Sukhothai

oder

mit dem Mountainbike zu den alten Tempelanlagen

19.11.12 – 21.11.12

 

Wir nahmen einen VIP-Bus (mit Klimaanlage aber ohne Klo), um von Chiang Mai innerhalb von fünf Stunden nach Sukhothai zu gelangen.

Hier angekommen hatten wir vor, zu Fuß mit unserem Gepäck zu einem (laut unserem Reiseführer) nahe dem Busbahnhof gelegenen Hotel zu gelangen. Als wir gerade aus dem Bus ausgestiegen waren, wurden wir auch schon von einem Einheimischen mit Fahne –und damit ist keine aus Stoff gemeint- angesprochen, ob wir uns nicht in seinem sehr schönen und preiswerten Guesthouse einquartieren wollten.

Wir ließen uns seine Karte geben, sagten ihm aber, dass wir uns vorher noch zwei Gasthäuser ansehen wollten. Wenn diese uns nicht zusagen würden, dann kämen wir bei ihm vorbei. Dazu meinte er, dass das eine Guesthouse momentan geschlossen und das andere VIEL zu teuer sei. Auch wollte uns ein Tuk Tuk Fahrer in seinem Gefährt mitnehmen, da es zu weit sei zu laufen.

Da wir aus Erfahrung wussten, dass die Angaben bezüglich der Entfernungen in unserem Reiseführer nicht immer maßstabsgetreu sind, verhandelten wir mit dem Fahrer um den Preis des Chauffierens. Nachdem wir uns geeinigt hatten, stiegen wir auch schon ins Tuk Tuk ein und gaben dem Fahrer unser Ziel an. Mit uns in unserem Beförderungsmittel saß auch noch ein thailändisches Pärchen, denen wir auch zu dem günstigen Preis verhalfen, zu dem wir gefahren wurden (denn diese sollten ursprünglich mehr zahlen).

Am J & J Guesthouse angekommen, ergatterten wir den letzten freien Bungalow (welcher auch noch günstiger war, als der Kollege uns am Bahnhof verklickern wollte) und mieteten uns für die nächsten zwei Nächte ein. Die Anlage war sehr ruhig am Flüsschen gelegen und alle Fenster sowie die Tür waren mit Mückengittern versehen. Trotzdem verirrten sich immer mal wieder Moskitos in unserem Dormitorium, die wir jedoch alle in guter Zusammenarbeit erschlugen.

Unser Guesthouse befand sich in Neu-Sukhothai. Die Tempelanlagen, die wir am folgenden Tag besuchen wollten und die –laut unserem Reiseführer- die Wiege Thailands seien, lagen 12 km entfernt. Wir hatten vor, diese Strecke mit Fahrrädern zu überbrücken und anstatt auf eigene Faust die Anlagen aufzusuchen, beschlossen wir eine geführte Tour zu buchen.

Der Veranstalter, für den wir uns entschieden (es lagen Mappen zweier Veranstalter an der Information unseres Hostels aus) hieß Cycling Sukhothai. Es ist ein Ehepaar (Er Belgier, Sie Thailänderin), die diese Touren seit mittlerweile über 10 Jahren in Sukhothai durchführen. Und es war die richtige Entscheidung diesen Veranstalter zu wählen, denn um es vorwegzunehmen, die Tour war echt SUPER!

Wir wurden am nächsten Morgen um kurz vor 8 Uhr von Ronny mit seinem Pickup abgeholt, durften uns auf der Ladefläche zwei einigermaßen bequeme Sitzpositionen suchen (was nicht gerade leicht war) und wurden zu seinem Haus gefahren. Hier warteten auch schon unsere Mountainbikes sowie Mem (die Thailänderin) und zwei weitere Mitfahrerinnen (zwei sehr nette Amerikanerinnen aus San Francisco) auf uns, um die Tour zu starten.

Bevor es los ging, erhielten wir noch eine kurze Einführung in die Bedienung der Fahrräder. Ronny teilte uns mit, dass wir nur die Schaltung der rechten Seite benötigten, um einen größeren oder kleineren Gang über die Ritzel einzustellen. Ferner sollten wir beim Bremsen IMMER BEIDE Bremsen auf einmal ziehen, das aber BITTE, BITTE mit Bedacht und Gefühl (ich fragte mich, was er denn für Erfahrungen gesammelt hatte, wenn er es SOOOO betont…).

Nach dieser kurzen Einführung schwangen wir uns auch schon auf die Zweiräder, die übrigens alle gut in Schuss waren. Ich konnte sogar den Sattel so hoch stellen, dass ich bequem auf dem Fahrrad sitzen konnte und mich nicht wie der allseits bekannte Affe auf dem Schleifstein fühlte.

Das Tempo in welchem wir fuhren, war sehr moderat und Mem hielt immer wieder auf dem Weg nach Alt-Sukhothai an, um entweder etwas zu erklären, uns Fotos anfertigen zu lassen oder zu trinken. An den Tempelanlagen angekommen, hatte sie ferner etliches zu erzählen. Zum einen erklärte sie uns sehr viel über die Anlagen, die Erbauer sowie die Geschichte Sukhothais. Zum anderen erfuhren wir sehr viel von ihr über das heutige Thailand und diskutierten mit ihr über aktuelle Themen wie z. B. das Internet (und facebook im Speziellen) oder die Problematik des Reisanbaus.

Natürlich kam auch der Besuch mehrerer Tempelanlagen nicht zu kurz. Bevor wir die Anlagen betraten, erhielten wir je eine kurze, lehrreiche Geschichtslektion hierzu. Die Anlagen waren (auch wenn wir schon viele Tempel auf unserer bisherigen Reise gesehen haben) sehr schön anzusehen und vor allem die jeweiligen Geschichten hierzu machten die Tour unvergesslich.

Zum Mittagessen wurden uns in der Nähe der Tempelanlagen thailändische Spezialitäten gereicht und wir schlemmten wie Gott in Frankreich.

Mit vollem Magen begaben wir uns dann wieder auf den Heimweg. Hier schlug Mem ein bisschen höheres Tempo an, wartete aber immer wieder, damit die Nachzügler wieder aufschließen konnten. Um die jeweiligen Richtungswechsel anzuzeigen, streckte sie jeweils den Arm heraus und hob sowie senkte die Hand als ob wie Luft fächeln wollte. Das sah sehr lustig aus, so dass ich es natürlich auch nachahmen musste. Bei mir sah es aber eher ein bisschen schwul aus, was aber die hinter mir fahrenden Mädels zumindest schmunzeln ließ.

Mittlerweile befanden wir uns in der Mittagszeit, soll heißen, die Temperaturen waren weiter und weiter geklettert, so dass wir froh waren, zumindest etwas Fahrtwind zur Kühlung zu haben. Auch waren wir froh, als wir wieder gesund und mit neuem Wissen beladen in Neu-Sukhothai ankamen.

Die Tour kann ich jedem empfehlen!

Außer den Tempelanlagen hat Sukhothai allerdings nicht viel mehr zu bieten, so dass wir uns am folgenden Tag auch schon wieder auf den weiteren Weg Richtung Süden begaben.

 



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