Wellington, Mount Bruce und Napier

23.01.13 – 27.01.13

 

Mit der Fähre in Wellington angekommen, suchten wir als erstes die I-Site auf, um uns dort zu informieren, wo wir frei campen könnten. Hier hatten wir Glück und kamen an eine sehr nette Mitarbeiterin, die uns auf einer Karte einzeichnete, wo wir in Wellingtons Umgebung stehen könnten.

Da Susi gelesen hatte, dass man hier eine Auswahl an Theatern besuchen könne (als ob wir nicht schon genug Theater während unserer bisherigen Reise gehabt hätten…), erkundigten wir uns nach einem Besuch derselbigen bei der Dame. Diese tippte kurz etwas in ihren PC ein und offerierte uns sodann zwei Karten im nahe gelegenen „Circa“ zum halben Preis unter der Bedingung, dass wir unverzüglich (also ohne vorher über Los gegangen zu sein und 4000€ kassiert zu haben) dorthin gehen müssten.

Wir machten trotzdem auf dem Weg zum Theater noch einen Umweg zu unserem Auto, um uns umzuziehen und noch eine kleine Wegzehrung mitzunehmen. Danach beeilten wir uns aber, um unsere Karten an der Kasse abzuholen. Das klappte problemlos und eine gute Stunde später saßen wir auch schon auf unseren Sitzen um der Vorstellung zu folgen.

Es war eine Komödie und dementsprechend lustig ging es auch zu. Der Titel lautete „Kings of the Gym“ und behandelte auf eine sehr amüsante Weise, zum Nachdenken anregend, recht schwierige Themen. Seit Langem hatten wir nicht mehr so gelacht und es war ein toller Abend! Anschließend suchten und fanden wir einen schönen Stellplatz unmittelbar am Meer, jedoch windgeschützt.

Am nächsten Tag suchten wir wieder die Touristeninformation auf, diesmal aber nicht, um uns dort zu informieren, sondern weil hier eine Stadtführung startete, bei der wir dabei sein wollten. Mit uns waren wir schlussendlich zu fünft, die die Führung mitmachten. Leider fing es pünktlich zu Beginn der Tour an zu regnen und da wir den Großteil der Zeit unter freiem Himmel verbrachten, waren wir auch nach wenigen Minuten schon völlig durchnässt. Abgesehen von dieser Tatsache und dass ich mich somit mit Fotografieren zurückhalten musste, war die Tour sehr informativ. So entschieden wir uns im Anschluss auch noch eine weitere Führung, diesmal im Parlamentsgebäude, zu machen. Auch hier haben wir einiges lernen und sehen können.

Von dem ganzen herumlaufen und anhören sind wir natürlich durstig geworden, so dass wir Fidels Café einen Besuch abstatteten und dort einen Cappuccino sowie einen Muffin genossen. So gestärkt, ging es ins „Te Papa“, das Nationalmuseum.

Ein Besuch dieses Museums ist ein MUSS für jeden, der nach Wellington kommt. Ferner ist es auch noch verdammt interessant und man kann dort Tage verbringen, ohne dass einem dabei langweilig würde. Nach ein paar Stunden waren wir aber so gesättigt, dass wir nichts mehr aufnehmen konnten und somit diesen Ort der Informationen wieder verließen.

Anstatt noch eine weitere Nacht in Wellington zu bleiben, entschieden wir uns schon mal Richtung Norden zu fahren. Während der Dämmerung erklommen wir mit unserem Sprinter einige Berge, die im Hellen sicherlich eine grandiose Aussicht geboten hätten. Es fing währenddessen an zu regnen und der aufsteigende Dunst verwandelte die Natur in eine surreale Welt. Es war sehr beeindruckend. Die so genannten Leitplanken bestanden hier –sofern überhaupt vorhanden- aus Holzplanken, die schon bessere Zeiten gesehen hatten und nicht wirklich Sicherheit ausstrahlten. So schlichen wir uns den Berg herauf und mussten bergab öfter bremsen als das Gaspedal zu benutzen.

Auf der anderen Seite der Berge suchten wir uns ein kleines Städtchen, in dem wir unser Nachtlager aufschlugen, uns also in einer Nebenstraße an den Straßenrand stellten, uns in den hinteren Bereich des Autos zurück- und die Vorhänge vorzogen.

Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zum Mount Bruce, an dessen Fuß es einen Park gab, in dem wir die nachtaktiven Kiwis bewundern konnten. Ferner gönnten wir uns in diesem Park noch eine kleine Wanderung (die schlussendlich knapp drei Stunden dauerte), wobei wir einen Aussichtspunkt erklommen, von dem man eine wunderbaren Blick über die Umgebung hatten. Die Anstrengung des Erklimmens hatte sich in jedem Fall gelohnt.

Weiter ging es dann nach Napier. Diese Stadt wurde in den 1930er Jahren bei einem schweren Erdbeben fast vollständig zerstört. Danach wurde sie im Art déco Stil wieder aufgebaut und bis heute so erhalten. Außer den vielen alten Gebäuden kann man auch etliche alte, zu der damaligen Zeit moderne, Autos begutachten. Da wir zu spät in Napier ankamen, um in der Touriinfo zu erfahren, wo wir frei campen könnten, entschieden wir uns bei unseren Freunden und Helfern, sprich der Polizei nachzufragen. Diese verwiesen uns auf einen Platz, der einen direkten Strandzugang hatte. Hier angekommen, fiel uns zu aller erst das Schild ins Auge, auf dem stand, dass freies Campen über Nacht nicht erlaubt sei… Trotz des Schildes beschlossen wir, hier die Nacht zu verbringen.

Am nächsten Tag schlenderten wir als erstes über einen kleinen Markt, auf dem wir ein Brot erstanden, welches von einem deutschen Bäcker in Napier hergestellt worden war. Leider hatte es nicht die gute Qualität, wie bei uns Zuhause, aber trotz allem war es besser als die wabbeligen Weißbrote, die es sonst hier zu kaufen gibt. Anschließend erfuhren wir in der I-Site, dass man auf dem Platz, auf dem wir die letzte Nacht verbracht hatten, eigentlich nicht stehen durfte. Wir bekamen aber für die kommende Nacht einen Standort genannt, den wir nutzen könnten.

Am Abend lauschten wir einem Konzert in einer kleinen Kneipe. Wir dachten, dass dieses um 20 Uhr starten würde, so dass wir uns beeilten und deutsch wie wir eben sind, betraten wir pünktlich den Veranstaltungsort. Hier mussten wir jedoch feststellen, dass ab 20 Uhr Einlass und der Start für 21 Uhr vorgesehen war. Somit kamen wir rechtzeitig, um noch den Soundcheck mitzubekommen und als erste zahlende Gäste die freie Platzwahl hatten. Leider hatten sich bis 21 Uhr nur noch eine weitere handvoll zahlender Gäste eingefunden, so dass die Musik erst einige Zeit später zum Besten gegeben wurde, nachdem sich der Raum doch ein wenig mehr gefüllt hatte. Insgesamt traten drei verschiedene Musiker auf. Wobei es sich bei den ersten Musikern um eine Zweierkombo handelte und danach zwei einzelne Interpretinnen mit ihren Gitarren auf der Bühne standen. Die Musik war ganz gut anzuhören, wobei nicht so gut, um uns eine CD zu kaufen.

Das dachten sich wohl auch die übrigen Zuhörer, so dass der Lärmpegel, gegen den die Damen und Herren anspielen mussten, immens war. Mir ist nicht bewusst, dass ich in Deutschland –egal wie groß das Konzert war, das ich besucht habe- die Zuhörer so ein Desinteresse für die Musik an den Tag gelegt hätten und das auch noch durch lautstarke Diskussionen kundgetan hätten… So verließen wir, nachdem alle Interpreten zumindest einmal auf der Bühne gewesen waren (die letzten beiden Damen sollten sich so lange abwechseln und auf ihren Gitarren klimpern, bis auch die letzten Zuhörer genug davon hatten…) die Kneipe und suchten unser Nachtlager auf.

Der darauf folgende Tag begann für uns erneut auf einem Markt, um wieder frisches Obst und Gemüse einzukaufen, bevor wir zum Tongariro Nationalpark aufbrachen.

 

Zum Fotoalbum Wellington, Mount Bruce und Napier.

Zum nächsten Reisebericht (Tongariro Nationalpark, Lake Taupo und Rotorua).