Tongariro Nationalpark, Lake Taupo und Rotorua

27.01.13 – 01.02.13

 

Ein letztes Mal führte uns unser Weg über die Alpen der Nordinsel. Diesmal von Ost nach West. In Ohakune erkundigten wir uns in der Information nach der von den beiden Ingolstädtern empfohlenen Wanderung im Tongariro Nationalpark und bekamen die notwendigen Informationen über Startpunkt und Dauer derselbigen.

Da es noch früh am Tag war, fuhren wir nicht sofort weiter, sondern spazierten noch an einem kleinen Bachlauf in diesem Ort entlang und genossen die Sonne. So kamen wir erst am frühen Abend an dem Zeltplatz nahe des Startpunkts der Wanderung an, um festzustellen, dass dieser leider voll war. Das war im Übrigen das erste und einzige Mal, dass wir an einem Zeltplatz keinen Stellplatz gefunden haben. Wir mussten also weiterfahren und uns eine andere Bleibe für die Nacht suchen. Um nicht lange herumzufahren, mieteten wir am nächstgelegenen Campingplatz einen Stellplatz für unseren Camper, wo wir diesen auch mit Strom versorgen konnten. Somit durften sich also auch wieder unsere technischen Geräte, den zwecks Nutzung, wichtigen Saft ziehen.

Am nächsten Morgen standen wir in aller Herrgottsfrühe auf und fuhren zum Startpunkt der Wanderung zum „lower“ und „upper Tama Lake“. Die Wanderung sollte insgesamt gut fünf Stunden in Anspruch nehmen. Wir hatten während dieser Tour des Öfteren einen hervorragenden Blick auf den aus der Tolkien Trilogie bekannten Schicksalsberg. Schon am Vortag hatten wir diesen Berg entdeckt und ihn dort mit einer „Schicksalswolke“ ablichten können.

Aber auch die sonstige Umgebung war es wert sich anzusehen. Auf dem Hinweg trafen wir lediglich am Ende der Strecke ein paar Wanderer. Somit war der Weg nicht so überlaufen, wie das uns am Campingplatz von der Dame hinter den Tresen mehrmals angepriesene „Tongariro Crossing“. Wobei hier nicht unerwähnt bleiben soll, dass das Crossing, so wie es ursprünglich möglich war, nicht mehr zu bewandern ist, sondern man nach der Hälfte des Weges umkehren und den gleichen Weg wieder zurücklaufen muss.

Die Sperrung der weiteren Strecke wurde von der Naturschutzbehörde aufgrund vulkanischer Aktivitäten und somit einer potentiellen Gefahr für die Wanderer vorgenommen. Auch kommt man zum Startpunkt dieser Wanderung nur mit einem kostenpflichtigen Shuttlebus, für den man pro Nase 50 Öcken latzen muss. NENENE, das war uns die Sache einfach nicht wert, vor allem, da es eine andere, sehr schöne Wanderung gab, die wir stattdessen unternahmen.

Somit war die Entscheidung diesen alternativen Weg zu gehen für uns genau richtig. Bis zum „lower Tama Lake“ war die Strecke -bis auf die ein oder andere moderate Steigung- recht eben und somit einfach zu laufen. Der Pfad, der zum „upper Tama Lake“ führte, erinnerte sehr an die Szene im „Herrn der Ringe“, bei der Frodo und Sam den Schicksalsberg erklimmen müssen. Denn auch bei uns bestand dieser Weg aus Steinschutt, führte recht steil bergauf und eine steife Brise blies uns um die Nase. Doch der Ausblick, der sich uns am Gipfel bot, war jede Schweißperle wert!

Auf dem Rückweg trafen wir dann doch noch etliche weitere Wanderer, die ebenfalls diese Strecke liefen. Da waren wir sehr froh, dass wir uns so früh aus den Federn gequält hatten um die atemberaubende Landschaft (fast) menschenleer genießen zu können.

Als nächstes Etappeziel stand Lake Taupo auf dem Plan. Hier angekommen, fanden wir durch Zufall einen Parkplatz, der von dem dortigen Yachtverein extra für sich selbst versorgende Camper, wie den unsrigen, reserviert war, um dort bis zu zwei Nächte (kostenfrei) zu verbringen. Wie es sich für einen richtigen Yachthafen gehört, war dieser Platz selbstredend direkt am See gelegen, so dass wir einen wunderschönen Blick über den Lake Taupo, sowie die Vulkane des Tongariro Nationlaparks im Hintergrund hatten. Einen schöneren Platz hätten wir nicht finden können.

