich wieder auf den –beschwerlichen- Heimweg zu begeben. Die Sonne brannte zwischenzeitlich vom Himmel und wir waren froh wenigstens den Fahrtwind als Kühlung zu haben. Wir erklommen die Hügel, die es zu überwinden galt in einem Schneckentempo, als ob wir die 18%ige Steigung bei  Ommersheim/Ormesheim zu überwinden hätten (Isi, Guy und Dominic wissen wovon ich rede…) und kamen fix und fertig wieder an unserem Guesthouse an. (Das Foto entstand übrigens als wir den Gipfel erklommen hatten und schweißgebadet erstmal mindestens 10 Liter Wasser trinken mussten.)

Auf jeden Fall waren wir sehr froh, dass wir die Fahrradtour unternommen hatten!

 

Am späten Nachmittag trafen wir uns noch mal mit Theresa und Dinah, um in einer Bar in unmittelbarer Nähe des Flusses zu essen. Im Anschluss besuchten wir noch eine Fashionshow, auf der traditionelle Khmerkleidung dargeboten wurde (unterlegt mit europäischer Disco-Mucke) und verabschiedeten uns danach von Theresa und Dinah, da sich am folgenden Tag unsere Wege wieder trennten.

Es hat sehr viel Spaß mit Euch beiden (und vorher zusammen mit Jörg und Dodo) gemacht!!!

 

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