Motueka und Abel Tasman Nationalpark

18.01.13 – 21.01.13

 

Von Nelson zog es uns nach Nordwesten in die Stadt Motueka. Bevor wir zur von Ilka und Clinton empfohlenen (an dieser Stelle ein dickes DANKESCHÖN dafür an die beiden) und vorgebuchten Zweitages-Kajaktour im Abel Tasman Nationalpark aufbrachen, verbrachten wir noch zwei Tage in Motueka (von wo aus auch die Kajaktour startete).

Den 18. nutzten wir dazu, um uns auf dem Top 10 Campingplatz einen Stellplatz zu sichern, um mal wieder unsere Strom verbrauchenden Geräte aufzuladen und die Vorzüge eines voll ausgestatteten Campingplatzes zu nutzen. Wir suchten also unsere Wäsche zusammen, luden hiermit die Waschmaschine und unterzogen uns auch mal wieder einer etwas ausgiebigeren Duschprozedur, als das kurze Wasser über den Körper fließen lassen, in unserem Mercedes.

Nach dem Aufhängen der Wäsche begaben wir uns auf einen Spaziergang, der uns entlang einer Bucht führte, von der man einen sehr schönen Blick auf Nelson erahnen konnte (möglicherweise war es auch eine andere Stadt, die dort auf der gegenüberliegenden Buchtseite zu sehen war…).

Da wir nicht den gleichen Weg wieder zurückgehen wollten, entschieden wir uns an der Straße und somit durch das Zentrum (sofern man bei dem Städtchen Motueka von einem Zentrum sprechen kann…) oder zumindest der Hauptsraße, an der sämtliche Geschäfte Motuekas gelegen sind, zurückzugehen. Es erwies sich als glückliche Fügung, dass wir diesen Rückweg gewählt hatten, denn so kamen wir an einem kleinen, unscheinbaren Kiwigut vorbei, welches auch Stellplätze für Camper anbot.

Kurzentschlossen (wir hatten glücklicherweise bisher erst eine Nacht auf dem teuren Top 10 gebucht) gingen wir zur Rezeption und sicherten uns für die nächste Nacht einen der drei Stellplätze auf dem Gut.

Am nächsten Morgen fuhren wir in den oben bereits erwähnten Nationalpark, um dort wandern zu gehen. An der Abzweigung zur von uns angepeilten Wanderstrecke (die noch 11 km entfernt war) stand auf einem Schild, dass es nicht empfohlen wird diesen Schotterweg aufgrund seiner geringen Breite und seiner Steigungen und Gefälle mit einem Camper zu befahren. Somit entschieden wir uns, unseren Camper auf einem nahe gelegenen Parkplatz zu parken und einen Teil der Schotterpiste zu erwandern und auf die eigentlich von uns herausgesuchte Wanderung zu verzichten.

Nachdem wir etwa einen Kilometer an der Piste entlang gewandert waren, hielt neben uns ein netter Holländer in einem silbernen Toyota und fragte, ob er uns mitnehmen könne. Nachdem er uns erklärt hatte, dass er die gleiche Wanderung wie wir marschieren wolle, ließen wir uns nicht lange bitten und stiegen ein. Es dauerte eine geraume Zeit, bis wir an den Startpunkt der Wanderung angekommen waren, denn die Straßenverhältnisse waren wahrhaftig schlecht und somit wirklich nichts für Camper. Wo Susi und ich unsere Wanderschuhe anhatten, zeugte Martin mit seinen Flip-Flops über eine sehr gute Vorbereitung hinsichtlich der Wanderung. Die Wegstrecke war –zumindest den längsten Teil der Strecke- auch wahrlich gut mit diesem Schuhwerk zu begehen. Nur das letzte Teilstück war etwas unwegsamer, so dass unser Holländer hier auch einmal mit seinen Flip-Flops hängen blieb und kurzzeitig unbeschuht weiterging. Am Ende der Wanderung wartete eine SEHR SEHR tiefes Felsloch namens „harwoods hole“ auf uns. Dieses konnten wir zwar von oben nicht bis auf den Boden einsehen, als wir einen Stein in den Schlund warfen, hörten wir seinen Aufprall allerdings erst nach knapp 10 Sekunden…

Nachdem wir wieder am Auto waren, nahm uns Martin netterweise wieder mit zu unserem Auto.

Von hieraus fuhren wir zu der Kiwiplantage, auf der wir, wie schon oben erwähnt, unsere nächste Nacht verbringen wollten –und dies auch taten.

Am nächsten Morgen hieß es dann früh aufzustehen, um zum Startpunkt unserer Kajaktour zu kommen. Hier angekommen wurden wir mit Sally (unserem neuseeländischen Guide für die Tour) sowie Helen (einer Australierin) mit ihrem Mann Nick (ein vor ca. 30 Jahren nach Australien ausgewanderten Neuseeländer) und Alison sowie ihrem Neffen Simon (zwei Briten; sie vor mehreren Jahren nach Neuseeland ausgewandert, er zwecks „work and travel“ bei der Tante) bekannt gemacht. Nachdem sodann die Formalitäten erledigt waren, wurden wir von Sally hinsichtlich des Packens der Boote mit unseren Habseligkeiten, der notwendigen Accessoires (Schwimmweste und einem Minirock ähnelnden Isolierungsring zwecks Verhinderung des Flutens des Bootes), des Verstauens der Fressalien und nicht zuletzt der richtigen Sitzposition instruiert. (Die für die Übernachtung notwenige Campausrüstung befand sich schon in den Booten, so dass wir diese nicht noch zusätzlich platzieren mussten.)

