Coromandel und Auckland

01.02.13 – 10.02.13

 

Es zog uns von Rotorua weiter gen Norden. Genauer gesagt, nach Nordosten, denn die nächste Stadt, in der wir rasteten war Tauranga.

Hier machten wir die Bekanntschaft mit Andrea und Miro. Eigentlich aber nicht in Tauranga, sondern in Mount Maunganui. Bevor ich aber zu dieser Geschichte komme, vorher noch ein paar Worte über Tauranga.

Als wir nach Tauranga hineinfuhren, zog es uns, wie sollte es auch anders sein, zuerst zur Touristeninformation. Hier hatten wir es mit einem sehr netten, jungen Angestellten zu tun, der uns nicht nur mehrere Orte auf einer Karte einzeichnete, an denen wir frei campen könnten, sondern uns auch noch mehrere Kneipen nannte, in denen am Abend Livemusik erschallen sollte.

Somit suchten wir uns einen schönen Platz mit Blick aufs Meer, an dem wir die Nacht verbringen wollten (und dieses auch taten).

Nach dem Mittagessen, mit der vorherig beschriebenen Kulisse im Hintergrund, entschlossen wir uns mal wieder einen öffentlichen Waschsalon aufzusuchen, um unsere Wäsche zu waschen. Hierfür bemühten wir das Internet und mussten feststellen, dass es in ganz Tauranga keinen Waschsalon gab und der nächste im 10 - 15 Fahrminuten entfernten Mount Maunganui zu finden sei.

So markierten wir uns auf einer Karte drei Geschäfte, die laut Internet diese von uns gewählte Dienstleistung anboten. Der erste Salon war recht einfach und schnell gefunden. Jedoch erklärte uns die Dame hinter dem Tresen, dass sie uns nicht versprechen könne, dass die Wäsche bis zum späten Nachmittag noch fertig würde, ferner handelte es sich hierbei um einen Waschsalon, in dem man nicht selber waschen konnte, sondern die Wäsche abgeben musste, um sie später wieder abzuholen.

So entschieden wir uns, da die Dame nicht die Sympathie in Person war und uns wie gesagt auch nicht versprechen konnte, dass die Wäsche bis zum Ladenschluss fertig würde, das nächste, die Verrichtung des Wäschewaschens anbietende Geschäft aufzusuchen.

Diese Waschstube zu finden, bereitete uns schon ein wenig mehr Schwierigkeiten, denn diese befand sich in einem Industriegebiet und das Schild, welches den richtigen Weg wies, war nicht gerade groß. Auch wurde Susi hier mitgeteilt, dass sie nur Industriewäsche annähmen und somit mussten wir unverrichteter Dinge weitersuchen.

Das dritte von uns im Stadtplan markierte Geschäft war leider unauffindbar, so dass wir uns kurzerhand entschieden zwei Passanten (eine Mutter mit ihrem Sohn) anzusprechen und diese nach der Wegbeschreibung zum nächstgelegenen Waschsalon zu fragen. Bei diesen beiden handelte es sich um die oben bereits Erwähnten, Andrea und Miro. Sie konnten uns leider auch nur den Weg zur von uns als erstes angesteuerten Wäscherei sagen. Nachdem wir ihnen mitgeteilt hatten, dass wir dort schon gewesen seien und den Dienst dort nicht in Anspruch nehmen wollten, bot uns Andrea kurzerhand an, dass wir doch mit zu ihr fahren könnten, um ihre Waschmaschine und ihren Trockner zu benutzen. Erst lehnten wir ab, da es uns einfach unangenehm war, doch nachdem Andrea das Angebot ein zweites Mal wiederholte, entschieden wir uns doch dafür.

