Queenstown, Wanaka, Blue Pools und Lake Paringa

13.01.13 – 16.01.13

 

Um nach Queenstown zu gelangen, mußten wir einen Berg überwinden und wir waren froh, uns nicht mit dem VW-Bus von Susis Eltern hier hochquälen zu müssen und Angst zu haben, dass uns der Motor überhitzt. An der Spitze angekommen, hatte man einen wunderschönen Blick auf die Umgebung.

Gefühlt war es mit dem Auto schon anstrengend, da sahen wir eine Familie mit zwei Kindern, die die Strecke mit dem Rennrad (und mit Anhänger, in dem die Kinder saßen) erklommen hatten. Hut ab vor dieser Leistung!!! Das ist schon ein anderes Kaliber als nur ein kurzes Stück mit 18% Steigung zu meistern.

Auf uns wartete Wanaka. Es liegt genau wie Queenstown an einem See und verfügt über mehrere sehr schöne Wanderwege. Leider waren wir ein paar Tage zu früh dort, denn am 19.01. sollten hier Triathlonmeisterschaften stattfinden. (Nicht, dass ich daran hätte teilnehmen wollen, aber wir hätten sehr gerne zugesehen.)

So suchten wir uns -nach der üblichen Stippvisite bei der Touriinfo- zuerst ein Café, dann einen Supermarkt und im Anschluss eine Campsite, die sich in einem kleinen, nahe Wanaka gelegenen Örtchen befand. Dieser Zeltplatz hatte leider nicht wirklich Flair, lag aber an einem Fluss, der wie die letzten Flüsse und Seen, die wir gesehen hatten, Hochwasser führte und über üble Stromschnellen verfügte. Da wir aber sowieso nur eine Nacht hier verweilen wollten (und es auch keine Alternative gab), richteten wir uns hier für die Nacht ein. Zumindest die Klos waren sauber und sogar mit fließendem Wasser betrieben.

Am nächsten Morgen wachten wir dank Wecker früh auf, um eine Tageswanderung in Angriff zu nehmen. Es war bewölkt und wir befürchteten, dass es gleich anfangen würde zu regnen, begaben uns aber dennoch nach einem kräftigenden Frühstück zum mehrere Kilometer entfernten Startpunkt der Wanderung.

Am Parkplatz angekommen konnten wir uns aussuchen, wo wir unser Auto abstellen wollten, denn dieser war jungfräulich leer. Mit dem durch Getränke, Essen und Regenjacken bestücktem Rucksack sowie der obligatorischen Kamera, ging es dann an den Aufstieg. Schon früh waren wir froh, unsere Wanderschuhe angezogen zu haben, denn um zum Gipfel zu kommen, musste man einen Aufstieg meistern, der uns wahrlich forderte. Ferner war der Boden matschig und somit rutschig, so dass wir unsere Schuhe mit Profil gut nutzen konnten. Auch hätten wir an der ein oder anderen Stelle einen Wanderstock gut gebrauchen können. Aber man kann eben nicht alles haben…

Auf dem gesamten, anstrengenden Weg aufwärts begegnete uns keine Menschenseele und der Ausblick, der sich uns an der Spitze angekommen, bot, war jeden einzelnen Schweißtropfen wert.

Auf dem Weg nach unten begegneten uns etliche Wanderer und am Parkplatz angekommen sahen wir, dass dieser fast vollständig gefüllt war. So waren wir sehr froh, dass wir uns früh aus den Federn gequält hatten.

Nach dieser wirklich sehr schönen Wanderung fuhren wir über einen Pass um die neuseeländischen Alpen zu kreuzen und Richtung Lake Paringa zu gelangen, welches unser nächstes Übernachtungsziel werden sollte. Auf dem Weg hierhin stoppten wir noch, um abseits der Hauptstraße zu einem Fluss zu laufen, der einige blaue Pools mit Wasser speist. Das Wasser hatte einen bemerkenswerten Blauton, so dass es sich gelohnt hat, hierfür die Fahrt zu unterbrechen, abgesehen davon, dass wir ferner froh waren nach dieser längeren Fahrzeit uns mal wieder die Beine vertreten zu können.