Hiernach verfrachteten wir die Boote auf einen Anhänger, nahmen im vor dem Anhänger stehenden und mit diesem über eine Anhängerkupplung verbundenen Bulli Platz und wurden von Sally zum Meer kutschiert.

Hier angekommen, erhielten wir noch eine kurze Einführung in die Problematik des Kajakfahrens. Uns wurde gezeigt, wie wir die Paddel zu halten hatten und erklärt, wie wir uns verhalten sollten, falls der sehr, sehr seltene Fall eintrete, dass unser Boot kentert. Wenn es dazu käme, so sollten wir als erstes die Ruhe bewahren, als zweites die „Reißleine“ an unserem „Minirock“ ziehen und als drittes Sally ein „alles OK“ geben.

Das Wichtigste sei allerdings die Zeit unter Wasser zu GENIESSEN!!! (Wie man es genießen soll, wenn man gerade dabei ist zu ertrinken, hatte ich zwar nicht ganz verstanden, aber die Kajaks seien ja so gut wie unsinkbar, so dass ich hoffte, erst gar nicht in die Verlegenheit zu kommen, unbeabsichtigt mit meinem Kopf unter Wasser zu kommen und dieses dann genießen zu müssen.)

So vorbereitet, bestiegen wir unsere Boote. Susi und ich, also Deutschland 2, gingen mit der Startnummer 26 ins Rennen, Helen und ihr Mann (Australien 2) mit der 24, Alison und ihr Neffe (Großbritanien 2) mit der 21 und Sally (Neuseeland 1) mit der 55.

Sally, die ja alleine im Boot saß, fuhr außer Konkurrenz. Wie sich schnell herausstellen sollte, fuhren auch Helen und ihr Mann außer Konkurrenz, allerdings aus einem anderen Grund als Sally; sie waren einfach nicht eingespielt genug und mussten sich das ein oder andere Mal von Sally an die Leine nehmen lassen. Solcherart fielen sie natürlich durch unlauteren Wettbewerb aus demselbigen heraus.

Alison und ihr Neffe dagegen stellten sich als würdige Gegner heraus.

Wir legten nach einer kurzen Aufwärm- und Eingewöhnungsphase eine erste Kaffeepause nach ca. 1 ½ Stunden paddeln an einem blütenweißen Sandstrand ein. Den zu diesem Strand führenden Zwischensprint (mit Wertung) konnten Susi und ich knapp vor Großbritanien 2 für uns entscheiden. Um es vorwegzunehmen, konnten wir auch die beiden weiteren Sprintwertungen zur Mittagspause und zum Nachtlager, wenn auch bedenklich knapp, allesamt für uns gewinnen, so dass wir mit einem hauchdünnen Vorsprung in die zweite Etappe am Folgetag gehen konnten.

Hier mussten wir allerdings unserem Tempo vom Vortag Tribut zollen und Simon mit seiner Tante (die an diesem Tag, genau wie wir die Plätze getauscht hatten) in den ersten zwei Zwischenwertungen den Vortritt lassen. Somit kam es also auf die letzte Wertung an diesem Tag an. Hier sei noch erwähnt, dass wir einen Vorteil gegenüber den beiden Briten hatten, denn für uns war an diesem Tag die Kajakfahrt beendet, die beiden anderen hatten noch einen dritten Tag des Kajakfahrens vor sich.

Somit konnten wir die letzte Wertung um haaresbreite gewinnen, mussten allerdings unseren Sieg mit Blasen an den Händen bezahlen, was wir jedoch gerne hinnahmen, wurden wir doch mit einem Motorboot wieder an den Ausgangpunkt zurückgefahren und konnten unsere Hände in den nächsten Tagen Ruhe gönnen.

Ansonsten konnten wir die Kajakfahrt in vollen Zügen genießen. Das Wetter war in den zwei Tagen so gut, dass es besser hätte nicht sein können. Die Sonne brannte die gesamte Zeit vom Himmel, so dass wir froh waren zum einen unsere Mützen dabei zu haben und zum anderen unsere Arme mit Stoff unserer langärmligen T-Shirts schützen zu können. Auch wurden die restlichen, der Sonne ausgesetzten Körperteile, mit Sonnencreme vor derselbigen geschützt.

Die Strände, die wir anfuhren, waren traumhaft. Weiß wie in der Südsee und die meisten (fast immer) menschenleer. Auch hatten wir eine Rundumverpflegung gebucht, so dass wir diverse Kuchen sowie ein Abendessen genießen konnten und dafür keinen Handschlag tun mussten. Während der Tour erklärte uns Sally noch einiges über die Umgebung und fuhr mit uns an Stellen, wo uns Pinguine, Seelöwen und etliche Vögel mit ihrer Anwesenheit beglückten.

Diese Tour hat uns verdammt viel Spaß bereitet (zwei Tage hintereinander Kajak fahren war aber für den Anfang auch ausreichend) und wir haben viel gesehen.

Nur die Sitzerei im Kajak ging uns am Ende etwas auf die Nerven (wir sind halt doch welche, die lieber Laufen und sich so körperlich anstrengen, als die ganze Zeit sitzend zu verbringen…).

Auch das Preis-Leistungsverhältnis bei seakayaknz.co.nz war vollkommen OK, so dass wir diese uneingeschränkt weiterempfehlen können.

 

Zum Fotoalbum Motueka und Abel Tasman Nationalpark.

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