Chiang Mai

oder

Thai-Kochkurs für Anfänger

16.11.12 – 19.11.12

 

Das Flugzeug als Fortbewegungsmittel von Luang Prabang nach Chiang Mai zu wählen, war eine äußerst kluge Entscheidung, denn nach nur einer Stunde Flug waren wir schon in Thailand. Andernfalls hätte uns eine mindestens 24-stündige Busfahrt gedroht. 

 

Während des Fluges bekam jeder eine Einreiseerlaubnis, die ausgefüllt werden wollte. Am Zoll gaben wir unseren Pass sowie den Wisch zur Einreise ab und warteten darauf, Thailand offiziell betreten zu dürfen.

Hier ergab sich allerdings ein kleines Problem. Wir hatten nämlich noch kein Guesthouse gebucht, mussten aber ein solches bei der Einreise angeben. Ansonsten, so wurde uns von der Dame hinter dem Tresen mitgeteilt, könnte sie uns nicht durchlassen. Wir schilderten ihr zwar, dass wir noch keins gebucht hätten, jedoch bestand sie darauf, dass wir eins angeben müssten. So suchten wir –vor ihren Augen- das nächst beste Guesthouse aus unserem Reiseführer heraus und schrieben dieses in die vorgesehene Zeile. Jetzt war sie zufrieden (und es hat sie auch nicht im Mindesten gestört, dass wir irgendeins aus dem Reiseführer herausgesucht hatten) und ließ zuerst Susi und dann mich passieren.

 

Unsere erste Bleibe war so dunkel, das Bett recht unbequem (es bestand aus einer Matratze, die schon bessere Zeiten gesehen hatte; zwischen Lattenrost und dieser Matratze hatte man mehrere Lagen Pappe gelegt, damit man nicht merkt, dass man eigentlich direkt auf dem Lattenrost liegt), so dass wir am nächsten Tag das Hostel wechselten. Unsere  neue Bleibe war sehr schön, da vor kurzem erst von zwei Franzosen übernommen und relativ frisch renoviert.

 

Da wir uns nicht „nur“ die Stadt ansehen, sondern auch etwas anderes erleben wollten, hatten wir die Möglichkeit zwischen zwei Aktivitäten zu wählen. Zum einen hätten wir eine Treckingtour über drei Tage in einem Nationalpark in der Nähe von Chiang Mai machen können, zum zweiten stand ein Thai Kochkurs zur Auswahl.

Wie ihr natürlich aus der Überschrift schon schließen könnt, haben wir uns für den Kochkurs entschieden. Die Entscheidung fiel uns nicht schwer, da wir zum einen schon in Laos trecken waren und zum anderen zu strack waren uns durch den Dschungel zu quälen. Auch haben wir bei den Touren in Laos festgestellt, dass wir auch nach einem Tag laufen im Wald schon so kaputt waren, dass wir diese Strapazen nicht noch an drei aufeinander folgenden Tagen brauchten.

 

Also begaben wir uns am dritten Tag unseres Aufenthaltes in Chiang Mai zum Kochen in die Hände von Chefkoch Mr. Pa. Wir kamen am Morgen zu dem vereinbarten Treffpunkt und Mr. Pa empfing uns auch schon. Wie er uns als erstes mitteilte, bestand unsere Gruppe aus ihm, Susi und mir. Anfangs fanden wir es schade, dass keine weiteren Freiwilligen mit uns zusammen den Kochkurs absolvieren wollten. Somit hatten wir aber einen Privatkurs und das war schlussendlich super.

Wir setzten uns zusammen und bekamen sodann jeder ein Kochbuch, welches wir nach dem Kurs sogar behalten durften. Hieraus suchte sich jeder von uns fünf Gerichte heraus, die gekocht werden sollten. Sodann begaben wir uns auf den Weg zum Markt, um die Zutaten für die Gerichte frisch einzukaufen.

Hier erklärte uns unser Koch einiges über die verschiedenen Lebensmittel. Wieder zurück schnibbelten wir unter Anleitung des mit seinen Händen wie wild herumfuchtelnden Chefkochs was das Zeug hielt. Diese Arbeit nahm den größten Teil der Zeit in Anspruch, denn das Kochen der Gerichte an sich dauert jeweils nur wenige Minuten.

Es gab Red Curry, Huhn in Kokosnussmilch, Chiang Mai Curry, frittiertes Huhn mit Cashewnüssen, frittierte Mixed Vegetables, frittiertes Huhn mit Ginger, frittierte, mit Hühnchen gefüllte Teigtäschchen, gedämpften Fisch mit Limette, Pad-thai mit Nudeln und als Nachtisch sticky Reis mit Mango.

