Savannakhet

31.10.12 – 03.11.12

 

Unser nächstes Ziel hieß Savannakhet.

Ich will euch nicht langweilen oder immer wieder das Gleiche schreiben, aber natürlich nutzten wir wieder einen Bus als Fortbewegungsmittel. Zuvor wurden wir allerdings vom Besitzer des Guesthouse in seinem Langboot an den Anleger gebracht, von wo aus wir dann einen Kleinbus nehmen sollten.

Dieser kam auch und fuhr (fast) zur vereinbarten Zeit los. Der Bus war nicht der jüngste und modernste seiner Gattung (eigentlich war er sogar SEHR alt), dafür brachte er uns aber sehr zuverlässig zu unserem Ziel. Bei der Tür des Busses handelte es sich um eine „Automatiktür“ (so war es zumindest angeschrieben), die allerdings nur von Hand zu öffnen war. Sie hatte also mit Automatik soviel zu tun wie ich momentan mit Arbeiten.

Ferner wurde die „Klimaanlage“ aktiviert, indem alle Fenster geöffnet wurden. Ansonsten war aber an dem Bus, soweit ich das zu Beginn sehen konnte, nichts auszusetzen.

Dieses wäre auch so geblieben, wenn es nicht irgendwann angefangen hätte zu regnen. Nein, der Bus war dicht und es regnete nicht herein, wie die/der ein oder andere jetzt denken könnte. Erst fiel mir auch gar nicht auf, was mich denn so störte, als es regnete und ich nach vorne zum Fahrer und auf die Windschutzscheibe guckte. Doch nach kurzem Betrachten derselbigen begann es mir zu dämmern und ich fragte mich, warum es nur einen Scheibenwischer gab und der sich auch noch auf der Beifahrerseite befindet…

Es handelte sich bei dem Bus auch nicht um einen Mercedes Benz –bekanntlich haben diese Fahrzeuge nur einen Frontscheibenwischer, wobei mir das Wissen fehlt, ob es bei von dieser Marke produzierten Bussen ebenfalls der Fall ist. Dass es nur einen Scheibenwischer gab, war wohl oder übel der Tatsache geschuldet, dass der Zweite sehr wahrscheinlich abhanden gekommen war und das Unternehmen nicht die Notwendigkeit sah, diesen zu ersetzten, denn soooo oft regnet es in Laos wohl auch nicht…

Jetzt könnte man annehmen, dass, genauso wie bei der Rallye Paris – Dakar, der Beifahrer die Strecke ansagt und der Fahrer nur zu lenken hat und nicht auf die Straße schauen muss. Leider war der Beifahrersitz mit unserem Gepäck gefüllt, so dass sich hier kein Navigator befand, der die Streckenführung ansagen konnte.

So wie es aber den Anschein hatte, kannte der Fahrer dieses Problem schon von vorherigen Fahrten, denn er ließ sich nicht beirren und fand (auch ohne etwas zu sehen) den richtigen Weg.

Im Übrigen verlief unsere weitere Fahrt bis zum Busbahnhof von Pakse ohne Zwischenfälle und Überraschungen.

An dem Busbahnhof angekommen, wurden Susi und ich herausgeschmissen und wir durften einen VIP Bus zur weiteren Fahrt nach Savannakhet betreten. Auch dieser Bus fuhr einigermaßen pünktlich ab, so dass wir die berechtigte Hoffnung hegten, noch vor Einbruch der Dunkelheit an unserem nächsten Ziel anzukommen. Wir waren übrigens die einzigen Touristen in diesem Bus.

Unsere Hoffnung des frühen Ankommens in Savannakhet büßten wir allerdings schon recht früh ein, denn nach kurzer Fahrt hielten wir auch schon wieder an, damit die einheimischen Mitreisenden sich mit Gegrilltem sowie Broten und „Sticky Rice“ eindecken konnten. Außer, dass wir schockgefrostet (nachdem die Sonne untergegangen war und die Klimaanlage weiter wie wild pustete) waren, kamen wir schließlich gegen 21 Uhr am Busbahnhof an.

