Bangkok

26.11.12 – 30.11.12

 

Wir erreichten Bangkok nach einer unaufregenden, ca. 1 ½-stündigen Fahrt mit einem Minibus. Herausgelassen wurden wir nur 5 Gehminuten von unserer Unterkunft, die wir diesmal vorgebucht hatten, da am 28.11. ein Feiertag (Lichterfest) in Thailand bevorstand.

Was wir nicht bedacht hatten, was uns die Dame am Telefon bei der Vorbuchung aber auch nicht mitgeteilt hatte (vielleicht aufgrund der zu unausgefeilten Sprachkenntnisse ihrerseits), war, dass man für eine Vorbuchung eine gewisse Summe im Voraus bezahlen musste.

Aber glücklicherweise hatte unser Gästehaus auch so ein Zimmer für uns frei. Das Zimmer war, soweit wir das auf den ersten Blick sagen konnten, sauber und lag im dritten Stock, so dass wir hofften, dass es des Nachts nicht zu laut wäre, um schlafen zu können. Denn es lag mitten im Stadtzentrum, unweit der Nationalgalerie, der Kaosanstraße sowie des Flusses.

Ebenfalls eingeplant war eine geführte Stadttour, doch warteten wir noch auf die Bestätigung unserer Teilnahme durch den Veranstalter. Diese Bestätigung erhielten wir noch am gleichen Tag unserer Ankunft, so dass der erste volle Tag in Bangkok schon mal geplant war, denn die Tour sollte uns von Morgens bis Nachmittags beanspruchen.

Am Abend suchten wir noch den Anlieger der Expressboote am Fluss auf, denn hiermit hatte man die beste Möglichkeit stressfrei zum Ausgangspunkt der Stadtführung zu gelangen.

So begaben wir uns am nächsten Morgen nach einem leckeren Frühstück voller Vorfreude auf den Weg zum Tourbeginn. Dort angekommen fanden wir recht schnell unsere Reiseführerin Panee, die uns mitteilte, dass wir noch auf sechs weitere Teilnehmer warten müssten, bevor wir dann starten könnten.

Es war übrigens eine deutschsprachige Tour und Panee beherrschte unsere Sprache sehr gut. Die übrigen Teilnehmer, die etwas später eintrafen, waren ein Paar aus Stuttgart (Christine und Jens) sowie vier Berliner. Vor allem mit Christine und Jens haben wir uns sehr gut verstanden und allein hierfür hatte sich die Tour schon gelohnt.

Unser erstes Ziel war der Königspalast. Es ist ein beeindruckendes Areal, welches nicht nur die Königsresidenz beinhaltet, sondern auch noch etliche Tempel, ein Gebäude zur Unterbringung hoher ausländischer Besucher (wie z. B. Queen Elisabeth, die schon mehrere Male dort verweilte) –hier muss ich sagen, dass ich mich doch ein bisschen wunderte, dass Susi und ich dort nicht eingeladen wurden zu nächtigen, was aber daran gelegen haben kann, dass wir uns vorher nicht angemeldet hatten und sozusagen inkognito reisten- und auch eine Miniaturausgabe von Angkor Wat ist dort zu bestaunen.

Wie nicht anders zu erwarten, war der Komplex voll mit Besuchern, wobei uns Panee mitteilte, dass der Besucherandrang später und in der Hochsaison um einiges höher sei. Unsere Fremdenführerin erklärte uns zwar immer wieder einige Dinge bevor wir die Tempel von innen bestaunen konnten, jedoch blieb sie selbst draußen, so dass die Informationen, die wir bezüglich der Tempel erhielten, sich leider in Grenzen hielten.

Danach gingen wir zum Wat Pho, welche eine beeindruckende, liegende Buddhastatue beherbergt. Die Statue misst vom Kopf bis zu den Füßen schlappe 15 m und ist aus Zement mit einem Blattgoldüberzug. Zusätzlich bestanden die Fußsohlen aus 108 Szenen, die Buddhas Leben darstellten. Diese waren wunderschön und filigran aus Perlmutt gefertigt.

Nach der Besichtigung dieser Tempelanlage, gingen wir über einen Amulettmarkt. Leider war das Tempo, das unsere Leiterin vorgab, so hoch, dass wir nicht die Zeit hatten, uns die vielen verschiedenen Amulette im Detail anzusehen.

Jetzt besuchten wir auf der gegenüberliegenden Flussseite einen weiteren Tempel, der aus dem 13. Jahrhundert stammte. Diesen durften wir erklimmen, was bei der Steilheit der Stufen sowie der recht hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit kein reines Vergnügen darstellte. Doch der Blick über Bangkok entschädigte für die Strapazen, die die Erklimmung mit sich brachte.

