Oamaru und Dunedin

07.01.13 – 09.01.13

 

Vom Mount Cook rollten wir zuerst nach Süden um die Städte Twizel und Omarama zu durchqueren, bevor wir nach Südosten abbogen und uns Richtung Oamaru begaben.

Allein die Fahrt nach Oamaru war schon aufgrund der schönen Landschaft ein Erlebnis. Hier angekommen, fielen uns direkt die alten Gebäude auf, die aus dem für die Umgebung berühmten Sandstein gefertigt waren.

Nachdem wir unser Auto auf einem Parkplatz abgestellt hatten, besuchten wir als Erstes einen Buchladen, der Bücher aus zweiter Hand verkaufte. Hier fand ich ein neues gebrauchtes Buch und wir konnten zusätzlich unsere beiden Bücher der Dame zum Verkauf anbieten. Für Susi fanden wir dann auch noch ein „neues“ Buch, allerdings in einem anderen Laden, der aber auch second hand Bücher feilbot.

Nach einer kurzen Besichtigung der Touristeninfo erkundeten wir die Stadt mit seinen Geschäften, um ein geeignetes Café zwecks Einnahme eines Cappuccinos und eines Stück Kuchens zu finden. Wir hatten gerade mit dem Suchen begonnen, als es auch schon anfing zu regnen. Eigentlich müsste man eher das Wort „schütten“ für den Regensturz, der vom Himmel kam, benutzen, so dass wir uns schnell für ein ansprechendes Kaffeehaus entschieden. Der Regen inklusive Gewitter wurde, wir hatten gerade das Café betreten, sogar noch stärker, so dass man befürchtete, die Welt würde untergehen.

Wir waren glücklich über unsere Wahl. Nicht nur, dass wir nicht nass wurden, zudem bekam ich einen Cappuccino mit einer Kakao- und Susi einen mit einer Zimthaube kredenzt. Auch teilten wir uns einen Schoko-Banane-Mascarpone-Muffin sowie ein Stück Karamellkuchen. Leider war der Kuchen nicht so gut wie er aussah, dafür schmeckte der Muffin sehr lecker. Selbstredend schmeichelten die Cappuccino unsere Gaumen.

Nachdem wir gestärkt waren, begaben wir uns (auch der Regen hatte so plötzlich wieder aufgehört, wie er begonnen hatte) zurück zu unserem Auto und fuhren einen einfachen Zeltplatz zwecks Übernachtung an. Auch dieser war wunderschön gelegen, wie die meisten der Department of Conservation (DOC) Campsites.

Am nächsten Morgen stoppten wir auf dem Weg nach Dunedin am Strand von Moeraki, um die dort gelegenen Steinbrocken – auch Moeraki boulders genannt - zu besichtigen. Diese sind aus dem Grund besonders, da sie bezüglich ihrer Form aussehen wie Schildkröten bzw. Schildkröteneier. Auch ihre schiere Größe ist schon beeindruckend.

Auch Dunedin hat sehr viele schöne, alte Gebäude zu bestaunen. Eines der meist fotografierten Gebäude Neuseelands steht ebenfalls in dieser Stadt. Hierbei handelt es sich um den Bahnhof, der, als er Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, einer der frequentiertesten seiner Zeit war. Heute besteht seine Aufgabe mehr darin, als Touristenattraktion zu fungieren, als Passagiere oder Gut zu transportieren.

Auch besuchte ich hier mal wieder einen Friseur, um meine Haare kürzen und Schnitt hereinbringen zu lassen. Die Friseurin war sehr redselig und so erfuhr ich einiges über die Neuseeländer, musste aber im Gegenzug auch ihr die ein oder andere Frage, die ihr auf der Zunge brannte, beantworten. Am Ende war ich mit meinem neuen, alten Schnitt zufrieden, auch wenn die Dame das ein oder andere lange Haar vor lauter Reden vergaß abzuschneiden. Also musste Susi abends noch ran und die vergessenen Zotteln abschneiden.