Der Weg zu ihrem Zuhause war nicht weit entfernt und wir packten unsere Wäsche zusammen, um sie in die Waschmaschine zu stecken. In Ermangelung eines angemessenen Dankeschöns nahmen wir die einzige noch nicht angebrochene Packung Plätzchen mit, die wir noch hatten. So kamen wir in das Haus der Künstlerfamilie, die bis vor 10 Jahren für ca. 5 Jahre in China gelebt und gearbeitet hatten, um dann wieder nach „Hause“ zu kommen.

Wir hatten ein sehr anregendes und interessantes Gespräch mit Andrea und ihrem jüngeren Sohn, tranken Tee dazu und ließen uns unsere Kekse schmecken. (Ihr Mann war nicht Daheim, da dieser den größeren Sohn gerade wieder zum Studieren zurück nach Wellington fuhr.)

Nach dem Waschgang nahmen wir auch noch das Angebot des Trocknens im Wäschetrockner an, da wir nicht genug Platz gehabt hätten, um all die Wäsche in unserem Wagen oder auf der Wäscheleine zu trocknen. Während die Wäsche noch im Trockner unter Wärmezufuhr vor sich hinrotierte, erläuterte uns Andrea, dass sie noch zu einer Ausstellungseröffnung müsse, da sie für die Fashionzeitschrift, für die sie arbeite, hiervon Fotos schießen müsse. Ihr Sohn wollte sie dabei unterstützen, so dass Andrea uns alleine in ihrem Haus zurückließ.

Sie erklärte uns noch, dass sie keine Angst hätte, dass wir das Haus auf den Kopf stellen würden, uns wie zu Hause fühlen sollten und sagte, wenn die Wäsche fertig sei und wir nicht mehr darauf warten wollten, bis die beiden von der Eröffnung zurück seien, wir einfach die Terrassentüren zuziehen sollten.

Uns war natürlich klar, dass wir so lange bleiben würden, bis diese wieder zurück wären, um damit wenigstens unsere Dankbarkeit, dass wir Waschmaschine und Trockner benutzen durften, auszudrücken.

Glücklich doch noch an diesem Tag unsere Wäsche wieder gesäubert bekommen zu haben (und das noch zu diesem günstigen Kurs), verabschiedeten wir uns später von den beiden und fuhren wieder nach Tauranga zurück.

Am Abend gingen wir dann noch in die Stadt, um in einer der angegebenen Kneipen der Livemusik zu lauschen. Hier entschieden wir uns für den Irish Pub. Hier spielte eine Gruppe Coverlieder, unter anderem von den Rolling Stones, Kings of Leon oder ACDC. Und sie machten ihre Sache richtig gut, so dass wir länger dort verweilten, als ursprünglich geplant. So konnte Susi auch ihrem Bewegungsdrang nachkommen und auf den Rhythmus der Musik ihre Hüften schwingen.

Am nächsten Morgen fuhren wir dann nach Waihi, wo ein älterer, von seinem Job sehr begeisterter Herr in der I-Site Susi eine Wanderung ans Herz legte, die an einem kleinen Flüsschen unweit dieser Stadt startete. So enthusiastisch wie der Herr uns von der Wanderung erzählte, blieb uns natürlich nichts anderes übrig, als sie auszuprobieren. Wie fuhren also zum Ausgangspunkt des Weges, wobei es sich um einen Parkplatz handelte.

Hier ergatterten wir den letzten noch freien Stellplatz. Wir befürchteten schon, dass die Wanderung genau so voll sei, doch wurden wir positiv überrascht, denn es gab verschiedene Wege, die man beschreiten konnte, sodass sich die ganzen Leute recht gut zerstreuten.

Die Wanderung führte uns durch Tunnel (die so lang und finster waren, dass man ohne Taschenlampe verloren gewesen wäre) an deren Decken Glühwürmchen als einzige Lichtquelle fungierten (von Licht spenden kann man hierbei aber nicht sprechen). Auch ging es auf dem zweiten Drittel der Wanderung recht weit nach oben, sodass man einen schönen Ausblick über die Umgebung und die Schlucht zum Bach / Fluss genießen konnte (dafür war aber der Aufstieg auch recht anstrengend). Nach ca. 3 Stunden waren wir dann wieder am Ausgangpunkt, dem Parkplatz angelangt und beschlossen bis nach Whangamata zu fahren, um dort zu übernachten.

