Kanchanaburi

22.11.12 – 26.11.12

 

Als wir in Kanchanaburi ankamen, ließen wir uns von einem Tuk Tuk zu einem Gästehaus bringen, welches sogar den Namen Bruchbude unseres Erachtens nach nicht verdient hatte.

Es hatte ca. 50 Zimmer, die zum Teil mit einer Klimaanlage ausgerüstet und die meisten sogar, zu unserem Erstaunen, belegt waren. Unser Reiseführer beschrieb die Zimmer als individuell, einfach, aber wohnlich. Als erstes fiel uns negativ auf, dass die Zimmer stanken, als ob man sich in einem Pumakäfig befände. Das Bad erwies sich als ein Bretterverschlag, der einen PVC Überzug besaß (der sich bereits abzulösen begann). Wir sagten erstmal zu, eine Nacht dort zu verbringen. Nach einem kurzen Frühstück begaben wir uns aber schon auf den Weg, eine neue Bleibe zu suchen.

Wir wurden recht schnell fündig, denn keine 200 m entfernt befand sich ein Gästehaus, das eher einem Hotel glich und uns auf Anhieb (auch ob der sehr netten Angestellten) zusagte. Vorwegzunehmen sei hier noch, dass wir uns die Zimmer eigentlich nicht angesehen hätten (da sie uns zu teuer erschienen), aber eine sehr nette Holländerin namens Katherin sah uns suchend vor dem Hostel stehen (in dem auch sie verweilte) und versicherte uns, dass das Hotel preiswert, die Zimmer schön und die Angestellten sehr nett und hilfsbereit seien (auch wenn die englischen Sprachkenntnisse noch ausbaufähig wären).

Nachdem wir also mit Händen und Füßen der Dame hinter der Rezeption verständlich gemacht hatten, dass wir uns am folgenden Tag gerne häuslich bei ihr einrichten würden, gingen wir zurück zu unserer Absteige. Auf dem Weg hierhin diskutierten wir, ob wir es nicht irgendwie schaffen könnten, heute schon die Unterkunft zu wechseln. So versuchten wir unser Glück (wir hatten auch noch nichts in dem Zimmer angerührt), packten unsere sieben Sachen zusammen und gingen zu der Dame an der Rezeption. Susi sagte ihr, dass wir es uns doch kurzfristig anders überlegt hätten und doch nicht dort nächtigen wollten. Für uns beide überraschend nickt die Dame nur und ließ uns, ohne eine Entschädigung für unseren kurzen Aufenthalt in ihrem „Hotel“ zu verlangen, ziehen.

Überglücklich schleppten wir unsere Rucksäcke zum anderen Hotel und checkten dort ein. Eigentlich hatten wir vor, nur ein Paar Tage in Kanchanaburi zu verbringen, da uns das Hotel aber so gut gefiel und wir uns dort sehr wohl fühlten, verlängerten wir bis zu unserer Weiterreise nach Bangkok (unserer letzten Station in Südostasien).

Am ersten Tag in Kanchanaburi lernten wir auch noch ein Ehepaar kennen (er Deutscher mit Namen Günter, sie Thailänderin namens Pawadee –hoffentlich habe ich ihren Namen richtig geschrieben), die ebenfalls die auch von uns als unser Heim zu titulierende Unterkunft bewohnten.

Die Vorteile, die sich für uns durch die Bekanntschaft mit den beiden ergaben, waren zum einen, dass sie uns in den folgenden Tagen die Umgebung zeigten und dabei als Fremdenführer fungierten und zum anderen, dass Pawadee bei sprachlichen Problemen im Hotel als Dolmetscherin auftrat.

So fuhren wir am nächsten Tag mit Günter und seiner Frau mittels Roller zuerst zu einem Wasserfall. Um diesen zu erreichen, fuhren wir über eine ausgebaute Schnellstraße (in Thailand herrscht übrigens auch Linksverkehr, so dass wir uns schon mal daran gewöhnen konnten) und fanden uns nach einer 1 ½-stündigen Fahrzeit dort ein. Als wir ankamen, waren nur ein paar weitere Touristen vor Ort, so dass wir recht ungestört ein wenig planschen und Fotos schießen konnten. Nach einer guten halben Stunde wurde es dann so voll -da etliche Busse mit Schülern aus der Umgebung ankamen- dass wir uns von dort wieder verabschiedeten.