Auf unserer Karte sah es so aus, als ob die Strecke zu dem von uns ausgesuchten Guesthouse nicht so weit sei, so dass wir uns dafür entschieden mit Sack und Pack dorthin zu laufen und kein –aufgrund der Abendzeit- überteuertes Tuk Tuk zu nehmen.

Leider haben wir uns da ein bisschen verschätzt und die Entfernung zu dem von uns ausgesuchten Guesthouse betrug ungefähr 4 km. Auch waren die Bürgersteige um diese Uhrzeit schon hochgeklappt und so verlassen, dass wir uns beim Laufen nicht so recht wohl fühlten.

Unbehelligt erreichten wir dann aber doch das Guesthouse, um dort zu erfahren, dass sie kein Zimmer für die Nacht frei hätten. Wir hielten es erst für einen Scherz, doch der Portier war nicht zu Scherzen aufgelegt und wir mussten unverrichteter Dinge und vor allem ohne eine Bleibe zu haben von Dannen ziehen. Die nächstgelegene Bleibe hatte am Empfang ein Schild stehen, auf dem darauf hingewiesen wurde, dass sie ebenfalls voll seien, so dass wir hier erst gar nicht mehr nachfragten, sondern zum nächsten Hotel weitergingen. Zum Glück hatte dieses ein Zimmer frei (wenn auch ein recht schäbiges) und wir mussten die Nacht nicht auf der Straße verbringen.

Nach einem kurzen Abendessen (hier erfuhren wir auch, dass die Hotels und Hostels aufgrund eines just an unserem Ankunftstag zu Ende gegangenen Festivals so ausgebucht seien) entschieden wir uns noch, in dem von uns zuerst besuchten Hostel nachzufragen, ob sie am nächsten Tag für uns ein Zimmer frei hätten. Wir handelten mit dem älteren Herren aus, dass wir am folgenden Morgen gegen 10 Uhr auf der Matte stehen sollten, es jedoch nur ein Zimmer mit Ventilator und nicht mit Klimaanlage gäbe.

So waren wir am nächsten Morgen pünktlich wie wir Deutschen nun mal sind, bei Leenas Guesthouse, wo uns sogar ein Zimmer mit AC (Air Condition) angeboten wurde. Wir sagten zuerst zu, um es uns ein paar Minuten später aber, nachdem wir erfahren hatten, dass es auch Zimmer mit AC zu einem niedrigeren Preis gäbe, wieder anders zu überlegen, denn wir haben kein Geld zu verschenken.

Die Angestellte (oder Besitzerin?) war ob unserer Sprunghaftigkeit (wohl auch ob der Tatsache, dass sie weniger Geld an uns verdienen würde) etwas missmutig und sagte uns ein wenig grantig, dass diese Zimmer allerdings erst um 12 Uhr bezugsfertig seien. Das machte uns nichts aus, wir legten unsere großen Rucksäcke ab und pilgerten erstmal zu einem Frühstückskaffee, welches uns von unserem Reiseführer empfohlen wurde. Glücklicherweise fanden wir auch das Cafe an angegebener Stelle und das Frühstück war ganz hervorragend.

Nachdem wir so gestärkt zum Hostel zurückkehrten, wurde uns wohl das schlechteste Zimmer für den neuen Preis angeboten, welches zur Verfügung stand. Auf den ersten Blick war es eigentlich nicht so schlimm, außer, dass der Deckel des Spülkastens fehlte, was uns aber nicht wirklich störte.

Den Haken an dem Zimmer bemerkten wir erst am Abend, als wir geplättet ins Bett fielen. Denn das Fenster unseres Zimmers lag in unmittelbarer Nähe der Toilette der Mitarbeiter. Die männlichen Mitarbeiter, die diese benutzten, waren zu allem Überfluss auch noch Stehpisser und eine Toilettentür ließ diese auch noch vermissen. D. h. ihr könnt euch vorstellen, welch WUNDERBARE Sound- und Geruchskulisse uns durch die Nacht begleitete. Da wir keine Lust hatten die dritte Nacht in Savannakhet in einem anderen Hotel zu verbringen oder in ein „neues“ Zimmer innerhalb dieses Hostels umzuziehen (wer weiß, was uns dort noch erwartet hätte), bissen wir unsere Zähne zusammen, stopften unsere Ohrstöpsel in Ohren und Nasen und standen auch noch die folgende Nacht –ohne bleibende Schäden davongetragen zu haben (zumindest soweit wir das subjektiv beurteilen können) - durch.

