Vang Vieng

11.11.12 – 13.11.12

 

Wir fuhren mit einem Bus –wie auch sonst…- von Vientiane nach Vang Vieng.

Eigentlich hatten wir für einen großen VIP-Bus bezahlt. Wir wurden jedoch mit einem Minivan von unserem Hotel abgeholt. Zuerst dachten wir noch, dass wir am Busbahnhof abgesetzt würden und dort in den anderen Bus umsteigen müssten, nachdem wir aber an der Bushaltestelle vorbeigefahren waren, dünkte es uns, dass wir die gesamte Strecke in diesem Van verbringen würden.

An und für sich keine schlechte Sache, denn der Wagen ist erfahrungsgemäß schneller als der große Bus. Allerdings hatten wir das Problem, dass wir als eine der letzten eingestiegen waren und somit nur noch die letzte Sitzreihe für uns zur Verfügung stand. D. h. bei jeder Bodenwelle und bei jedem Loch, durch das wir fuhren, wären wir mit unseren Köpfen an die Decke gestoßen, wenn… wir nicht angeschnallt gewesen wären. Auch ist die Beinfreiheit in diesen Vans sehr eingeschränkt. Wir spürten also bei der Ankunft in Vang Vieng (nach nur drei Stunden) sowohl unsere Knie als auch unser Kreuz.

Wir wurden von unserem Fahrer an einem Hotel herausgelassen, dessen Angestellter auch gleich versuchte noch leere Zimmer an uns zu vermieten. Ich blieb draußen bei unseren Rucksäcken stehen und Susi begab sich in ein Zimmer, um auszuloten, ob diese den Preis wert seien. Waren sie nicht und wir machten uns auf den Weg ins Stadtzentrum.

Mit uns wollten noch ein betagteres sowie ein Pärchen unseres Alters ins Stadtzentrum. Es war auch gleich ein Tuk Tuk zur Stelle. Der Fahrer bot uns einen (wie wir im Nachhinein feststellten) recht fairen Preis an, doch da die Strecke in unserem Reiseführer sehr kurz erschien, entschieden wir uns mit dem jüngeren Pärchen die Strecke per pedes zurückzulegen. Das ältere Paar nahm das Tuk Tuk und fuhr von dannen.

Nach etwa 200 Meter Gehstrecke deuchte uns, einen Fehler begangen zu haben, da wir uns auf den Plan unseres Reiseführers verlassen hatten. Denn die Strecke, die wir vor uns sahen, nahm kein Ende, auch war laut Plan nicht eindeutig ersichtlich, wo unser angestrebtes Ziel sein sollte.

So hielten wir das nächste Tuk Tuk an und fragten den Fahrer, wie teuer es sei, zu dem von uns angegebenen Ziel zu fahren. Der Preis, der uns von diesem angeboten wurde, betrug gleich mal das Dreifache von dem, den der vorherige Fahrer von uns haben wollte. So drückten wir den Tuk Tuk Fahrer auf diesen Preis und stiegen ein. –Hier sollte erwähnt werden, dass in unserem Reiseführer zu lesen ist, dass die Tuk Tuk Fahrer in Vang Vieng die gewieftesten von ganz Laos sind und versuchen einen nach Strich und Faden zu verar... äähhhh… ich meine natürlich hereinzulegen.-

Unser Fahrer hat wohl oder übel unseren Reiseführer auch gelesen und wollte natürlich den Worten auch Taten folgen lassen.

Nach 100 Metern Fahrstrecke hielt er auch schon an und meinte, dass wir die nächste Querstraße hineinlaufen müssten und dann wären wir an unserem Ziel. Auch könnte er mit seinem Gefährt nicht in diese Straße hereinfahren. Erst nachdem wir uns vehement beschwerten (uns wollte seine Argumentation nicht einleuchten, da AUS der Straße etliche Tuk Tuk herausfuhren) und ihm die Zahlung des Geldes verweigerten, bog er schließlich doch in die Straße ein. Allerdings nur, um nach weiteren 70 Metern erneut stehen zu bleiben und uns zu verstehen zu geben, dass er nicht gewillt sei, uns auch nur einen Meter weiter zu fahren. Auch seien wir ja so gut wie an unserem Ziel.

Nach Zahlung stiegen wir also aus dem Dreirad aus und begaben uns zu Fuß weiter auf Guesthousesuche. Glücklicherweise mussten wir nicht mehr so lange suchen, bis wir eine geeignete Unterkunft fanden. Im Nachhinein war die Matratze zwar sehr unbequem, da man jede einzelne Feder –und davon gab es EINIGE!!!- beim Liegen im Rücken und den übrigen auf der Unterlage befindlichen Körperteilen spürte. Ansonsten hatten wir aber nichts an dem Hostel auszusetzen. Auch waren es nur zwei Nächte, die wir in diesem verbrachten.