Dunedin hatte noch einen großen Vorteil, denn wir durften dort (da wir ja sowohl Klo als auch Dusche an Bord haben) frei campen. Die einzige Einschränkung war, dass in einem Umkreis von 50 m kein weiterer Camper stehen darf. Das war nicht weiter schwer und so fanden wir einen schönen Schlafplatz direkt im Zentrum, angrenzend an einen Park (und das auch noch kostenfrei!!!).

Beim Friseur hatten wir uns erkundigt, ob sie eine Aktivität bzw. eine Kneipe oder etwas Ähnliches für den Abend empfehlen könnten. So gingen wir am Abend in eine irische Kneipe, denn hier sollte Livemusik gespielt werden. Wir bestellten uns jeder ein alkoholhaltiges Getränk (das Erste seit langem), unterhielten uns und warteten darauf mit Livemusik beglückt zu werden. Als es nach geraumer Zeit nicht so aussah, als ob in absehbarer Zukunft diese starten sollte, fragte Susi kurzerhand einen der Kellner. Dieser antwortete gelassen, dass die Musiker eigentlich um 20 Uhr ankommen sollten, da es aber mittlerweile eineinhalb Stunden später war, würden sie wohl nicht mehr auftauchen.

So verließen wir diese Bar und streiften noch ein bisschen durch die Stadt bevor wir unser Auto aufsuchten, um uns ins Bettchen zu begeben.

Am nächsten Morgen erkundeten wir auf unserem Weg gen Süden noch die an Dunedin angeschlossene Otago Halbinsel. Hier unternahmen wir einen kleinen Ausflug entlang eines unter Naturschutz stehenden Strandes, der den Namen „sandfly beach“ trägt. Hier ist es oftmals windig und es fliegt viel Sand durch die Luft, deshalb der Name. Es ging zuerst zu einem Aussichtspunkt, von dem aus man den Strand überblicken konnte. Danach begann der Abstieg, der sich sehr lustig gestaltete, denn man rutschte mehr den Sandhang herunter, als dass man lief. Unten angekommen, gingen wir entlang der Wellenausläufer auf relativ festem Boden bis fast ans Ende der Bucht.

Hier erspähte Susi als erste den am Strand faulenzenden Seehund. Ich dachte zuerst, dass dieser tot sei, doch nach kurzer Zeit bewegte dieser seine Flossen und somit war klar, dass es sich um ein lebendes Exemplar handelte. Schnell wurden ein paar Fotos von diesem geschossen und dann ließen wir ihn auch schon wieder in Ruhe. Leider waren nicht alle Besucher so rücksichtsvoll wie wir, denn kurze Zeit später erblickten wir (mittlerweile schon wieder auf dem Rückweg) eine Familie mit zwei Kindern, die sich zum einen auf wenige Meter dem Seehund näherten und zudem noch zwischen diesem und dem Meer entlang bis ans Ende der Bucht gingen, um weitere auf den Steinen relaxende Exemplare dieser Gattung zu stören.

Wie wir gelesen hatten, sollte man sich den Tieren nicht zu sehr nähern und vor allem nicht den Weg zum Meer versperren bzw. zwischen diese und dem Meer kommen. Noch dazu waren beide Enden der Bucht für Besucher gesperrt, um den Tieren ein ungestörtes Heim zu bieten.

Der Rückweg, insbesondere der Aufstieg zum Parkplatz, erwies sich als sehr mühselig. Denn das Rutschen, welches uns den Abstieg so erleichtert hatte, war für den Aufstieg eher hinderlich. Es ging einen Schritt herauf und gleich mehrere Zentimeter wieder zurück. Wir kamen uns wie auf einem Rollband vor, welches nur leider in die falsche, die Gegenrichtung, lief. Als wir endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatten, war der restliche Anstieg nur noch Formsache. Oben angekommen, waren wir aber dennoch froh jetzt nicht mehr weiter laufen zu müssen, sondern bequem mit unserem Camper zu kutschieren.

So ging es für uns weiter in Richtung Catlins Nationalpark.

 

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