Das Mekongdelta

16.10.12 – 17.10.12

 

Unser letztes Ziel in Vietnam war das Mekongdelta.

Am Morgen des 16.10. wurden wir mit etlichen anderen Reisenden an unserem Hotel von einem Guide abgeholt und zu einer ca. 200 m entfernten Bushaltestelle gebracht. Hier bestiegen alle -außer uns- ihre Busse um verschiedene Ziele anzusteuern.

Am Abend vorher meinte Susi noch zu mir, dass sie es super fände, dass bisher alles so reibungslos, vor allem mit den Busfahrten, geklappt hätte und wir bisher immer wie geplant an unser jeweiliges nächstes Ziel gekommen seien.

Nachdem also alle Reisenden ihre Busse betreten hatten und wir die einzigen zwei Verlorenen an der Haltestelle waren, befielen uns die ersten Zweifel, ob das mit der Reibungslosigkeit, was das Reisen in Vietnam angeht, so weiterginge oder ob doch die ersten Sandkörnchen ins Getriebe gerieselt seien.

Glücklicherweise wurden unsere Befürchtungen aber alsbald zerstreut und ein neuer Bus kam an, mit dem wir die Reise zum Mekongdelta aufnehmen sollte. D.h. es war erstmal wieder eine unserer Lieblingsbeschäftigungen, das Busfahren, angesagt… Eigentlich hatten wir zwar gedacht, dass das Reisen auf dem Mekong mehr mit Wasser und somit Bootfahren zu tun hätte, aber man muss natürlich erstmal zu diesem Strom hinkommen.

Nach ca. dreistündiger Busfahrt waren wir dann auch endlich am braunen Fluss angekommen und begaben uns auf ein Ausflugsboot. Dieses brachte uns dann an „floating markets“ („schwimmenden Märkten“ vorbei zu einer „Fabrik“, in der u. a. Reispapier (für Frühlingsrollen), Kokosnussbonbons (für Leckermäuler), aufgepoppter Reis (für Reiswaffeln) und mit Schlangen, Skorpionen oder anderem Getier eingelegten Schnaps (für „Medizin“) hergestellt wurden.

Hier wurde uns von allem etwas angeboten. Selbstredend habe ich alles Dargebotene probiert (Susi hat sich des Schnapses verweigert) und ich fand auch die „Medizin“ nicht so schlecht. (Allerdings fand ich sie auch nicht sooo gut, dass ich davon ein Fläschchen zu dem feilgebotenen Preis käuflich erwerben wollte…).

Zurück auf dem Boot schipperten wir gemütlich im Regen, bis wir nach ungefähr einer Stunde zu einem Anleger gebracht wurden, von dem aus wir nach ca. 10 minütigem Spaziergang in einem Restaurant unser Mittagessen zu uns nahmen. Im Anschluss an das Mittagessen hatten wir ca. 20 min zur freien Verfügung, die durch den kurz vor Beginn der Freizeit einsetzenden Regenguss räumlich begrenzt wurde, wenn man nicht pitschnass werden wollte. Zum Glück hörte der Regen unmittelbar vor unserem Spaziergang zurück zu unserem Boot wieder auf, so dass wir dies trockenen Fußes erreichten.

Jetzt folgte eine längere Bootsfahrt zu einem Markt, über den wir aber nur herüberhetzten, um zum zweiten Mal an diesem Tag einen Bus zu betreten.

Dieser brachte uns nach ca. 3 ½ stündiger Fahrt zu einer Aligatorfarm. Über diese Farm gibt es nicht viel mehr zu berichten, als dass wir aus dem Grund keine Bilder machten, da wir die beengten und somit unzumutbaren Lebensverhältnisse der Tiere nicht auf Fotos bannen wollten.

Anschließend wurden wir zu einem „floating Hotel“, welches unsere Unterkunft für die Nacht darstellte, gebracht. Auf dem Weg hierhin wurden wir noch über das Risiko einer Dengue- sowie einer Malariainfektion aufgeklärt, wobei diese Aufklärung uns keine Angst machen solle, sondern rein informativer Natur sei. Die Zimmer waren auch alle mit imprägnierten Moskitonetzen bestückt und es bestand die Möglichkeit für einen zusätzlichen Unkostenbeitrag die Fernbedienung der integrierten Klimaanlage zu bekommen. (Die Betreiber dieses Hotels wissen also, wie man Geld machen kann…). Susi und ich haben uns auch, nachdem wir anfangs dachten, dass wir ohne Klimaanlage auskämen, kurzerhand, nachdem beim Öffnen der Zimmertür auch schon die ersten Mücken mit uns zusammen das Zimmer betraten und dieses teilen wollten, die Zusatzkoten entrichtet und die Fernbedienung erhalten.

Im Anschluss an einen kleinen Imbiss begaben wir uns, bevor wir ins Land der Träume verschwanden, auf Jagd und erledigten mehrere Moskitos (zwei hatten sich sogar unter unser Moskitonetz schleichen wollen, wurden aber fachmännisch erledigt…). So überstanden wir die Nacht friedlich schlummernd ohne Mückenstiche.

Am nächsten Tag bestiegen wir, nach einem kurzen Abstecher zu einer Cham-Siedlung ein Schnellboot, welches uns nach Kambodscha brachte.

Ein Schnellboot ist an und für sich eine super Sache, allerdings kann sich eine Fahrt mit so einem Gefährt auch sehr ziehen. Bevor wir also kambodschanischen Boden betreten konnten waren noch zwei Hürden zu nehmen. Zum einen benötigten wir noch einen vietnamesischen Ausreisestempel (den wir nach einer Entrichtung einer zusätzlichen Gebühr von 1 $ erhielten – dieses geldgierige Pack…) und zum zweiten musste noch ein Stempel der kambodschanischen Zollbehörde in unserem Pass gedrückt werden.

Für uns, die wir, vorausschauend wie wir sind, schon vor unserer Reise unsere Visa bei den Botschaften (also auch der kambodschanischen) eingeholt hatten, war dieses Unterfangen kein Problem. Zum Glück wurden auch die Pässe unserer Mitreisenden (nach Einlage von genügend Dollarscheinen) nach kurzer Wartezeit mit Stempeln bedacht, sodass die Reise weitergehen konnte.

Ohne weitere Stopps oder Zwischenfälle (abgesehen davon, dass einer der Guides versuchte mich für ein Guesthouse, von dem er mit Sicherheit eine fette Prämie für jeden Gast bekommt, zu gewinnen) fuhren wir in Kambodscha ein und erreichten sicher die Hauptstadt Phnom Penh.

Glücklicherweise hatte ich von eben dem vorgenannten Guide den Fahrpreis eines Tuk Tuks vom Hafen bis ins Stadtzentrum erfahren, so dass ich den Tuk Tukfahrer von 3 $ auf 1 $ herunterhandeln konnte (Juhuuu!!!). Susi und ich müssen wohl so ausgesehen haben, dass wir zur Not die Strecke (ca. 1,5 km) zum Zentrum auch gelaufen wären (obwohl wir dazu überhaupt keine Lust gehabt hätten…).

In Phnom Penh bezogen wir dann ein sauberes und zentral gelegenes Guesthouse, wobei wir die Übernachtungen, unüblicherweise, im Voraus zahlen mussten.

Jetzt konnte das Erkunden unseres ersten Ziels in Kambodscha, der Hauptstadt Phnom Penh, beginnen.

 

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