Am nächsten Tag spazierten wir zu einer natürlichen Spa-Anlage, an der ein kleiner Flusslauf mit bis über 60°C heißem Wasser in einen breiten Strom fließt. D.h. es gibt Bereiche, an denen das Wasser so heiß ist, dass man sich verbrüht, Anteile, an denen man sich vorkommt wie in einer Badewanne und Teile, in denen man sich wieder abkühlen kann, sofern es einem zu warm werden sollte. Da die Sonne aber wieder mal unbarmherzig vom Himmel brannte, hielten wir uns nicht lange dort auf, sondern begaben uns in den Rosengarten, um dort im Schatten oder Halbschatten liegend zu entspannen und zu lesen.

Am kommenden Tag besuchten wir ein schönes Café, welches mit Mosaikarbeiten á la parc de Gulli in Barcelona warb. Die Mosaike waren sehr beeindruckend und viele neue Gestaltungsideen konnten wir mit nach Hause nehmen. Auch der Cappuccino, den wir hier tranken, war ausgesprochen lecker.

Weiter ging es nach Rotorua. Diese Stadt ist bekannt für seine geothermalen Quellen und die dort noch sehr stark vertretene Maorikultur inklusive deren Dörfer, die man bewundern kann.

Bevor wir aber in Rotorua ankamen, legten wir noch einen Zwischenstopp an einem Spa ein, um dort ein wenig zu entspannen. Hier gab es mehrere Becken, die unterschiedliche Wassertemperaturen hatten. Das Wasser war zum Teil so heiß, dass man es hier nur wenige Minuten aushalten konnte, obwohl es bereits von den ursprünglich ca. 65 °C heruntergekühlt wurde. Ein zusätzlicher Pluspunkt dieser Anlage war, dass sie das Wasser nur herunterkühlen und nicht weiter chemisch behandeln. Man Schwimmt sozusagen in von der Erde erhitztem, natürlichem Flusswasser. Aber es gab auch Becken mit moderateren Temperaturen, in denen man sich vorkam, wie in einer Badewanne und selbst ich, der sonst recht schnell anfängt im Wasser zu frieren, konnte es hier lange aushalten.

Was uns als erstes auffiel, als wir nach Rotorua hereinfuhren, war der recht unangenehme Geruch, der uns entgegenschlug und für den die Schwefeldämpfe, die aus dem Boden kommen, verantwortlich waren.

Wir erfuhren in der Touristeninfo, dass es in der Stadt selbst keine Stellplätze fürs „freedom camping“ gäbe. Somit suchten wir uns selbst einen Platz, wo wir die Nacht verbrachten und fanden diesen auch in einem Parkplatz neben einem Klubhaus für Bridge.

Der kommende Morgen stand wieder mal ganz im Zeichen einer Wanderung. Hierfür fuhren wir zu einem nahe gelegenen See, dem „Green Lake“, welcher übrigens unmittelbar neben dem „Blue Lake“ liegt. Zeitgleich fanden sich an diesem See auch noch mehrere Sportler ein, die entweder in Laufkleidung steckten oder einen Neoprenanzug als zweite Haut übergestreift hatten, um dort für einen Triathlon zu trainieren. Wir begnügten uns aber damit, den See zu umrunden. Auch diese Wanderung war sehr schön, da nicht sehr frequentiert und im Grünen gelegen. Im Anschluss an die Wanderung genoss Susi noch das erfrischende Nass, indem sie sich wie die Triathleten am Morgen in die Fluten stürzte.   

Am Nachmittag besuchten wir dann noch ein Maoridorf und ließen uns durch dieses führen. Hier erfuhren wir auch den Nutzen der natürlichen Geothermalanlagen (die diesen Schwefelgeruch verströmten), denn die Maori kochen und garen in diesen „Wasserdampflöchern“ ihre Nahrung. Auch befanden sich in den Städten noch heiße, dampfende und spuckende Schlammbecken, die von den Maori für verschiedene Anwendungen genutzt werden. Das Wissen um den Nutzen dieser Geothermalanlagen macht diese übrigens leider nicht wohlriechender…

 

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