Christchurch, Banks Peninsula und Waihi Gorge

30.12.12 – 04.01.13

 

Nach drei anstrengenden Flügen innerhalb kürzester Zeit landeten wir trotz einer turbulenten Schlussphase sicher gegen Mitternacht in Christchurch.

Hier galt es auch wieder die Hürde Zoll zu überwinden. Wie auch in Australien sollten wir angeben, was wir alles gedachten mit ins Land zu bringen. Auch hier wurden wir wieder ausgesucht die Teeblüten, die Behältnisse für den Klebereis aus Thailand und auch unsere Wanderschuhe vorzuzeigen. Sowohl bei Susi, als auch bei mir hatten sie etwas an einem der Schuhe auszusetzen. Ein weiterer Mitarbeiter verließ mit unseren Schuhen den Raum und kam nach ein paar Minuten mit den Worten, dass die Schuhe jetzt wieder kaugummifrei seien, zurück.

Wer also mal seine Schuhe desinfizieren, von sämtlichen Keimen befreien und einer Grundreinigung unterziehen lassen will, der sollte unbedingt mal nach Neuseeland fliegen. Nachdem diese Prozedur vollzogen war, wurden unsere Rucksäcke noch mittels Röntgen durchleuchtet, für gut befunden und uns wieder ausgehändigt. Die Zollabfertigung war also gar nicht so schlimm wie gedacht und so konnten wir guten Gewissens nach Neuseeland einreisen.

Vom Flughafen aus ließen wir uns von einem Taxi zu dem von uns in weiser Voraussicht vorgebuchten, in der Nähe befindlichen Campingplatz kutschieren. Hier übernachteten wir in einer Cabin auf einem bequemen Bett. Nach einer recht kurzen Nacht riefen wir am nächsten Morgen bei der Campervermietung an, um uns abholen zu lassen.

Alles lief ganz reibungslos und wir wurden wie vereinbart nach einer guten Stunde abgeholt. Easygo-Campers (so heißt die Vermietung) war uns von vorneherein um einiges sympathischer als Britz in Australien, was vor allem an der sehr netten und zuvorkommenden Dame lag, die sich sehr viel Zeit nahm, um uns alles zu erklären.

Nach den anfänglichen Erläuterungen sollten wir uns schon mal den Camper ansehen, während die Dame für uns den Campingplatz für die nächsten Tage vorbuchte. Dieses tat sie übrigens ohne dass wir sie darum gebeten hatten, sondern aus freien Stücken (ein weiterer Pluspunkt für die Vermietung). Wir gingen also nach draußen und waren über den Camper sehr erstaunt.

Es handelte sich hierbei um einen Mercedes Sprinter, der noch um einiges größer war als der Toyota, der die letzten vier Wochen in Australien als unser Zuhause fungierte. Auch war der Mercedes nicht so abgenutzt, obwohl er in etwa die gleiche Kilometerleistung auf dem Buckel hatte. Ferner handelte es sich um einen Diesel mit einem Automatikgetriebe. Wir waren also von Anfang an sehr angetan von dem Auto.

Nachdem die Dame uns dann am Auto noch die letzten Feinheiten erläuterte, wir unser im Mietumfang inbegriffenes Navi erhielten und unsere Rucksäcke verstaut waren, fuhren wir in Richtung Campingplatz, wobei wir vorher noch einen Abstecher zu einem wöchentlichen Markt machten. Hier kauften wir Obst, Gemüse und Brot ein.

Am Campingplatz angekommen, packten wir erstmal unsere Rucksäcke aus, um die Kleidung griffbereit im Auto zu platzieren. Hiernach begaben wir uns zu Fuß zum nächstgelegenen Supermarkt, um Vorräte einzukaufen. Was wir leider nicht bedachten, war, dass wir wie auch schon in Australien alles Mögliche einzukaufen hatten, um unsere Vorratskammer zu füllen. Vollbepackt mit etlichen Tüten schleppten wir uns also nach dem Einkauf wieder zum Campingplatz (wären wir doch nur mit dem Auto zum Einkaufen gefahren…). Nach dem Einkauf konnten wir uns ohne Probleme im Stehen die Fußsohlen kratzen, so lang waren unsere Arme.