Der Abstieg gestaltete sich dann wieder recht schwierig (zumindest wenn man unter Höhenangst leidet), wir meisterten ihn aber bravourös. Am Fuß der Anlage waren einige Verkaufsstände, die etliche Souvenirs anboten. Auch befand sich in unmittelbarer Nähe ein Aufsteller mit Durchblick. Soll heißen, es waren zwei Figuren, bei denen man seinen Kopf durchstecken konnte, um ein Foto zu schießen.

Uns war natürlich nicht aufgefallen, dass sich in der unteren Ecke ein briefmarkengroßes Schildchen befand, auf dem der Preis stand, den man für das Anfertigen eines Fotos zu zahlen habe. Selbstredend erschien unmittelbar nachdem wir die Fotos mit unseren Gesichtern zur Komplettierung der Statuen angefertigt hatten, ein geschäftstüchtiger Thai, der uns den fälligen Betrag abknöpfte. Die nächste so aussehende Statue wird vorher mittels Lupe von mir abgesucht, damit uns nicht noch mal so ein Missgeschick unterläuft…

Wir hatten mittlerweile schon den ein oder anderen Kilometer hinter uns gebracht. Somit hatten wir auch schon etliche Kalorien verbraucht, was uns unsere Mägen auch lautstark mitteilten. Zum Glück folgte nun das Mittagessen, welches aus mehreren leckeren thailändischen Gerichten bestand. Auch wurde so viel bestellt, dass jeder sich satt essen konnte.

Zum Schluss gingen wir noch auf einen Markt, um Mangosteen und Langoon (zwei Obstsorten) zu essen sowie einen Eiskaffee zu trinken. Wir schlenderten über den Markt und begaben uns zu den Expressbooten, wo die Berliner und wir die Gruppe verließen, da wir Richtung Norden und der Rest der Gruppe Richtung Süden mussten.

Bevor wir uns aber trennten, verabredeten wir uns noch mit Christine und Jens für den nächsten Tag (den Feiertag), um die Feierlichkeiten gemeinsam zu begehen.

Als wir an unserem Hotel ankamen, war es früher Nachmittag und wir überlegten, was wir den Rest des Tages unternehmen könnten.

Von Julian wussten wir, dass man sich hier auf keinen Fall die Massagen entgehen lassen darf. So suchten wir uns ein seriöses Massagestudio, in welchem wir uns am frühen Abend massieren lassen wollten. Die Zeit bis zur Massage verbrachten wir damit, bis zum anderen Ende von Bangkoks Zentrum zu laufen (etwa 5 km), um den Bajoktower aufzusuchen, das höchste Gebäude der Stadt, um uns die besagte aus der Vogelperspektive anzusehen.

Nach einer halben Ewigkeit, der Spaziergang dauerte länger als eingeplant und gedacht, erreichten wir nach ca. 1 ¾ Stunden (aber gesättigt, da wir zwischendurch noch unser Abendessen an einem Straßenstand zu uns genommen hatten) das Gebäude.

Dummerweise mussten wir hier feststellen, dass wir nicht kostenfrei die oberen Stockwerke begehen konnten und befanden, dass (für die Kürze der Zeit, die uns noch verblieb) es sich nicht lohnte herauf zu fahren. So suchten wir uns eine Rückfahrgelegenheit in die Nähe des Massagestudios, entschieden uns für ein Tuk Tuk, da diese in der Rushhour, die jetzt herrschte, schneller vorankamen als ein Taxi.

In halsbrecherischem Tempo jagte der Fahrer durch die Straßen, so dass wir das ein oder andere Mal schon befürchteten, in einen Unfall verwickelt und womöglich (ob der fehlenden Anschalloption) aus dem Tuk Tuk katapultiert zu werden. Es ereignete sich aber kein Unfall und wir kamen gesund, munter und sogar überpünktlich zu unserer Massage. Auch wenn wir schon aus Fontanes „Effi Briest“ wissen, dass „ein Gentleman nie zu spät kommt, aber noch weniger zu früh“, beschlossen wir schon zu unserem Knetstudio zu gehen. Hier wurden wir auch hereingelassen und kamen also früher an die Reihe als geplant. Wir hatten beide die Option 2 gewählt, bei der wir 2 h Thaimassage sowie eine halbe Stunde Fußreflexzonenmassage angedeiht bekamen.