 

Wir erkundeten im Laufe des übrigen Tages die nähere Umgebung und stellten fest, dass, wie im Reiseführer beschrieben, das Städtchen fast nur aus Restaurants, Guesthäusern und Kneipen bestand. Die Restaurants haben übrigens fast alle einen Flachbildfernseher, auf dem entweder Folgen von „Friends“ oder den „Simpsons“ als Dauerschleife gezeigt werden.

Die meisten Kneipen waren seit gut zwei Wochen geschlossen, da ca. eine Woche vorher eine Konferenz mit europäischer Beteiligung stattgefunden hatte, bei der sich Laos von seiner besten Seite zeigen wollte. Vor der Schließung der Kneipen wurde hier gesoffen und sich mit Drogen vollgepumpt ohne Ende, um im Anschluss so vollgedröhnt Tubing zu veranstalten. Beim Tubing lässt man sich in dem Schlauch eines LKW-Reifens den –teils doch recht reißenden- Fluss herunter treiben.

Leider sind in den letzten Jahren etliche der Verrückten, die das Tubing vollgedröhnt mitgemacht hatten, tödlich verunglückt.

Somit kann man zwar in der jetzigen Zeit auch noch tuben, jedoch nicht mehr im besoffenen oder bekifften Zustand. Wir haben uns diesen zweifelhaften Sport indes nicht angetan,

sondern am zweiten Tag die weitere Umgebung mit dem Fahrrad erkundet.

Hierbei stellte sich uns erstmal die Frage, ob wir einen Drahtesel ohne Gangschaltung, dafür mit einem Korb am Lenker, um den Rucksack zu deponieren, nehmen sollten oder doch das Mountainbike mit 21 Gängen und einer Vollfederung –dafür ohne Korb (es sähe ja auch schei… ääähh… ich meine natürlich unpassend aus), um das teilweise doch recht unwegsame Gelände zu durchradeln.

Wir entschieden uns natürlich für die Drahtesel. Auch war der Preis um mehr als die Hälfte günstiger… (unseren Titel als Sparfüchse konnten wir natürlich nicht so einfach aufs Spiel setzen…).

Als wir nach wenigen 100 Metern die asphaltierte Straße verließen, kam uns zum ersten Mal der Gedanke, ob diese Fahrräder die richtige Entscheidung waren. Aber jetzt gab es kein Zurück mehr und die Parole lautete: DURCHHALTEN!

Die Strecke, die wir fuhren, bestand zum Teil aus Schotter und zum Teil aus Sand. Unser Ziel, das wir ansteuerten war die „blaue Lagune“, ein Flussabschnitt, der seinem Namen alle Ehre machen sollte. Auch befand sich, laut Reiseführer, in unmittelbarer Nähe zu dieser Schwimmoase eine beeindruckende Tropfsteinhöhle.

Susi hatte sich im Verlaufe des Vorabends noch Gedanken darum gemacht, wie sie sich kleiden sollte um dort schwimmen gehen zu können. In unserem Reiseführer stand hierzu geschrieben, dass Frauen bitte nicht leicht bekleidet allein mit einem Bikini schwimmen, sondern aus Pietätsgründen einen Sarong und ein T-Shirt tragen sollten.

An dieser Lagune angekommen, sahen wir nur (meist europäische oder amerikanische) Mädels, die sich mit knappsten Bikinis bekleidet in das feuchte und kühle Nass stürzten (soviel zur Kleiderordnung beim Schwimmen…).

Bevor wir uns allerdings auch ein wenig erfrischen wollten, erklommen wir noch den Berg um in die Höhle zu gelangen. Der Aufstieg war schon recht beschwerlich, da sehr steil. Auf den ersten Metern innerhalb der Höhle merkten wir allerdings schon, dass es kein Spaziergang würde, diese zu erkunden. Es war so glatt, dass man sich wie auf einer Eisbahn vorkam und wir entschieden uns frühzeitig dagegen, die Höhle weiter zu erforschen, denn auf ein paar gebrochene Knochen hatten wir keine Lust.

So erfrischten wir uns in den kühlen Fluten der „blauen Lagune“, die ihren Namen zu Recht trägt.

Auf dem Heimweg über die Schotterpiste sprang Susi zweimal die Kette runter (wir hätten also doch die Mountainbikes nehmen sollen…), wobei uns einmal ein netter Tuk Tuk Fahrer mit einem Schraubenzieher unter die Arme griff und die Kette wieder auf die Ritzel setzte.

 

Ansonsten haben wir in Vang Vieng bei leckeren Shakes entspannen könne und uns die Zeit mit Scrabel spielen verkürzt.

 

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