Für Silvester hatten wir uns vorgenommen nach Christchurch hereinzufahren um im Hagleypark an einer öffentlichen Veranstaltung mit Livemusik das Neue Jahr zu beginnen. Da wir erstmal ausschlafen mussten, fuhren wir erst am frühen Nachmittag mit dem Bus ins Stadtzentrum.

Am Vortag hatten wir Heidi vom Tegernsee kennengelernt, mit der wir uns zusammen mit ihrem Freund Peter zwecks gemeinsamer Silvesterparty im Park treffen wollten. Wir trafen die beiden auch zum verabredeten Zeitpunkt und erfuhren, dass diese mit ihrem Wohnmobil gekommen waren. Das war Glück für uns, denn sie nahmen uns freundlicherweise wieder mit zum Campingplatz zurück. Ansonsten hätten wir laufen oder für viel Geld ein Taxi nehmen müssen, denn die letzten Busse fuhren um 23 Uhr.

Die Musik war sehr unterhaltsam, was man von Heidi und Peter leider nicht behaupten konnte. Leider waren wir nicht so vorausschauend wie die Neuseeländer. Wir hatten zwar lange Hosen angezogen und auch unsere Fleecejacken eingepackt, jedoch hätten uns unsere Schlafsäcke bei den schattigen Temperaturen, die es zu späterer Stunde in Christchurch gab, eine wohlige Wärme verschaffen können, wenn, ja wenn sie nicht im Wohnwagen gelegen hätten… So fröstelten wir um Mitternacht ein wenig und waren froh, nicht die gut 5 km zum Campingplatz laufen zu müssen.

Am nächsten Tag begaben wir uns daran Christchurch zuerst mittels eines geführten Stadtspaziergangs und später alleine zu erkunden. Der ältere Herr, der uns Christchurch nahe brachte, führte eigentlich Besucher durch die Kathedrale. Da diese aber, wie auch etliche andere Gebäude im Stadtzentrum, seit dem verheerenden Erdbeben vom September 2011 einsturzgefährdet ist, konnten wir uns glücklich schätzen, von ihm herumgeführt zu werden. Das Stadtzentrum hat übrigens einen roten Bereich, der eingezäunt ist und aufgrund der schon erwähnten, einsturzgefährdeten Häuser nicht betreten werden dar. Dieses Areal, welches wir streiften, wirkte sehr deprimierend auf uns.

Trotzdem gefiel uns Christchurch sehr gut, vor allem aufgrund des sehr schönen Parks, in welchem der botanische Garten einen Großteil der Grünfläche ausmacht. Wir besuchten auch noch das Canterbury Museum, welches viel über die Geschichte Neuseelands erklärt und unmittelbar an den Park angrenzt.

 

Am folgenden Tag fuhren wir auf die Banks Halbinsel. Diese ist südöstlich von Christchurch gelegen und an ihrer Spitze befindet sich Akaroa. Auf dem Weg zur Spitze der Halbinsel hielten wir für einen Snack im „She Chocolat“, wo der Name Programm ist. Wir bestellten beide eine heiße Schokolade (hergestellt mit echter, feiner belgischer Schokolade) und einen Schokoladen-Nuss Dessert.

Mit vollem Magen fuhren wir dann weiter. Es ging über Serpentinen entlang der Küste und später über mehrere Hügel der Touristenstraße folgend. In Akaroa angekommen, erkundigten wir uns in der Touristeninfo über  nahe gelegene Campsites. Hier bekamen wir eine Broschüre, in der mehrere dieser Übernachtungsmöglichkeiten standen. Wir suchten uns eine aus, die ca. 10 km nördlich von Akaroa gelegen war und fuhren nach einer kurzen Besichtigung des Örtchens dorthin.