Ich hatte die vage Hoffnung, dass als erstes die Thaimassage käme und ich im Anschluss die Fußreflexzonenmassage genießen könnte. Leider wurde diese Hoffnung nicht erfüllt, denn meine Masseurin begann mit der Massage der Fußreflexzonen. Da ich, wie die/der ein oder andere weiß, an den Füßen verdammt kitzelig bin, musste ich mich des Öfteren ganz schön zusammenreißen, um nicht plötzlich laut los zu lachen. Bei der anschließenden Thaimassage gab es allerdings NICHTS mehr zu lachen…

Wer schon mal in den Genuss (oder die Qual…) einer Thaimassage gekommen ist, weiß, wie schmerzhaft diese sein kann. Wenn man jetzt noch so ungelenkig ist, wie ich es bin und über genug Muskeln verfügt, die alle verspannen können, kann sich vorstellen, unter welchen Schmerzen ich zuweilen litt. Den Großteil der Zeit suggerierte ich mir nicht zu verspannen, denn wie ich aus leidvoller Erfahrung weiß, ist die Massage umso unangenehmer, je mehr man sich verkrampft.

Auch dachte ich mir bei der ein oder anderen Dehnübung, zu der ich –mehr oder weniger- gezwungen wurde, dass irgendwann meine Knochen brechen würden…

Da ihr diese Zeilen -von mir geschrieben- jetzt noch lesen könnt, wisst ihr natürlich, dass ich die Massage überlebt habe. Auch ist keiner meiner Knochen gebrochen.

Jedoch gingen Susi und ich nach Hause als ob wir uns auf rohen Eiern bewegen würden und spürten jeden Muskel (selbst diejenigen, die wir zwar aus unserem Anatomiekurs zwar mit Namen kannten, von denen wir aber nicht wussten, dass diese bei uns so ausgebildet sind, dass sie auch schmerzen könnten…).

Glücklicherweise hatten wir in den nächsten Tagen keinen Muskelkater wegen der Massage, so dass ich jedem nur empfehlen kann sich einer solchen (sofern man mal nach Bangkok kommt) zu unterziehen. (Kommentar Susi: Ich hatte richtig dollen Muskelkater und kann solch eine Tortur wirklich nur ausgeprägten Masochisten empfehlen! Man sieht also, ich bin eine ganzschöne Memme…) Der Massagesalon, den wir besuchten, hieß Pai Spa.

 

Am nächsten Tag spazierten wir ein weiteres Mal Richtung Bajokturm, denn in seiner Nähe befanden sich mehrere Einkaufzentren, die wir aufsuchen wollten. Auf dem Weg dorthin kamen wir ganz zufällig an einem Markt vorbei, auf dem massenhaft Obst, Gemüse, Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens angeboten wurden. Wir nutzten die Gelegenheit eine sehr leckere Ananas und - was wir fast nicht mehr für möglich gehalten hätten - zwei Behältnisse, um „sticky“ Reis selber herstellen zu können, zu erwerben.

Das erste Einkaufszentrum, welchem wir danach einen Besuch abstatteten, war die „IT-Stadt“. Hier wurden auf fünf Ebenen alle möglichen technischen Geräte zum Verkauf präsentiert. Ich hatte im Vorfeld erhofft, hier günstig ein Tablet erstehen zu können. Leider wurde meine Hoffnung insofern enttäuscht, da die Originale z. B. von Apple oder Samsung, nicht wesentlich günstiger sind als bei uns in Deutschland und man zusätzlich Probleme bei der Einfuhr mit dem Zoll bekommen kann. Plagiate wurden zwar für nen Appel und nen Ei angeboten, doch läuft man hier Gefahr beim Zoll eine Strafe zahlen zu müssen oder den Schrott nach kürzester Zeit augrund von technischen Unzulänglichkeiten entsorgen zu müssen. So entschied ich mich gegen den Kauf eines Tablets.

Die weiteren Einkaufszentren suchten wir auf, um für Susi nach geeigneten, leichten (aber auch vor allem bequemen) Schuhen zu gucken. Wir durchstreiften einige Stockwerke, bis selbst Susi keine Lust mehr hatte Schuhe anzuprobieren und um Preise zu feilschen. (Zugegeben mir wäre schon VIEL früher die Lust vergangen…).

Leider sind wir auch hier nicht fündig geworden.

Am frühen Nachmittag trafen wir uns dann mit Christine und Jens am Expressbootstand, den wir vom Vortag schon als Treffpunkt kannten. Dort angekommen, öffneten sich die Schleusen des Himmels und es regnete, als ob es kein Morgen mehr geben sollte. Wir nutzen die Zeit um eine feste Mahlzeit zu uns zu nehmen und den weiteren Tag zu planen. Anschließend fuhren wir mit einem Touristenboot zu einem Anleger, an dem es am frühen Abend eine große Feier geben sollte. Dieser Anleger wurde im Laufe der Zeit auch immer voller, allein die von uns erwartete und erhoffte große Feier blieb bis zu unserer Rückfahrt aus. Vielleicht hatten wir uns aber zu früh auf den Rückweg in uns bekannte Gefilde begeben, denn an dem Zentralpier angekommen, sahen wir eine Menschenmasse, die noch zu dem von uns gerade verlassenen Anlieger wollten. Wir fragten uns bei der Menge an Menschen noch, wie diese dort alle unterkommen sollten, was jedoch nicht mehr unsere Sorge sein sollte.