In diesem Hostel trafen wir noch einen lustigen Finnen, der seit ca. 1 ½ Jahren in Hue (Vietnam) lebt und momentan zum Erlangen eines neuen (Touristen!!!-)Visums nach Laos gereist war. Dieser erzählte uns, dass er auch die ein oder andere kuriose Situation mit Leenas Guesthouse erlebt hätte. An einem Tag wollte er ein Abendessen in dem angeschlossenen Restaurant zu sich nehmen und erfuhr, dass aufgrund des momentan stattfindenden Festivals die Küche geschlossen sei. Am folgenden Tag (das Festival war mittlerweile beendet) fragte er erneut einen Angestellten, ob er hier etwas zu Abend essen könnte, um zu erfahren, dass es an und für sich möglich wäre, er aber zurzeit keine Lust hätte zu kochen, so dass er sich doch ein anders Restaurant suchen musste…

Auch wir fragten am Abend unseres ersten Übernachtungstages nach einem Frühstück für den folgenden Morgen, denn wir wollten so gestärkt eine Trekkingtour unternehmen. Uns wurde mitgeteilt, dass das NATÜRLICH KEIN Problem sei. Allerdings war das ein Trugschluss! Denn am folgenden Morgen (es war wieder die gleiche Dame, die uns schon am Vortag griesgrämig gegenübertrat) erfuhren wir, dass es just an dem Morgen kein Frühstück gäbe. Ein Grund wurde vorsichtshalber erst gar nicht genannt…

So frühstückten wir - an einem lokalen Stand- über einem Holzkohlegrill aufgewärmte Baguette mit einer Fleisch/Omelett/Kräuterfüllung, die so scharf war, dass mir zwei Tage später noch immer die Lippen brannten. Der Grund hierfür waren die multiplen Chilischoten, die in dem Omelett eingebacken waren…

Hiernach verbrachten wir den Tag mit der Besichtigung der einzigen Salzmine von Laos, sowie einer anschließenden Treckingtour durch ein angrenzendes Naturschutzgebiet. Der lokale Guide, der uns durch den Dschungel führte, war sehr nett, hatte immer ein Lächeln auf den Lippen und versuchte die ganze Zeit uns Dinge zu zeigen und zu erklären, auch wenn der englisch sprechende Guide so schnell gar nicht mit dem Übersetzen nachkommen konnte.

Zum Mittagessen gab es lokale Spezialitäten, die wir im Wald, ausgebreitet auf einer eigens dafür mitgebrachten Plastikplane, verspeisten. Am Morgen durften wir uns die Gerichte aussuchen, was sehr gut war, denn ansonsten wäre es möglich gewesen, dass wir z. B. im Ei befindliche, gekochte Küken hätten essen dürfen…

Am Schluss der Tour stand noch der Besuch eines Dorfes auf dem Programm. Dieser Punkt musste allerdings aufgrund der Tatsache, dass die Bewohner zu der Jahres- und Tageszeit auf den Reisfeldern zur Ernte waren, leider ausfallen.

Wir waren übrigens nicht alleine auf dieser Tour, sondern hatten eine Britin sowie eine weitere Deutsche, die seit fünf Jahren in der Schweiz lebt, als Begleitung dabei. Diese beiden waren wirklich nett und wir haben uns sehr gut mit ihnen unterhalten und austauschen können. Da die beiden aus dem Norden von Laos kamen und weiter Richtung Kambodscha reisen, konnten wir ihnen ein paar Tipps für ihre weitere Reise erteilen und umgekehrt konnten wir uns Tipps für unsere weitere Reise geben lassen.

Am folgenden Tag begaben wir uns ebenfalls nach einem ausgiebigen Frühstück auf die Reise nach Thakhek.

 

Das erste Cafe, in dem wir speisten, heißt übrigens „Café Anakot“, das zweite „Lins Café“. Diese beiden sind uneingeschränkt zu empfehlen…

 

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