Hierbei ergab sich allerdings ein kleines, aber nicht unbedeutendes Problem. Wir folgten der Wegbeschreibung und bogen nach etlichen Kilometern von der asphaltierten Straße ab und befuhren fürderhin eine Schotterpiste.

An dessen Ende befand sich aber nicht, wie von uns vermutet, die Campsite, sondern nur ein Zaun, der ein Privatgrundstück umspann. So stiegen wir aus unserem Auto aus und gingen den Weg entlang bis zum Haus des Bauern. Hier wurden wir auch von einem der Bewohner gesehen und nach kurzer Erklärung unsererseits, dass wir den Campingplatz suchten, erklärte uns der Landwirt, dass dieser schon seit ein paar Jahren nicht mehr existiere, wir uns aber an einer ebenen Stelle hinstellen könnten, um dort die Nacht zu verbringen.

Wir suchten uns also unweit des Hauses einen geeigneten Platz, an dem auch ein Wanderweg Richtung Akaroa vorbeiführte. Die Aussicht von diesem Platz war atemberaubend schön. Wir konnten in die eine Richtung bis zu einer Bucht herunterschauen und die übrigen Richtungen waren mit Feldern und Wäldern geschmückt. Soweit, so schön…

Als wir uns langsam bettfertig machten, fing es ein wenig an zu regnen. Das war an und für sich nicht schlimm. Jedoch wurde aus dem bisschen Regen ein Sturm, der uns in der Nacht ziemlich durchrüttelte, so dass wir mehrmals befürchteten, umgeweht zu werden.

Zum Glück war der Sprinter allerdings so schwer (auch bedingt durch Susis und mein Gewicht, welche wir noch hinzusteuerten…), dass wir uns am nächsten Morgen noch auf allen vier Rädern stehend wiederfanden.

Die Nacht indes war für uns um 1.30 Uhr vorerst beendet und wir hörten gut zwei Stunden Hörspiel, beteten die gesamte Zeit, dass wir nicht umgeweht würden und hofften, dass der Sturm endlich vorüber ziehe. Irgendwann konnten wir dann doch wieder einschlafen und am nächsten Morgen weckte uns herrlicher Sonnenschein, als ob in der Nacht nichts gewesen wäre. Die Wanderer, die uns beim Frühstück sahen, meinten auch unisono was für einen schönen Ausblick wir doch hätten.

Nach dem Frühstück erkundeten wir wandernderweise noch ein wenig die Gegend, bevor wir uns von der Banks Peninsula verabschiedeten und zu einer Campsite in der Waihi Gorge fuhren.

Hier angekommen verdauten wir nach dem Essen bei einem Spaziergang und bestiegen einen Hügel. Von diesem aus hatte man eine fesselnde Aussicht über die Umgebung und ich fühlte mich an den „Herrn der Ringe“ erinnert. Auf dem Rückweg zu unserem Campingplatz kamen uns zwei bullige Ochsen entgegen. Wie wir mit Schrecken feststellen mussten, lag kein Zaun zwischen uns und diesen Viechern, sondern wir teilten uns das Gras bzw. den Weg, auf dem wir gingen. So suchten Susi und ich schleunigst das Weite und umrundeten diese Tiere in einem weiten Bogen, denn auf die Hörner dieser Bullen wollten wir definitiv nicht genommen werden.

Glücklicherweise interessierten sie sich nicht für uns und wir kamen ungeschoren und mit heiler Haut davon. Wenn ich denjenigen in die Finger bekommen hätte, der diese beiden Riesen freigelassen hatte, dann…

Nach einer ruhigeren Nacht als der vorherigen, fuhren wir am nächsten Tag entspannt und ausgeschlafen zum Lake Tekapo.

 

Zum Fotoalbum Christchurch, Banks Halbinsel und Waihi Gorge.

Zum nächsten Resiebericht (Lake Gregor und Mount Cook)