Wir hingegen suchten uns zuerst eine Möglichkeit der Essensaufnahme, bevor wir weiterzogen, um noch etwas flüssige Nahrung zu uns zu nehmen.

Wir hatten sehr viel Spaß zusammen mit Christine und Jens, die am nächsten Tag nach Pukhet geflogen sind.

Wir beendeten den Tag nach der Verabschiedung der beiden mit einem Gang durch das Rotlichtviertel von Bangkok (es lag in unmittelbarer Nähe des Pubs sowie des Hotels der Stuttgarter). Was mir (im Beisein von Susi) alles angeboten wurde, will ich hier nicht wiedergeben. Es sei nur soviel gesagt, dass ich nach wenigen Minuten des Schlenderns schon keine Lust mehr hatte und wir uns auf den Heimweg begaben.

 

An unserem letzten vollen Tag in Bangkok fuhren wir nach einem leckeren Frühstück (Susi hatte Red Curry mit Reis und ich Müsli mit Früchten und Joghurt) mit dem Expressboot zum Anleger, um in Chinatown über den Markt zu gehen.

Leider unterlief uns bei der Fahrt ein kleiner Fehler, indem wir beide den Ausstieg verpassten und wieder am Zentralpier (der Endstation) ankamen und dort aussteigen mussten (hier kannten wir uns wenigstens schon aus…). Somit hatten wir wieder mal einen Fußmarsch vor uns, um an unser erstes Tagesziel zu gelangen.

Auf dem Weg nach Chinatown besuchten wir noch eine Tempelanlage (wir hatten ja schon lange keine mehr gesehen…). Beim Spazieren über den Markt wollte Susi sich noch ein Paar Ballerinas kaufen. Sie hatte auch welche gefunden, die ihr zum einen gefielen und zum anderen auch noch bequem waren. Nachdem die Verkäuferin allerdings erklärte, dass sie SECHS!!! Paare kaufen müsse, nahm sie von dem Kauf wieder Abstand und wir verließen den Markt ohne eine neue Errungenschaft.

Hiernach fuhren wir mit der U-Bahn zum Lumphini-Park, um uns dort ein bisschen von der Lauferei zu erholen. Dort angekommen stellten wir fest, dass just zu der Zeit ein Inlineskaterwettbewerb stattfand. Diesem haben wir dann eine zeitlang zugeschaut und ich muss sagen es war sehr interessant, was für Kunststücke die Jugendlichen dort vorgeführt haben. Nach einer Weile setzten wir uns an einen kleinen See und ließen die Seele (und unsere Beine) baumeln.

Pünktlich zum Sonnenuntergang fanden wir uns am Statetower ein. Dieses ist das zweithöchste Gebäude in Bangkok (nach dem Bajoktower) und man kann in den 64. Stock zur Sky Bar fahren, um Bangkok aus der Vogelperspektive zu bestaunen. Man muss zwar nicht wie im Bajoktower Eintritt bezahlen, jedoch wird man bei der Ankunft gefragt, ob man ein Abendessen zu sich nehmen will, oder doch nur etwas trinken möchte.

Wir entschieden uns dafür „nur“ etwas zu trinken und erhielten auch prompt die Karte. Die Bedienung fragte alle 10 Sekunden, ob wir schon ein Getränk gefunden hätten. Da wir aber die Preise für TOTAL überzogen hielten, blätterte Susi so lange in der Karte, bis ich genug Fotos geschossen hatte, dass wir uns nach wenigen Minuten wieder auf den Weg nach unten begaben (selbstredend OHNE etwas getrunken zu haben…).

Man sollte vielleicht an dieser Stelle anmerken, dass wir noch genau 190 Bath in der Tasche hatten (ein bisschen weniger als 5 €) und das günstigste Getränk, nämlich ein kleines Wasser, 195 Bath kostete.

Am nächsten Morgen begaben wir uns zeitig auf den Weg zum Flughafen, um nicht unseren Flieger nach Australien zu verpassen.

 

Alles in allem hat uns beiden Bangkok sehr gut gefallen und wir hätten auch noch den einen oder anderen Tag länger dort verbringen können.

 

Wir freuen uns aber auch sehr auf Australien und die nachfolgenden Ziele, nicht zuletzt aus dem Grund, dass wir Australien und Neuseeland mit Campern erkunden werden.

Also auf nach AUSTRALIEN!!!

 

 

Zum Fotoalbum Bangkok.

Zum nächsten Reisebericht (Perth und Fremantle).