Zwischenstopp in Suphanburi

21.11.12 – 22.11.12

 

Wir beschlossen von Sukhothai den Bus zu nehmen, um Richtung Kanchanaburi zu fahren. Da uns die Strecke bis dorthin zu lange gedauert hätte und wir erst im Dunkeln dort angekommen wären, entschieden wir uns einen Zwischenstopp einzulegen.

Die Wahl fiel auf Suphanburi, denn diese Stadt lag recht nahe an unserem eigentlichen Ziel und die Besitzerin unseres Gästehauses in Sukhothai empfahl uns auch dort zu verweilen.

 

Wir betraten also den lokalen Bus am Busbahnhof von Sukhothai und wurden von den einheimischen Mitreisenden sehr freundlich uns neugierig empfangen. Warum diese so überrascht waren zwei Falangs in diesem lokalen Bus zu sehen, wurde uns klar, als wir in Suphanburi ankamen. Die Stadt an sich ist zwar nicht gerade klein, doch verirrt sich hier kaum ein Tourist hin.

Hier angelangt, suchten wir uns ein Hotel, in dem wir nächtigen konnten. Hierbei war uns die Entfernung zum Busbahnhof (je kürzer desto besser) wichtiger als die Qualität desselbigen. Nach kurzem Orientieren und Laufen, fanden wir auch eine Bleibe, die unseren Ansprüchen für diese Nacht genügte, soll heißen, wir hatten ein Dach über dem Kopf, ein Bett mit einer Matratze zum Schlafen sowie eine Dusche, in der wir uns am folgenden Morgen erfrischen konnten. Ansonsten hatte das Hotel nicht viel mehr zu bieten. Ferner hatte es wohl auch schon bessere Zeiten gesehen, denn es war ein bisschen abgewrackt.

Nachdem wir unsere Rucksäcke abgelegt hatten, suchten wir uns erstmal ein Café, um einen Cappuccino zu schlürfen. Diese fanden wir auch nach kurzem Suchen. Bei diesem handelte es sich um ein Café, welches vor allem von Schülern besucht wird, die hier bevorzugt ein süßes Getränk, welches gummiartige Kügelchen beinhaltet, zu sich nehmen. Wir bekamen aber unseren Cappuccino und zusätzlich noch eine Kanne Tee. Das Beste war, dass die Teekanne, nachdem wir sie  zu etwa Dreiviertel geleert hatten, wieder aufgefüllt wurde. Da wir aber nicht nur eine Tasse Cappuccino und etliche Tässchen Tee vertilgen wollten, entschied ich mich, das süße Getränk, das die einheimischen Teenies tranken, zu probieren.

Mit Händen und Füßen gab ich den Damen hinter den Tresen zu verstehen, was ich als nächstes zu trinken gedachte. Gezeigt, getan, nach ein paar Minutchen bekam ich auch schon meinen Becher mit der undefinierbaren Flüssigkeit. Wie schon erwähnt, hatten die in der Flüssigkeit befindlichen Kügelchen eine gummiartige Konsistenz ohne einen wirklichen Geschmack zu transportieren. Als eigentliche Flüssigkeit befand sich gut gesüßte Milch mit Teegeschmack in dem Becher (naja, im Grunde war es eine gesättigte Lösung…). Dankenswerterweise half Susi mir ein bisschen beim Trinken, denn andernfalls hätte ich nicht den ganzen Becher leeren können. Trotzdem kam es mir so vor, als ob die Kugeln in meinem Bauch aufquollen und diesen zur Gänze ausfüllten (glücklicherweise funktioniert mein Pförtner zum Magen, so dass die Autoreversefunktion desselbigen nicht einsetzte…).

Nach einer gewissen Zeit, mein Magen war wieder soweit geräumt, begaben wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, um das Abendessen zu uns zu nehmen.

Wir fanden an der Straße eine mobile Küche mit ein paar kleinen Tischen mit blauen und roten Höckerchen (wie wir schon aus anderen Städten wussten, gibt es hier immer das beste Essen), an dem wir unseren Hunger mit einer Suppe stillten. Im Anschluss an das Essen verdauten wir noch bei einem Nachtspaziergang, denn es war schon wieder dunkel. (Ich weiss zwar nicht, ob ich es schon mal erwähnt habe, aber die Sonne geht hier immer gegen 18 Uhr unter, so dass es schon um 18:15 Uhr stockfinster ist und nur die Straßenlaternen ein bisschen Licht bringen.)

Da Suphanburi in unserem Reiseführer keine Erwähnung findet (somit auch kein Stadtplan beinhaltet) und auch unser Gästehaus keinen Stadtplan hatte, begaben wir uns auf gut Glück auf den Spaziergang. Nachdem wir mehrere Straßen entlang geschlendert waren und uns ein an der Straße befindlicher Plan in thailändischer Sprache nicht die Erleuchtung brachte, wie wir zu unserem Hotel zurückfinden sollten, fragten wir kurzerhand eine Gruppe Einheimischer.