Als nächstes fuhren wir weiter nach Norden, zum „hellfire pass“. Dieser Pass ist genauso berühmt, wie die allseits bekannte Brücke am Kwai, die wir später auch noch besuchen sollten. Einen Teil der Bahnstrecke, die die Kriegsgefangenen vor allem aus Australien und England, sowie Zwangsarbeiter aus den umliegenden asiatischen Ländern unter menschenverachtenden Verhältnissen bauen mussten, kann man hier begehen und begutachten.

Das Wetter war mal wieder so schwül, dass selbst das einfache Gehen in dem Gebirge schon sehr anstrengend war. Wenn man sich jetzt vorstellte, dass man zusätzlich noch körperlich beschwerliche Arbeit verrichten müsste, bekam man eine annähernde Vorstellung davon, was die Arbeiter um 1943 hier für Strapazen ertragen mussten. Nachdem wir den Pass begangen hatten, besuchten wir noch das angeschlossene Museum, in dem wir noch einige interessante Zusatzinformationen erhielten.

Auf dem Heimweg gönnten wir uns erstmal für ´nen Appel und ´nen Ei ein leckeres Essen thailändischer Küche (von unseren beiden hervorragenden Guides ausgesucht) und besuchten im Anschluss noch die heutige Endstation der Bahnlinie (die allerdings nur noch zu touristischen Zwecken genutzt wird). Auch fuhren wir noch zum Schluss an der Brücke des Kwaiflusses vorbei bevor es wieder nach Hause ging.

Am folgenden Tag wollten wir zu einem Markt, der etwa zwei Kilometer entfernt lag, laufen. Auf dem Weg dorthin hielt ein Pickup neben uns und ein Kanadier (mit seiner thailändischen Frau) fragte uns, ob wir wüssten, wie er zum Museum des 2. Weltkrieges kommen würde. Hier sei kurz erwähnt, dass es neben dem Museum am Hellfirepass noch ein weiteres Museum in Kanchanaburi selbst gibt. Dieses hatten wir zwar noch nicht besucht, hatten aber eine Karte dabei, auf dem das Museum eingezeichnet war.

Der Kanadier hatte leider keine eigene Karte, so dass wir ihm auf unserer den Weg zeigten und er sich suchend wieder von dannen machte. Nach wenigen Minuten hielt der Range Rover ein zweites Mal neben uns und der Kanadier sagte, dass er sich verfahren hätte. Daraufhin fragte er uns, ob wir nicht zufälligerweise in die gleiche Richtung müssten.

Sein Hintergedanke bei der Frage war natürlich derjenige, dass wir als Navigatoren zum Museum dienen sollten. Selbstredend stiegen wir ein und keine zehn Minuten später hatten wir das Gebäude schon erreicht. Da wir jetzt auch schon mal da waren, gingen wir mit den Beiden herein.

Am Ende der Ausstellung lag ein Buch, in dem man einen Kommentar über die Ausstellung hinterlassen konnte. Der Kanadier hatte die richtige Anmerkung für das Dargebotene und meinte zu seiner Frau, dass sie in das Buch „it´s a fucking bullshit“ hineinschreiben sollte. Auch wir fanden die Ausstellung recht enttäuschend, so dass wir dem Kanadier empfahlen zum Hellfirepass zu fahren und sich dort das Museum und den angrenzenden Weg anzuschauen.

Anschließend suchten wir den Markt auf und waren auch von diesem recht enttäuscht, da man hier nicht so viel Obst einkaufen konnte, wie wir es uns gewünscht hatten.

Am Abend sind wir dann noch auf einen Nachtmarkt in der Nähe unseres Hotels gegangen, der zum einen proppevoll war und zum anderen die verschiedensten Dinge feilbot. Auch wenn wir hier –außer einzelnen Süßigkeiten- nichts einkauften, machte es sehr viel Spaß drüberzuschlendern.

 

Insgesamt haben wir uns in Kanchanaburi sehr wohl gefühlt und sehr gut entspannen können, so dass wir uns ausgeruht und voller Vorfreude auf den Weg nach Bangkok begaben.