Am folgenden Tag wollten wir zum Hot Water Beach. Hier verhält es sich folgendermaßen: jeweils zwei Stunden vor und nach der Ebbe kann man an diesem bestimmten Strand mittels Spaten eine kleine Grube graben, um die natürlichen heißen Quellen zu nutzen und sich so ein Wärmebecken buddeln. Wir kamen am Nachmittag am Top 10 Campingplatz an und hatten vorher schon in Erfahrung gebracht, dass die Ebbe an diesem Tag um 19.30 Uhr sei (und am folgenden Morgen um 7 Uhr). Somit beschlossen wir am Ankunftstag gegen 17.40 Uhr zum Strand zu pilgern (mit geliehenem Spaten, bekleidet mit Badehose / Bikini und T-shirt).

Am Strand angekommen, mussten wir feststellen, dass das Platzangebot für den Andrang der Buddler nicht ausreichend und die heißen, am Boden entlang fließenden Ströme, nicht für jeden freizulegen sind. Auch regnete es während der Zeit, was sich allerdings dahingehend als Vorteil erwies, dass sich eine Familie nach einer knappen Stunde entschied, ihren Pool zu verlassen und diesen uns übergab.

So setzten wir uns ins gemachte Nest, mit dem Nachteil, dass das Wasser natürlich auch „gebraucht“ und ein bisschen abgestanden war. Ferner muss man darauf achten, dass man ein gesundes Maß zwischen dem erhitzen Quell- und kalten Meerwasser findet, denn an dem heißen Wasser kann man sich mitunter verbrühen. Als wir sowohl von unten als auch von oben durchnässt waren, begaben wir uns wieder auf den Heimweg und entschieden, da die Wetteraussicht für den kommenden Morgen ebenfalls Regen vorausgesagt hatte, nicht noch mal unser Schaufelglück auf die Probe zu stellen.

Stattdessen begaben wir uns am nächsten Tag zum 30-minütigen Spaziergang zur Cathedral Cove (nördlich des Hot Water Beach). Es ist eine natürliche, vom Wasser geformte Höhle in Form eines Rundbogens (von den Kiwis als Kathedrale interpretiert –das Kind braucht halt einen ansprechenden Namen…).

Unser Weg führte uns weiter nach Coromandel Stadt (wobei die Bezeichnung „Stadt“ hier nicht im Sinne der heimischen Bedeutung zu verstehen ist, denn es handelt sich eher um ein niedliches Dorf…). Um hierhin zu gelangen, wagten wir den kürzesten Weg. Dieser war –wie wir nach den ersten paar gefahrenen Kilometern feststellen mussten- leider nicht geteert, sondern bestand aus rotem Schotter. Durch die Regefälle der vergangenen Tage, hatte sich die Straße in eine teils schlammartige, glitschige Matschpiste verwandelt. Ursprünglich war unser Auto weiß, nach der Benutzung dieser Straße, hatten wir dieser sterilen Farbe viele rotbraune, dem Stil des Actionpaintings entsprechende Farbtupfer hinzugefügt. Hierdurch hatte das Auto jetzt seine eigene Susi-Philip Note und war unverwechselbar geworden.

Nach Erkundung der Umgebung zog es uns nach Thames, von wo aus wir auf eine wunderschöne, aber auch anstrengende Wanderung zu den „Pinnacles“ aufbrachen. Diese Pinnacles unterschieden sich insofern von denen in Australien, dass es sich hierbei um Bergkuppen vulkanischen Ursprungs handelt. Der letzte Teil des Aufstiegs wurde zu einer richtigen Kletterpartie.