Die Anleitungen von Mr. Pa waren immer sehr genau und er zeigte uns die meisten Handgriffe, bevor wir selber ran durften. Am Anschaulichsten fand ich es, als wir (genauer gesagt Susi, denn ich war dabei nur Zuschauer) die Kokosnusscreme (dickflüssiger als –milch) sowie die Kokosmilch anfertigten. Hierbei wird das gehäckselte Fleisch einer frischen, reifen Kokosnuss in lauwarmes Wasser gegeben und geknetet. Alsdann quetscht man die Flüssigkeit heraus. Hierbei wird eine Grimasse gezogen, als ob man in eine VERDAMMT saure Zitrone gebissen hätte und dabei ruft man laut „massage, massage“ und „squeeze, squeeze“. (Hier muss ich sagen, dass Susi an der Grimasse noch arbeiten muss, die Ausrufe aber schon sehr gut drauf hat…)

So erhält man die halbfertige Kokoscreme. Wenn man diese Prozedur ein zweites Mal wiederholt, gewinnt man laut unserem Chefkoch die Kokosmilch (sprich es ist einfach mehr Wasser dabei als bei der –creme). Um die Kokoscreme zu vervollständigen, muss man diese eine gewisse Zeit ruhen lassen, damit sich das Wasser von der Creme trennen und man diese dann vorsichtig abschöpfen kann. Die einfachere Variante ist natürlich das Kaufen derselbigen im Supermarkt. Wobei hier selbstredend der Spaßfaktor auf der Strecke bleibt.

 

Jeder kochte jeweils eine Portion der jeweiligen ausgesuchten Speisen für sich und im Anschluss teilten wir uns das Essen. Natürlich war es viel zu viel, als dass wir alles hätten aufessen können, so dass wir, als nichts mehr in unsere Mägen passte, uns die übrigen Mahlzeiten in kleine Tüten packten, um diese später (genauer gesagt zum Frühstück des nächsten Morgens) zu vertilgen.

Der Kochkurs war super und da wir die beiden Kochbücher –wie oben schon erwähnt- mitnehmen konnten, können wir die Gerichte, wenn wir wieder in good old Germany sind, nachkochen. Das einzige Problem, welches ich zurzeit noch sehe, ist, dass ich noch nicht weiß, ob wir zuhause alle Zutaten bekommen.

 

In Chiang Mai haben wir zudem den besten Stand mit Fruchtshakes gefunden, den es gibt. Die Besitzerin, eine alleinerziehende Mutter, hat in verschiedenen, exklusiven Hotels gelernt, bevor sie sich selbstständig machte. Jetzt arbeitet sie 12 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche hinter ihrem Tresen und mixt Fruchtshake nach Fruchtshake. Diese sind wahrhaftig ein Gedicht. Auch konnte man hier zum Frühstück ein Müsli mit Yoghurt und –wie soll es auch anders sein- mit verschiedenen Früchten bestellen. An einem Tag haben wir es sogar geschafft, morgens, mittags und abends Shakes zu trinken. Mein Liebligsshake ist mit Banane, Susis mit Ananas.

Wer also in Chiang Mai vorbeikommt, muss unbedingt im Somphetmarket bei Tip die Shakes probieren!!!

 

Sowohl den Samstag- sowie den Sonntagnachmittag / -abend verbrachten wir auf Märkten. Hierbei war es so, dass jeweils eine Hauptstraße für den Verkehr gesperrt wurde und sich ein Verkaufsstand an den anderen reihte. Auch die von diesen Straßen abgehenden Querstraßen waren noch mit Ständen gefüllt. Hier konnte man alles Mögliche einkaufen.

Wenn wir nicht noch so eine lange Zeit unterwegs und noch Platz in unseren Rucksäcken wäre, dann hätten wir hier zugeschlagen und den ein oder anderen Baht gelassen. So sind wir nur staunend an den Ständen vorbeigezogen und haben insgesamt mehrere Stunden hier verbracht (es sei noch erwähnt, dass wir, auch wenn wir wirklich lange und ausgiebig über die Märkte gestreift sind, nur einen Bruchteil davon erkunden konnten).

Auch war für das leibliche Wohl gesorgt, denn in den Tempelanlagen, die an diesen Straßen liegen, wurden Speis und Trank veräußert. Hier haben wir ordentlich zugeschlagen und unsere Mägen mit allerlei leckeren Speisen gefüllt.

Am Sonntagabend, nach ausgiebiger Marktschlenderei, gönnten wir uns eine einstündige Fußmassage in Lilas Spa.

Zuerst bekamen wir unsere die Füße gewaschen (und das war auch nötig…), so dass die Masseurinnen unsere Füße ohne Ekel angreifen konnten. Anschließend wurden wir ein Stockwerk höher in einen Ruheraum gebracht, wo wir es uns auf zwei bequeme Sessel gemütlich machen durften. Die Füße (und Unterschenkel) ruhten zusätzlich auf einem Hocker. Jetzt machten sich die Knetmeisterinnen an die Arbeit und bearbeiteten unsere Füße mitsamt den Unterschenkeln.

Ich möchte jetzt nicht weiter auf Details der äußerst angenehmen und immer wieder gerne zu wiederholenden Massagebehandlung eingehen. Es war SEHR entspannend und ich bin fast dabei eingeschlafen (Susi hingegen wäre das ein oder andere Mal fast an die Decke gegangen, denn bei ihr fand die Masseurin einige recht verspannte und somit schmerzende Stellen).

 

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