Am Lake Paringa angekommen, konnten wir uns unseren Stellplatz aussuchen, denn außer uns waren zu der Zeit nur noch zwei weitere Camper auf dem Platz.

Der Untertitel zu diesem Abschnitt lautet:

Lake Paringa – oder der Kampf mit den „sandflies“!

Für diejenigen unter Euch, die bisher noch nie etwas von diesen Viechern gehört haben, hier eine kurze Erklärung, was es mit diesen auf sich hat.

Es handelt sich bei diesen Plagegeistern um die neuseeländische Form der gemeinen, europäischen Mücke. Sie sehen aus wie harmlose Obstfliegen, so dass man ihnen anfangs keine Aufmerksamkeit schenkt. Nachdem man aber von der ersten Fliege gepiesackt wurde, bekommen sie das Interesse, welches sie verdient haben. Sprich, sobald man eine von ihnen entdeckt hat, versucht man diese zu erschlagen. Den großen Vorteil, den diese Biester gegenüber der handelsüblichen, bei uns heimischen Stechmücke haben, ist, dass sie, wenn sie sich einmal in einem verbissen haben, nicht mehr loslassen. Uns kommt es auch so vor, als ob sie immer ihren gesamten Kopf in einem versenken, um soviel Blut wie nur irgend möglich aus einem herauszusaugen. Dafür kann man dann in aller Seelenruhe diese Quälgeister, einmal von diesen gebissen, beim Saugen den Gar ausmachen.

Kurz nachdem wir also am Lake Paringa angekommen waren und uns ein schönes Nachtlager ausgesucht hatten, die Gebühr –selbstredend- schon entrichtet hatten, stellten wir unsere Campingstühle sowie den Tisch auf und wollten den schönen Ausblick sowie das ebenso schöne Wetter genießen.

Kaum saßen wir, wurden wir aber schon von einer Armada von Sandfliegen attackiert und um unsere verdiente Ruhe gebracht. HAHA, dachten wir, nicht mit uns und sprühten „No Bite“, unser Insektenmittel auf Arme und Füße. Geschlagene 10 Minuten waren wir ungestört, bis auch dieses die Plagegeister nicht mehr abhalten konnte uns unser roten Lebenssaft aussaugen zu wollen.

Wir erledigten also etliche dieser Biester, bevor es uns zu bunt wurde und wir uns zuerst in unser Auto verzogen, bevor wir uns entschieden uns noch auf einen kleinen Spaziergang zu begeben. Hierbei wurden wir zum Glück von den Fliegen in Ruhe gelassen. Nachteilig war allerdings, dass unser Fußweg am Highway entlang führte, da es leider keinen Waldweg zwecks Erkundung gab. Nachdem wir uns also ein bisschen die Füße vertreten hatten, entschieden wir uns nach einem erfrischenden Bad im See den übrigen späten Nachmittag und Abend IM Auto zu verbringen. Hier ließen wir anfangs zwecks Sauerstoffzufuhr unsere Dachluke, die als einzige mit einem Fliegengitter versehen ist, geöffnet.

Susi sagte noch, dass sie hoffe, dass die sandflies zu dumm seien, nicht durch das Gitter zu krabbeln. Daraufhin antwortete ich, dass ich hoffe, dass sie nicht durch das Gitter hindurchpassen. Leider mussten wir kurze Zeit später resigniert feststellen, dass wir beide Unrecht hatten, denn da teilten wir schon mit etlichen dieser Blutsauger unser Domizil. So hieß es zum einen die Dachluke zu schließen und zum anderen sich auf die Jagd zu begeben, wollten wir nicht unseres lebensnotwenigen Elixiers verlustig werden. Ich schaffte es sogar einmal sieben Fliegen auf einen Streich zu erledigen…

Am nächsten Morgen entschieden wir uns nach einem kurzen Ausflug nach draußen und einer unmittelbar folgenden Attacke das Frühstück doch im Auto zu uns zu nehmen und uns direkt im Anschluss von diesem ansehnlichen See, nicht ohne noch einige der Blutsauer in den Sandfliegenhimmel zu schicken, zu verabschieden.

 

Zum Fotoalbum Queenstown, Wanaka, Blue Pools und Lake Paringa.

Zum nächsten Reisebericht (Fox Gletscher und Pancake Rocks).