Diese waren sehr nett, verstanden aber nicht genau wo wir hinwollten. Wir versuchten ihnen verständlich zu machen, dass unser Hotel in der Nähe des Busbahnhofes sei, worauf wir als Antwort bekamen, dass der Busbahnhof jetzt geschlossen sei. Auch meinten sie, dass es in der direkten Umgebung mehrer Hotels gäbe, in denen wir unterkommen könnten. Schlussendlich verstanden sie wohl doch, dass wir unser Hotel schon gebucht hätten und es sich am Busbahnhof befände. So zeigten sie uns die Richtung, in die wir laufen müssten, boten uns aber auch an, uns dorthin zu fahren, da es ein SEHR weiter Weg sei.

Wir schlugen das Angebot freundlich aus, da wir erstens noch gerne etwas laufen wollten und zweitens unsere Mütter uns früher immer eingebläut hatten, NIEMALS zu Fremden ins Auto zu steigen.

Nachdem wir etwa 500m gelaufen waren, hielt ein Auto neben uns. In diesem saßen drei Damen (zwei junge Mädels sowie die Mutter einer der beiden), mit denen wir uns auch kurz vorher schon unterhalten hatten. Die Mädels (Bob und Joy – ja sie heißen wirklich so!) betonten noch mal, dass es doch VIEL zu weit sei, um zum Hotel zu laufen und dass wir doch einsteigen sollten, um mitzufahren. Also ließen wir uns doch überreden und stiegen dazu.

Auf dem Weg zu unserem Hotel erfuhren wir, dass die eine ein Stipendium in Australien besitzt und in zwei Monaten wieder dorthin zurückgeht, und die andere bald zum Arbeiten nach Kanada gehen wolle. Auch versicherten sie uns, dass es sie nicht störe uns zum Hotel zu bringen, denn sie seien sowieso gerade auf dem Weg zu einem Tempelfest. Als wir davon hörten, fragten wir kurzerhand, ob es ihnen etwas ausmachen würde uns dorthin mitzunehmen. Sie hatten nichts dagegen einzuwenden und so fuhren wir weiter.

Um es vorwegzunehmen, das Tempelfest war gigantisch. Auch schon allein aus dem Grund, weil wir die einzigen Ausländer waren, die sich hierhin verirrt hatten. Die gesamte Anlage war über und über mit Lichterketten geschmückt und es gab etliche Reihen mit Verkaufsständen, an denen alles Mögliche verkauft wurde. Bevor wir aber an den Ständen vorbeischlenderten, gingen die Mädels erstmal in den Tempel beten. Susi wollte sich eine Ananas kaufen und ich behielt die Stellung an dem Punkt, wo wir die drei Thailänderinnen wiedertreffen wollten.

Hinter mir saß ein Mann an einem Mikrofon. Über Lautsprecher erfuhr man so von den Geschehnissen des Tages. Jetzt denkt ihr bestimmt, woher ich denn weiß, was der Herr erzählt hat, denn ich verstehe natürlich kein Thai, aber netterweise hatten uns die Mädels, nach Nachfragen darüber aufgeklärt warum der Mann dort sitzt und ins Mikro schwätzt.

Ich stand also herum, fotografierte ein bisschen, als auch schon nach wenigen Minuten ein Mönch auf mich zukam und fragte, wo ich denn her sei. Auch wollte er wissen, wie ich zu diesem Fest gelangt sei und ob ich auch wieder zu meinem Hotel zurückgefahren würde. Er bot mir an, wenn unsere Fahrerinnen uns nicht mehr mitnehmen würden, dann würde er der Polizei sagen, dass sie uns zu unserem Hotel zurückbringen sollten. So ist es also, wenn man an einem Ort auftaucht, an dem sich sehr selten Touristen verlaufen. Wir fanden es super und haben uns sehr über die Freundlichkeit der Menschen hier gefreut!

Dann kamen auch schon Susi sowie unsere Einheimischen wieder (versicherten dem Mönch, dass sie uns auch wieder nach Hause bringen würden) und wir schlenderten an den Verkaufständen vorbei. An einem der ersten Stände angekommen, gaben die Mädels uns auch schon ein Getränk aus. Hierbei handelte es sich um ein PAPPSÜßEN Tropfen mit wieder mal gummiartigen Stückchen als Einlage. Tapfer tranken wir dieses auf und entsorgten den Becher erst, nachdem wir den Großteil der Stückchen vertilgt hatten, in einem unbeobachteten Moment. Des Weiteren kamen wir an Ständen vorbei, die frittierte Heuschrecken, Kakerlaken und Frösche feilboten (diese probierten wir aber nicht). Auch wurde jede Menge „Schund“ angeboten. Lustig war, wie uns die Thailänder ansahen. Als ob wir Außerirdische wären… Aber das machte uns nichts aus und wir grinsten die gesamte Zeit von einem Ohr zum anderen.

Im Anschluss an dieses Fest zeigten uns die Mädels noch weitere Sehenswürdigkeiten ihrer Stadt (die wir ansonsten nicht zu Gesicht bekommen hätten) und brachten uns schlussendlich wieder zu unserem Hotel zurück.

Hier fielen wir schnell in einen wohlverdienten Schlaf und begaben uns am folgenden Morgen, froh am Vorabend doch noch so viel erlebt zu haben, auf dem Weg nach Kanchanaburi.

 

 

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