Zuerst stieg man etliche Treppenstufen empor, um später noch einige Felsformationen im Stile eines Reinhold Messners in seinen besten Zeiten zu bezwingen. Dafür wurde man am Gipfel mit einem umwerfenden Panorama belohnt. Den Rückweg ging es dann dementsprechend (fast) nur noch bergab, wobei dieses selbstredend sehr auf die Kniegelenke und Wadenmuskulatur ging. Nach dieser fast sechsstündigen Wanderung meinten unsere Waden sich die nächsten Tage bei jedem Schritt melden zu müssen.

Unser nächstes Ziel war Auckland. Hier angekommen, entschlossen wir uns jedoch nicht dort zu übernachten, da die einzigen Übernachtungsmöglichkeiten auf kostenpflichtigen Campingplätzen möglich gewesen wären. Stattdessen wurde uns eine Bucht ca. 40 km nördlich von Auckland empfohlen. Wir fuhren also zum „Gulf Harbour“ und suchten uns einen schönen Platz mit Blick aufs Meer und die Skyline von Auckland. Dieser Platz war besser als jeder Stellplatz, den wir in Auckland hätten bekommen können.

So genossen wir hier den wunderschönen Sonnenuntergang, sowie die langsam in einem Lichtermeer aufgehende Skyline von Auckland.

Am nächsten Tag war es verdammt warm, so dass wir außer einem kurzen Spaziergang nicht viel unternommen haben, sondern stattdessen unsere Stühle in den Schatten stellten, unsere Bücher zur Hand nahmen und lasen. Als wir später kochen wollten, machte uns unsere Gaskartusche einen Strich durch die Rechnung, indem sie leer werden musste. So blieb uns nichts anderes übrig, alszu einer Tankstelle zu fahren und dort diese wieder auffüllen zu lassen. Es war schon ein bisschen ärgerlich, dass das gerade einen Tag vor der Abgabe des Camper passieren muss, aber leider ließ sich daran nichts ändern. Und unser Essen wollten wir auch nicht kalt zu uns nehmen.

Am Samstag brachten wir dann unseren Camper wieder zurück und die Abgabe gestaltete sich völlig problemlos. (Hier noch ein dickes DANKESCHÖN an Steffen Weißflog von globalcampers.de, der uns diese Firma und den dazugehörigen Campervan vermittelt hat!) Auch wurden wir als Inclusiveservice vom Abgabeort des Campers zu unserer Unterkunft in Auckland chauffiert.

Die Unterkunft hatten wir ein paar Tage vorher im Internet gebucht. Es war das Bamberhouse, welches auf dem Mount Eden gelegen ist. Dieses Backpackerhostel ist super und kann von uns uneingeschränkt weiterempfohlen werden. Wir mussten uns zwar die Bäder teilen, da es dort kein Zimmer mit integriertem Bad gibt. Die gesamte Unterkunft (einschließlich der Bäder) war sehr sauber und auch die Lage ist hervorragend. Man kann von hieraus innerhalb von 20 min auf den Mount Eden steigen, um einen wunderbaren Blick über gesamt Auckland zu erhalten. In die Stadt kann man entweder laufen, was ca. 30 min in Anspruch nimmt oder mit dem Bus fahren.

Den letzten Tag in Auckland und somit auch auf Neuseeland, nutzten wir um die Einkaufsstraße entlangzuflanieren und im Anschluss im Park zu relaxen, um uns mental auf den kommenden Flug nach Rarotonga vorzubereiten.

Insgesamt muss gesagt werden, dass Neuseeland ein phantastisches Land ist und jeder, der noch keinen Fuß auf diese grüne Insel gesetzt hat, dieses unbedingt noch auf seine Liste der zu erledigenden Dinge im Leben setzen MUSS!!!

 

Und für uns hieß es jetzt: auf zum Entspannen nach RAROTONGA!

 

Zum Fotoalbum Coromandel und Auckland.

Zum nächsten Reisebericht (Rarotonga).